Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

Seiten

Datum
Titel
Name
Fr. 24.11.17
Hesekiel 37,27
Monatsspruch
Hesekiel 37,27

Und Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

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Sa. 11.11.17
Zeichen der Hoffnung
Susanne Briese
Zeichen der Hoffnung

Vor fast genau 51 Jahren starb der oberbayrische Pfarrer Korbinian Aigner. Schon in jungen Jahren beginnt er, sich für die Apfelkunde zu interessieren, die Pomologie. Und ebenso früh entscheidet er sich, Pfarrer zu werden. Zuerst gründet er einen Apfelverein. Dann wird er katholischer Priester. Diese doppelte Leidenschaft als Pomologe und Theologe bleibt – oft ist er mehr das eine, als das andere, auch noch, nachdem er 1931 seine erste eigene Pfarrstelle antritt. Von den Nationalsozialisten lässt er sich nicht einschüchtern. Er wird strafversetzt, aber auch das hindert ihn nicht daran, weiter mutig Stellung gegen die Nazis zu beziehen. Er wird von Gemeindegliedern angeschwärzt und kommt ins Konzentrationslager. Aus dieser Zeit ist nicht viel bekannt. Aber so viel doch: Heimlich sät der Landpfarrer auf dem Gelände des KZ Dachau Apfelkerne aus und zieht neue Sorten. Die Pflänzchen lässt er aus dem Lager schmuggeln, damit sie draußen wachsen können. Eine Sorte wird auch heute noch angebaut. Sicher hat Korbinian Aigner Luthers Wort vom Apfelbäumchen gekannt... Mir ist die Erinnerung an den leidenschaftlichen Apfelkenner und Dorfpfarrer, der beharrlich auf Frieden wartet, sehr wichtig geworden. In einer Zeit, die nicht friedlich ist. Wie oft schon werden Menschen heute zaghaft Ausschau gehalten haben nach einem Zeichen, das Hoffnung gibt – wie eben jemand, der Samen aussäht und schaut, ob er aufgeht? Wie oft war das Warten für viele Menschen unserer Zeit schon vergebens? Was hat sie dennoch gehalten und getragen? Das wird nur jeder und jede für sich beantworten können. Mich trägt jedenfalls die Hoffnung, dass unsere Zeit unter Gottes Zuspruch steht.

 

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Susanne Briese

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Superintendentur
Susanne
Briese
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Sa. 04.11.17
Ex abundantia – oder häh?
Dr. Matthias Wilke
Ex abundantia – oder häh?

„Das nennt Fred das Überflussparadox“. „Häh, versteh ich nicht“. „Na, ganz einfach. Nimm Bremen Brinkum. Dass es da eine Autobahn gibt, ist eigentlich spitze. Denn wie lange brauchten die andern früher, wenn sie von Rotenburg nach Bremen zur Arbeit wollten. Und heute: geht das eigentlich richtig klasse.“ „Eigentlich, ja…“. „Genau. Das Problem heute nämlich…“ „Die Baustelle!“ „Ja, die auch, aber das eigentliche Problem in unserer Gesellschaft ist…“ „Dass die Leute sich nicht einfach mal rechts einordnen können. Diese blödsinnige Regelung, ständig in der Mitte zu fahren…“ „Ja, ja, aber was ich meine, ist das Paradox unserer Überflussgesellschaft, zu dem Fred Hirsch schrieb…“ „Ne, ne, ich sage dir. Letztens zum Beispiel. Mittlere Spur. Der vor mir: Strich 60! Ich dachte ich krieg die Motten. Rechts war alles frei, der hätte einfach nur: Blinker setzen und rechts rüber. Aber nein! Und ich: Rechts vorbei soll man ja nicht, links aber war auch alles voll und dann hängst du in der Mitte und kommst nicht vorbei – boah ne…“. Und was ist nun mit unserem Überfluss und Überdruss? Wir werden es wohl „googeln“ müssen. Denn dadurch, dass dem einen das Herz so voll war vom täglichen Stau, dass es ständig aus seinem Mund sprudelte, konnte der andere sich gar nicht Gehör verschaffen für das, was er in seinem Kämmerlein von Fred Hirsch gelesen hatte. Und dabei: gehört hätte ich es schon gerne, warum Überfluss nicht einfach nur schön ist. So aber bleibt es bei der Losung für den heutigen Samstag: „Wovon das Herz voll ist, davon fließt der Mund über“ (Lukas 6, 45). Und ich werde nachdenklich und überlege: Wovon würde ich reden, wenn ich wüsste, dass mir einer wirklich zuhört?

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Dr. Matthias Wilke

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Mi. 01.11.17
Gott spricht: Ich will unter ihnen
Monatsspruch
Gott spricht: Ich will unter ihnen

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Ez 37,27

 

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So. 13.08.17
Bauanleitung gesucht
Alexa Wilke
Bauanleitung gesucht

Eine Strandmuschel, zum Beispiel, ist ja auch nicht immer so hilfreich, wie man es sich wünschen würde. Beim Stangenmodell bringt man sich und das Augenlicht der Mitreisenden schon beim Aufstellen in Gefahr. Wohingegen das sich selbst aufbauende Modell „pop-up“ sich beim abendlichen Rückzug vom Strand gern geheimnisvoll gibt und nur mit einigem Widerstand wieder „down“ gefloppt werden kann.

Der Grund liegt auf der Hand. Strand und Sand sind für Traumschlösser und Kleckerburgen. Bei Ankunft von Flut, Wind oder dem nächsten spielenden Kind fallen sie in sich zusammen. So entsteht immer wieder Platz für Neues: Staudämme oder Seerobben aus Sand etwa. Das ist die besondere Freiheit am Meer. Nichts bleibt hier draußen lange wie es ist.

Und doch: Die viele Freiheit und der aufgewirbelte Sand werden manchem auf Dauer zu mühsam. Hier und da erwacht die Sehnsucht nach Behausung. Wohin dann? Doch die Strandmuschel? Der Freigeist wütet: „Du wirst doch nicht ernsthaft versuchen, sogar Meer und Strand zur windstillen Komfortzone zu machen! Der Sand zwischen deinen Zähnen – das ist der Preis der Weite!“ Und der Architekt sagt: „Bau nicht auf Sand!“ (Matthäus 7,24-27).

„Aber wohin denn dann am Abend?“, frage ich zerknirscht. Bauen, ohne Wind und Weite zu verraten. Heimisch werden, ohne die Freiheit zu verlieren. Das wär’s. „Bau auf das, was ich Dir sage“, mischt sich der ins Gespräch, den keiner am Strand erwartet hätte. Er selbst, Jesus von Nazareth, war ständig unterwegs und hatte keinen sicheren Platz. Nicht mal in der Nacht. Er lebte die Freiheit und herrscht über Wind und Wellen. Sein Vater im Himmel hält ihn und er hält auch mich am Strand des Lebens, mit und ohne Strandmuschel.

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Alexa Wilke

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27356
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Mo. 07.08.17
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum…
Monatsspruch
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. Apg 26,22

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. Apg 26,22 

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Di. 01.08.17
Unendliche Güte! Ohne Einschränkung
KDA (Kirchlicher Die…
Unendliche Güte! Ohne Einschränkung

Gott, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

(Psalm 36,6)

Unendliche Güte!
Ohne Einschränkung

Urlaub: Zeit, um neue Kräfte zu tanken und mich zu
erholen. Einige Tage wird es wohl wieder dauern, bis
ich die Entlastung spüre, mein Herz und die Sinne
wieder freier werden.

Am letzten Tag vor meinem Urlaub hatte ich noch
einen Beratungstermin mit einem Mann, der zum
ersten Mal in seinem Leben einen Antrag auf ALG II,
auf Grundsicherung, ausfüllen musste. Der Antrag ist
sehr umfangreich, Grunddaten von sich, der Ehefrau
und den Kindern, Bescheinigung vom Arbeitgeber
der Ehefrau, Arbeitslosengeldbescheid, Mietvertrag,
Bescheinigung vom Vermieter, letzte Nebenkostenabrechnung,
Abrechnung Energieversorger, Kindergeldbescheid,
Versicherungsunterlagen, Vermögensnachweis,
Kontoauszüge der letzten Monate.

Verschuldet arbeitslos
Der Mann wirkte sehr nüchtern, klar und gefasst.
Wie die meisten Männer, die meine Beratung in
Anspruch nehmen. Haltung bewahren. Dann fing er
plötzlich an zu weinen. Ihm war das sehr peinlich. Wir
haben noch lange gesprochen. Er erzählte von seiner
Arbeitslosigkeit, die er durch ein Fehlverhalten selbst
verschuldete, die nun schon zwölf Monate andauerte,
den leisen Vorwürfen der Ehefrau, den Fragen der
Familie, den Absagen. Niemand sollte erfahren,
dass die Familie jetzt Sozialhilfe beantragen musste.
Er sagte: „Ich habe früher selbst schlecht über
„Hartz-IV-Empfänger“ geredet, wie konnte ich nur
so arrogant sein? Ich bekomme auch keine zweite
Chance. Ich fühle mich so wertlos.“
Kein Selbstvertrauen mehr – das betrifft viele Langzeitarbeitslose.
Arbeitsplatzverlust macht Menschen
auf lange Zeit misstrauischer, die Erfahrung des
Jobverlusts hinterlässt Narben. Mit Auswirkungen
nicht nur für die betroffene Person, sondern für die
gesamte Gesellschaft. Denn Vertrauen kann wichtige
Vorteile bringen: Gesundheit und Zufriedenheit,
sozialen Zusammenhalt, eine effiziente, demokratische
Regierung und wirtschaftliche Entwicklung.

Vertrauen bewahren
Und da finde ich die biblische Erzählung von Josef
wunderbar. Bei Josef lief sehr vieles komplett schief.
Aber letztlich hat sich doch für ihn das Schlimme
zum Guten gewendet. Die Güte Gottes hat ihn auch
im fernen Ägypten nicht verlassen, und er ist wieder
glücklich geworden. Das wünsche ich auch diesem
Mann. Vertrauen als Grundlage, zu seiner Familie und
zu Gott, die Erfahrung, dass er sich auf seine Ehefrau
verlassen kann, trotz seines Fehlers. Vertrauen wieder
zu sich selbst. Ja, das Selbstvertrauen ist auch eine
Form des Vertrauens.
Die Güte Gottes macht das Leben natürlich nicht zum
Spaziergang, aber es besteht die Aussicht, sagen zu
können: „Ja, Gott hat es gut hinbekommen”. Ich
wünsche Ihnen eine erholsame Zeit.

 

WORTMELDUNG August 2017
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.
V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3, 30169 Hannover
Fon: 0511 1241-449
Brigitte Siebe
Ev. -luth. Kirchenkreis Celle, Diakonie, Beratungsstelle für Arbeitslose
brigitte.siebe@evlka.de

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KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3
30169
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So. 25.06.17
Spaltet Religion die Welt?
Werner Burfeind
Spaltet Religion die Welt?

Zeichen für den Frieden

Im Namen Gottes

 

Nun ist es passiert. In der Nacht zu Montag dieser Woche wurden Muslime Ziel eines Attentats. Ein 47 jähriger Mann aus Wales steuerte einen Lieferwagen in eine Menschenmenge nahe einer Londoner Moschee. Offenbar aus Vergeltung.

Spaltet Religion also unsere Gesellschaft?

Es scheint so kommen zu können. Dieser Angriff gegen ein Gruppe gläubiger Muslime spricht dafür. Aber es ist kein muslimisches Phänomen. Es ist nicht allzu lange her, da spaltete die Frage nach der Konfession ganz Nordirland. Evangelische Christen kämpften gegen katholische Christen.

Geht es bei allem um Religion? Ich wage es zu bezweifeln. Es geht um Macht. Es braucht einen Sündenbock, um den eigenen Zielen näher zu kommen. Dabei wird nicht nach dem Anteil des Einzelnen am eigenen Leid gefragt. Es reicht die Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Die Menschen aus der Londoner Moschee sind unschuldig an den Anschlägen zuvor auf der London Bridge oder der Westminster Bridge. Sie beten lediglich zu dem Gott, in dessen Namen die Attentäter dort gemordet haben.

Ich denke, wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht im Netz der Terroristen verfangen, die unsere Zivilgesellschaft spalten wollen. Wir müssen unterscheiden zwischen Islam und islamistischem Terror.

Im Namen Gottes lässt sich nicht töten. In der Bibel lesen wir die Aussage Jesu: „Glücklich sind, die Frieden stiften. Sie werden Gottes Kinder heißen“ (Bergpredigt). Auch im Begriff Islam steckt das Wort „Salam“, arabisch für Frieden. Im Namen Gottes können wir also nur für den Frieden eintreten. Für das Miteinander der Menschen.

Gut finde ich, dass wir in der letzten Woche eine Demonstration von Muslimen in Köln gegen den Terror gesehen haben. Bemerkenswert ebenso die Meldung, der Imam der Londoner Moschee habe sich schützend vor den 47-jährigen Waliser gestellt, als er nach seiner Tat attakiert wurde.

Von dieser friedenstiftenden Kraft der Religionen brauchen wir im Moment mehr.

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Werner Burfeind

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Jugendarbeit
Werner
Burfeind
Kirchenkreisjugenddiakon
Am Kirchhof 12
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Rotenburg
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(04261) 2531
Fax: 
(04261) 3786
Di. 06.06.17
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen
Thomas Steinke
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen

Der Monatsspruch für Juni aus Apostelgeschichte 5, Vers 29 hat es in sich. Und fordert heraus: Wird hier etwa dazu aufgerufen, gegen staatliche Ordnung zu rebellieren? Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin von Herzen dankbar dafür, dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben, der uns in unseren persönlichen Freiheiten und Rechten schützt. Und doch kann es auch hier in Einzelfällen zu Konflikten kommen, wie die Debatte um das Kirchenasyl belegt. Damit stellt sich die Kirche nicht über staatliches Recht, sondern in besonderen Härtefällen gewährt sie aus Barmherzigkeit Menschen in Not einen Schutzraum, bis ihre Situation nochmals geprüft ist - übrigens nie ohne dass die zuständigen Behörden informiert sind.

Noch dichter dran sind für uns alle wohl die "täglichen Konfliktfelder": Gehe ich mit Spickzettel zur nächsten Klassenarbeit, blinzele ich mal aufs Blatt des Sitznachbarn herüber - oder bleibe ich ehrlich?
Mache ich mit, wenn andere über jemanden herziehen - oder habe ich den Mut, gegen den Strom zu schwimmen und ihn in Schutz zu nehmen? Dreht sich alles um mich und meinen eigenen Vorteil - oder liegt mir der andere wirklich am Herzen? Suche ich das schnelle Abenteuer - oder bleibe ich treu in meiner Beziehung? Manchmal sind wir nicht verlegen, Entschuldigungen zu finden, oder wir hören auf die Stimmen derer, die sagen: "Jetzt stell dich mal nicht so an, man kann's auch übertreiben, das machen doch alle!" Hinterher merken wir oft, dass es besser gewesen wäre, sich anders zu entscheiden. Segen liegt darauf, wenn wir tun, was Gott uns in seinem Wort sagt.

Der ursprüngliche Zusammenhang des Monatsspruchs ist übrigens, dass Petrus und den anderen Aposteln verboten worden war, öffentlich von ihrem Glauben an Jesus Christus zu reden. Darüber konnten und wollten sie aber nicht schweigen, sie hatten den Auftrag ja von Gott selbst bekommen. "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." Gott sei Dank genießen wir in unserem Land die Religionsfreiheit - ein hohes Gut! Da sollte es uns doch nicht schwer fallen, etwas von der Freude und der Hoffnung weiterzugeben, die Jesus in unser Leben gebracht hat - oder?

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Thomas
Steinke
Pastor
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27389
Fintel
Tel.: 
04265/9540641
So. 04.06.17
„Segelst Du schon?“
Thomas Steinke
„Segelst Du schon?“

- „Oder ruderst Du noch?“ So könnte die Karikatur überschrieben werden, die mir vor Augen ist: Verbissen legen sich zwei Ruderer ins Zeug, während ganz entspannt und gelassen ein Paar Arm in Arm in einem Segelboot an ihnen vorbeifährt.

Für mich ist dies auch ein pfingstliches Bild. Gott hat seinen Geist versprochen, der weht, wo er will. Wie der Wind kommt er von außen. Wir können ihn nicht selbst machen, aber wir können uns dafür öffnen. Wir können die Paddel aus der Hand legen und die Segel setzen. Indem wir z.B. einen Gottesdienst besuchen. Jesus Christus hat die Nähe in seinem Geist in besonderer Weise zugesagt, wo wir in seinem Namen zusammen kommen. So laden z.B. sieben Gemeinden aus Rotenburg, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen verbunden sind, am Pfingstmontag um 11 Uhr zu einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst auf dem Pferdemarkt ein. Auch in anderen Regionen unseres Kirchenkreises werden an diesem Pfingstfest besondere Gottesdienste gefeiert. Ebenfalls am Pfingstmontag findet etwa im Schulwald Lauenbrück neben der Kirche um 10 Uhr ein regionales Tauffest an der Wümme statt.

Immer geht es darum, dass wir uns an dem orientieren, was Christus in unsere Welt gebracht hat. Nicht verkrampft, nicht verbissen, nicht engstirnig sind wir unterwegs. Sondern von seinem Geist wollen wir uns bewegen lassen. Dieser Geist ist nicht ein Geist der Furcht oder der Abschottung. Nein, es ist der Geist Christi: Der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit! (2. Timotheus 1,7)

Möge dieser Geist kräftig in unser Leben hineinwehen - bei uns persönlich und in unseren Kirchen und Gemeinden. Setzen wir die Segel, dann werden wir seine Kraft spüren! Gesegnete Pfingsten!

Thomas Steinke,
Pastor in Fintel

 

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Thomas Steinke

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Do. 01.06.17
Wissen was wertvoll ist
KDA (Kirchlicher Die…
Wissen was wertvoll ist

„Ich finde Vieles schwer in Deutschland. Früher war
ich erfolgreicher Architekt. Heute funktioniert gar
nichts. Ich schäme mich vor meinen Kindern.“

„Deutsche und Geflüchtete können gemeinsam
Probleme lösen. Wir können viel mehr als schlechtes
Deutsch.“

„Ich fühle mich völlig alleingelassen in diesem Land.
Was kann ich dafür, dass mein Betrieb Pleite ging?“

Soweit drei Rückmeldungen von Menschen, die seit 2 –
3 bzw. seit 53 Jahren in Deutschland leben. „Deutsche
wie Geflüchtete brauchen Respekt und sie brauchen
Arbeit, dann gelingt Integration“ darüber sind sich
JobPaten und Geflüchtete im „Ponteprojekt“ einig.
Die brennende Frage, die sich daraus ableitet: wo
und wie erfahren Einheimische wie Zugewanderte
notwendigen Respekt in ihrem Alltag? Inwieweit
erfahren sie ihr Leben als gestaltbar und damit zukunftsfähig?

 
Für Einheimische wie Geflüchtete
Aus Forschung wie Praxis wissen wir: eine zuversichtliche,
gesundheitsfördernde Sicht auf das Leben
wird bei Menschen gestärkt, 1. wenn das, was passiert,
einschätzbar und vorhersehbar ist, 2. wenn der
Mensch das Vertrauen hat, dass fremde Situationen
und Aufgaben mit Hilfe der zur Verfügung stehenden
Mittel zu lösen sind und 3. wenn die Anforderungen
des neuen Lebens als sinnvoll angenommen werden
können und sich das Engagement lohnt (vgl. A. Antonovsky).
Dies gilt für Frauen wie Männer, für Christen
wie Muslime und auch deren Kritiker gleichermaßen.
Bei zu entwickelnden Konzepten für gelingendes,
zukunftsweisendes Zusammenleben gilt es einerseits
die personalen Ressourcen der Menschen – wie Selbstwert-
und Zugehörigkeitsgefühl – so früh wie möglich
bzw. wieder neu zu stärken. Und andererseits gilt es
für verlässliche (gesetzliche) Rahmenbedingungen
zu sorgen. Sozialer Frieden hängt entscheidend vom
grundsätzlichen Gefühl der Zuversicht ab, dass das
Leben in Deutschland handhabbar ist – dass es eine
Perspektive gibt.

Zivilisatorische Errungenschaften
Wenn wir unsere zivilisatorischen Errungenschaften:
Glaubens-, Gewissens- und Meinungsfreiheit ebenso
wie Gleichberechtigung hoch halten und nach innen
wie nach außen verteidigen wollen, müssen wir dafür
sorgen, dass sie ohne Ansehen der Person Anwendung
finden. Allerdings sind Rechte und Freiheiten
nicht nur zu genießen, sondern erforderlich ist auch –
und sei es zähneknirschend – die innere Zustimmung,
zu diesen Grundwerten. Rechte sind nicht
ohne Pflichten zu haben, wenn eine Gesellschaft
funktionieren soll. Dafür gilt es reden, zuhören und
streiten zu lernen – respektvoll und geduldig, aber
auch entschieden.
„Prüfet alles und behaltet das Gute“ fordert der Apostel
Paulus die Gemeinde in Thessalonich auf „und bei
allem sorgt für ein friedvolles Zusammenleben.“ Gewinnen
wir Menschen für solch ein Vorgehen. Arbeiten
wir an wertvollem gelingendem Leben – für alle.

 

Autorin:
Waltraud Kämper, Referentin
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt - www.kirchliche-dienste.de

Die Autorin freut sich über eine Rückmeldung zu dieser Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de

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30169
Hannover
Tel.: 
(0511) 1241-449
So. 07.05.17
Monatsspruch für den Mai
Frank Heyden
Monatsspruch für den Mai

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kolosser 4,6

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Frank Heyden

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Kirchenvorstand
Stiftung
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Regionaler Gemeindebrief
Frank
Heyden
Zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstandes, Vorsitz des Bauausschusses, des Öffentlichkeitsausschusses
Friedenstrasse 3
29640
Schneverdingen
Mobil: 
0176 81694101
So. 16.04.17
Ein Glaube, der lebt und wirkt
Susanne Briese
Ein Glaube, der lebt und wirkt

Sonntag – Auferstehungstag – in Jerusalem. Vor wenigen Stunden hatte Maria Magdalena eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus gehabt, die alles auf den Kopf gestellt hatte. Nun sitzen die Jünger hinter verschlossenen Türen. Sie haben Angst. Angst, dass ihnen Unheil droht, dass man sie sucht und verfolgt. Plötzlich steht Jesus mitten im Raum. Durch die verschlossene Tür muss er gekommen sein – wie geht das denn? „Friede sei mit euch!“ Das haben sie schon einmal gehört. War es nicht beim Abschied von ihrem Herrn? Ja, so war es. Und nun wieder diese vertraute Stimme.

Thomas hat das alles nicht mitbekommen. Wenn er ihnen glauben soll, müsste er es selbst sehen. Mehr noch: Er müsste die Wundmale Jesu mit seinen eigenen Händen fühlen. Dann wäre er überzeugt. Ob er wirklich damit gerechnet hat, dass sich dieser Wunsch erfüllt? Am nächsten Sonntag ist es so weit. Wieder sitzen die Jünger – natürlich wieder ohne Judas Iskariot – im Hause zusammen. Die Tür ist zu. Wieder steht Jesus mitten im Raum. Wieder grüßt er mit dem Friedensgruß. Ohne Umschweife wendet er sich Thomas zu und fordert ihn auf, zu tun, was er braucht, um zu glauben. „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.“ Das öffnet Thomas die Augen. Es bricht förmlich aus ihm heraus: „Mein Herr und mein Gott!“

Mehr geht nicht. „Selig sind die nicht sehen und doch glauben“, muss er sich anhören. Das ist die Regel für die Zukunft: Nicht sehen und doch glauben. Wie kommt man dazu, an Gott zu glauben, wenn für uns so eine spürbare Begegnung mit dem Herrn, wie sie hier von Thomas berichtet wird, nicht möglich ist? Wie kriegt man das hin? Wie es zum Glauben kommt, ist schwer zu sagen. Trotzdem muss man auf die Frage hin nicht verstummen. Man kann selbst ein gutes Beispiel sein und davon erzählen, was der Glaube im eigenen Leben bewirkt. Man kann sprechen über die größere Klarheit der Entscheidungen, über die Kraft in Krisenzeiten, den Mut, den ersten Schritt zu tun, über die Freude an Versöhnung und Gerechtigkeit. Glaube ist ein Geschehen zwischen Dir und mir, zwischen Gott und Mensch – das aber natürlich trotzdem nach außen hin sichtbar und spürbar werden kann.

Davon erzählen Worte und Taten von Menschen, die in ihrem Beruf, in der Familie und in der Freizeit als Menschen, die auf Gott vertrauen, leben. Vielleicht ganz still und unbemerkt. Vielleicht öffentlich sichtbar. Auf jeden Fall getragen von der Überzeugung, dass es gut ist, sich einzubringen – als Anwälte des Lebens. Zum Beispiel Ingeburg und Werner. Statt im Ruhestand die Füße hochzulegen, entwickelten sie gemeinsam mit dem Diakonischen Werk die Idee, mit dem „Zahnmobil – Hilfe mit Biss“ bedürftigen Menschen eine Zahnbehandlung zu ermöglichen. Ihr Engagement lindert die Not da, wo sie am größten ist. In und im Umkreis einer Großstadt bietet das Ehepaar gemeinsam mit anderen Zahnärzten und weiteren Mitarbeitenden Behandlungen an – auch, wenn etliche der Patienten nicht krankenversichert sind. „Es ist ein tolles Gefühl, anderen zu helfen“, sagt Ingeburg. Entscheidend ist neben der medizinischen Versorgung auch, dass die Patienten durch dieses Angebot Wertschätzung und Aufmerksamkeit erfahren – etwas, was ihnen im Alltag oft fehlt.

Menschen in unserer Kirche geben ihre Zeit und ihre Kompetenz für andere. Gut, dass es sie gibt. Das ist ein Beispiel für einen Glauben, der lebt und wirkt. Christlicher Glaube tut der eigenen Seele gut und hat zugleich eine gesellschaftliche, soziale, politische Dimension. Wer Gott liebt, liebt auch den Nächsten wie sich selbst. Und das kann man sehen und spüren. So soll es sein.

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Susanne Briese

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Susanne
Briese
Superintendentin
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27356
Rotenburg
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Fax: 
(04261) 630 39 19
Sa. 01.04.17
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Monatsspruch
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Lk 24,5-6

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Fr. 24.02.17
Wochenspruch
Wochenspruch
Wochenspruch

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebr 3, 15)

Feiertag

Sexagesimae (2. Sonntag vor der Passionszeit)

Erklärung

Was führt zum Erfolg im Leben? Ist ein Erfolg messbar? Welche Maßstäbe gelten unter uns? Welche Maßstäbe gelten für den Glauben? Der zweite Sonntag vor der Passionszeit stellt mit seinen Texten diese Fragen.
Offensichtlicher Misserfolg, menschliche Schwächen und das weltliche Urteil darüber müssen nicht entmutigen. „Hundertfache Frucht“ ist den im wahren Wortsinn Rechtschaffenden möglich und ihre Schwächen werden von Gott anders bewertet.
Der Name des zweiten Sonntags vor der Passionszeit, Sexagesimae, beziffert die Tage bis zum Osterfest. Sechzig so die deutsche Bedeutung, genau gezählt sind es 56 Tage..

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Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Mi. 01.02.17
Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage
KDA (Kirchlicher Die…
Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage

Eine Geschichte: Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage

1999 ging die Evangelische Kirche in Deutschland mit diesem Slogan an die Öffentlichkeit. Sie schaltete Video-Clips in Kinos, verteilte tausende Aufkleber und hängte vielerorts Plakate auf. Die Kampagne war ein großer Erfolg. Denn sie erzählt in sieben (!) Worten eine Geschichte: Die Arbeit hat ein Ende, selbst Gottes Arbeit. Menschen brauchen gemeinsame Freiräume zum Entspannen, zum Spielen, zum Träumen. Ruhe – buchstäblich gedacht – unterbricht den Lärm, das Geschrei und das Getöse des Alltags. Es gibt ein Genug an Arbeit und Tätigkeit, Wachstum und Entwicklung, weil genug für alle da ist.

 

Die Gegengeschichte: Ein flexibler Sonntag tut allen gut

Derzeit wird im Landtag in Niedersachsen um ein
neues Ladenöffnungsgesetz gerungen, weil das
Verfassungsgericht die alte Regelung gekippt hat.
Vordergründig wird hier auf gesetzlicher Ebene
der Kampf im Einzelhandel um Marktanteile ausgetragen.
Shopping-Malls gegen Online-Handel,
Innenstädte gegen Randlagen, Kleinstädte gegen
Großstädte. Ein Mehr an Profit? Schwerlich. Der
Kuchen, der zu verteilen ist, bleibt ja gleich groß.
Hintergründig erzählt das Streben nach mehr verkaufsoffenen
Sonntagen auch eine Geschichte:
Shoppen ist Freizeit, Kaufen macht glücklich und
Konsum entspannt. Es reicht doch, wenn jede und
jeder seine ganz individuellen Freiräume hat. Flexibilität
ist das, was doch alle wollen und was allen
gut tut. Regelungen behindern die individuelle
Freiheit.
 

Die Geschichte vom Wandel: Es kann nicht einfach immer so weitergehen
Bei vielen Besuchen und Gesprächen in Betrieben
stelle ich ein Unbehagen fest. Immer mehr Menschen
spüren: Unser heutiges Arbeiten und Wirtschaften
steht vor einem umfassenden Wandel. Allein im
Blick auf Klimawandel und Ressourcenverbrauch
kann es nicht einfach immer so weitergehen mit dem
„Wirtschaftswachstumswahnsinn“, um ein Wort von
Frithjof Bergmann aufzugreifen. Immer mehr Menschen
erkennen: In der heutigen Logik immer mehr
Teile unseres Lebens zu ökonomisieren steckt eine
Gefahr, die uns zu vergiften droht, weil die gemeinsamen
Räume jenseits aller Flexibilitätsbestrebungen
verloren gehen. Immer mehr Menschen ahnen: Ohne
Sonntag gibt es nur noch Werktage – und jeder noch
so kleine Schritt in diese Richtung ist eine Schreckensgeschichte.
 

Die Hoffnungsgeschichte: Der siebte Tag unterbricht heilsam alles Tätigsein
Christliche Kirchen, Judentum und Islam erzählen
übereinstimmend die Geschichte von einem siebten
Tag. Einem Tag, der den Rhythmus des Tätigseins
unterbricht, weil Leben mehr ist als Arbeiten. Und
auch mehr als sich an diesem Tag nur wieder für die
Arbeit zu erholen. Diese Geschichte ist heilsam und
stimmt hoffnungsvoll. Sie führt uns heraus aus der
ewigen Entwicklungslogik des immer mehr, immer
besser, immer perfekter, immer effizienter. Sie öffnet
Räume. Ungeahnte, ungekannte, unvorhergesehene,
unvorhersehbare, unverplante Räume. Verspielte Räume,
die uns gut tun. Das ist die Hoffnung des siebten
Tages. Es lohnt sich dafür zu streiten.

 

 

WORTMELDUNG Februar 2017 „Ohne Sonntag gibt es nur noch Werktage“
Autor: Dr. Matthias Jung
Landessozialpfarrer & Leiter des Fachbereichs Kirche, Wirtschaft, Arbeitswelt
jung@kirchliche-dienste.de
V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3, 30169 Hannover
Fon: 0511 1241-449
 

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KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
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(0511) 1241-449
So. 15.01.17
Das neue Jahr: Chancen und Risiko
Hilke Bauermeister
Das neue Jahr: Chancen und Risiko

Die ersten beiden Wochen des neuen Jahres liegen hinter uns. Die Schule hat wieder begonnen. In den Betrieben sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Ferien zurück. Man hatte Gelegenheit genug allen ein frohes neues Jahr zu wünschen. Wir haben die Schwelle zum Jahr 2017 überschritten. Der Alltag hat uns wieder. Und doch erscheint die Frage, was das Jahr wohl bringen wird, noch angebracht: Gut zwei Wochen liegen hinter uns, 50 werden noch kommen, bis wir wieder Silvester feiern. – Der eine freut sich womöglich, weil er Schönes erwartet. Ein anderer sieht vielleicht skeptisch in die Zukunft. Aus Erfahrung weiß man, dass nicht jeder Tag freudige Erwartungen erfüllt. Und vielleicht gibt es auch Menschen, die den kommenden Wochen mit Sorge entgegensehen, weil unangenehme Termine schon festgelegt sind für Prüfungen oder für Krankenhausaufenthalte. Das neue Jahr: Chance und Risiko.

Wenn Risiken Angst machen, tut es gut, sich klar zu machen, dass wir nicht allein mit allem fertig werden müssen. Da sind vielleicht Freunde und Verwandte, auf die man zählen kann. Und da ist auch noch Gott! Er hat versprochen uns beizustehen Stunde um Stunde, Tag für Tag. Ihm können wir klagen, was schwer ist. Ihm können wir danken, was uns froh macht. Ihn können wir um Kraft und Mut bitten: „Wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, steh mir zur Seiten. Lass dies sein ein Jahr der Gnaden, hilf ab von allem Schaden“ (nach Ev. Gesangbuch, Nr. 61, Strophen 2 und 3). Mit diesen Versen aus dem Gesangbuch grüßt Sie herzlich Hilke Bauermeister, Ihre Pastorin aus der Auferstehungsgemeinde Rotenburg.

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Hilke Bauermeister

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
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Pastorin
Berliner Ring 19
27356
Rotenburg
Sa. 07.01.17
Rufe mich an...
Rufe mich an...

Und wann haben Sie das letzte Mal mit Amerika telefoniert? Vielleicht der fernen Tante ein frohes neues Jahr bzw. eher ein „Happy new year“ gewünscht. Oder doch eher mit Spanien telefoniert? Letztes Jahr, als die Kinder dorthin geflogen sind, eben angerufen haben, dass sie gut gelandet sind. Schon erstaunlich, was heute so möglich ist. Dabei gibt es dieses Telefonieren zwischen fernen Kontinenten schon etwas länger. Heute am 7. Januar vor 90 Jahren gab es zum ersten Mal eine Telefonverbindung zwischen der alten und der neuen Welt. London und New York, die Zentren der Macht, nur einen Anruf entfernt. Nun war es nicht ganz so einfach wie heute: Nummer wählen und anrufen, nein. Aber es war schon eine Übertragung per Funk – Handyanruf sozusagen. Seekabel sollten erst später kommen. Aber wie wichtig sollten diese langen Leitungen noch werden! Das rote Telefon – der heiße Draht zwischen dem weißen Haus und dem Kreml. Sinnbild für den Versuch, folgenschwere Missverständnisse zu vermeiden.

Ich wünsche mir auch heute ein ums andere Mal einen solchen Anschluss, um zu verstehen, was da eigentlich zwischen Krisen und Populismus auf unserer Welt so gehörig schief läuft. Einen solchen Anschluss aber haben wir alle. Heißer Draht nach oben sozusagen. Gott sagt selbst: „Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt.“ Ja, das könnte dieser Tage wirklich nicht schaden, so große und gewaltige Dinge gezeigt zu bekommen! Im Gebet. Schon immer drahtlos.

So. 01.01.17
Lukas 10,5
Monatsspruch
Lukas 10,5

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus

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Sa. 31.12.16
Falsche Propheten
Roger Moch
Falsche Propheten

Anfang eines Jahres haben Hellseher und Wahrsager Konjunktur. Immer wieder spielen sie mit unseren Ängsten und sagen häufig völlig unhaltbare Dinge voraus. Fast überall kann man lesen oder hören, dass das Jahr 2016 genauso schlecht aufgehört habe, wie es angefangen hat. Aufgehört mit dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, angefangen mit den Vorfällen auf der Kölner Domplatte. Ich verstehe jeden, der so etwas sagt und den Kopf dabei schüttelt. Doch Angst schüren und Stimmungsmache betreiben gehört nicht zu einer lebendigen Demokratie. Kritisch sein und auf Missstände hinweisen, das ist viel hilfreicher in einer freien und atmenden Gesellschaft. Einige Propheten aus dem Alten Testament, z.B. Amos und Micha, waren sehr sozialkritisch eingestellt und wollten keine Kaffeesatzleserei betreiben, sondern die Missstände in der damaligen Gesellschaft anprangern. Sie machten aufmerksam auf gewinnsüchtige Kaufleute und prunksüchtige Oberschichten, die auf Kosten der Armen lebten, lehnten Kriege und den Missbrauch von Macht ab.

Das ist ungefähr 2800 Jahre her. Und heute? Mir fallen ähnliche Missstände ein: Millionen Flüchtlinge auf der ganzen Welt, eine riesige, neue Völkerwanderung. Ich denke an afghanische Flüchtlinge in unserer Berufsschule, die teilweise in kürzester Zeit die deutsche Sprache lernen, bildungshungrig sind und jetzt Angst haben, einfach abgeschoben zu werden, weil Afghanistan wieder als sicheres Land eingestuft wird. Da frage ich mich, wer bestimmt, wo auf der Welt es sicher oder unsicher ist?

Was können wir da machen, damit diese spannungsgeladene Stimmung nicht weiter anschwillt?

Der Apostel Paulus hat in einem Brief den ersten Christen in der Welthauptstadt Rom einen Rat gegeben. Er empfiehlt den Christen dort: „Haltet fest am Guten!“ (Röm 12, 9) Mitten im Meer von Gewalt und Unrecht: „Haltet fest am Guten!“ Klammert euch daran, wie ein Schiffbrüchiger an ein Treibholz. Wenn er loslässt, wird er untergehen. Dann wird das Böse ihn mitreißen in die Tiefe.

Haltet euch also an das Gute! Glaubt also nicht denen, die sagen: Es hat keinen Sinn, sich Mühe zu geben. Glaubt nicht denen, die sagen: Schluss jetzt mit dem Gutmenschentum.

Mich überzeugen Solidarität und Hilfsbereitschaft in einer Demokratie. Vor der Herrschaft der Straße haben schon alte griechische Philosophen wie Platon, Aristoteles und Polybios gewarnt.

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Roger Moch

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