Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Mi. 01.07.20
Geh aus mein herz
Ralf Meister
Geh aus mein herz

Liebe Schwestern und Brüder in den Kirchengemeinden!

„So schmeckt der Sommer!“ Über einige Jahre summte uns eine Eiswerbung die Antwort ins Ohr. Eis und Sommer, Sonnenschein und freie Zeit – das gehört zusammen. Sommerzeit ist gnädige Zeit, ist Leichtigkeit und Lebensfreude. Die Tage ausklingen lassen, ihre Schönheit genießen auf der Terrasse am Abend. Am nächsten Morgen die Frische einatmen, die sich über Nacht breit gemacht hat und die Kühle ins Haus lassen. So schmeckt der Sommer.

Zum Sommer gehört auch eines der meistgesungenen Lieder aus unserem Gesangbuch: „Geh aus mein Herz und suche Freud!“ Die meisten können es auswendig, zumindest die ersten Strophen. Ein fröhliches Loblied auf die Natur. Ein Freund erzählte mir jüngst, als er bei einem Spaziergang mit Kollegen umherzog und dieses Lied sang, hatten einige Tränen in den Augen, weil es das erst mal in diesem Jahr war, dass sie diesen Klassiker lauthals intonieren konnten. In diesem Jahr zieht ein „Aber“ durch die Strophen dieses Liedes und durch den Sommer. Traurigkeit über verlorene Tage, für die der Sommerurlaub an fernen Orten geplant war. Schmerzvolle Erinnerungen an Monate, in denen persönliche Begegnungen fehlten, an die alleingelassenen Eltern, nahe Angehörige. Und trotzdem: Die Schwalben jagen durch die Luft, der Lavendel blüht und duftet, Sommergewitter ziehen übers Land. Es ist Sommer. Ein Sommer in dem viele Menschen Trost brauchen.

Paul Gerhardt lädt uns ein. Oder besser: Wir selbst müssen uns einladen. Welche Bilder sammeln wir, die bedeutsam und tröstend sind? Paul Gerhardt und die Menschen seiner Zeit dachten bei dem Wort „Schwalbe“ nicht nur an den Zugvogel, sondern auch daran, dass die Schwalbe ein Bild für Christus ist. Die nistende Schwalbe ist in der Bibel Sinnbild für die Geborgenheit des Gottsuchers bei Gott (Ps 84,4), ihr Zwitschern ein Bild für inniges Beten (Jes. 38,14). Paul Gerhardt lenkt unseren Blick auf die Schafe und ihre Hirten. „Ich bin der gute Hirte“ lesen wir im Johannesevangelium. „Und die Schafe kennen meine Stimme und sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben.“

Die Natur ist wahrlich nicht nur voller Harmonie, auch das Covid-19 ist ein Teil der Natur. Aber die Schöpfung kann uns in die Schönheit des Lebens einführen und zugleich für unsere Endlichkeit sensibilisieren. Wir gehen hinaus und schicken unser Herz auf die Suche. Wir ermuntern uns selbst: Geh! Die sommerliche Veränderung beginnt mit einer Selbstaufforderung. Aufbrechen und eigenen Sommerbilder suchen.   Tröstende Bilder. Hoffnungsvolle. Aus dem Michaeliskloster in Hildesheim kam die Idee, unter #GehAusMeinHerz in den sozialen Netzwerken Bilder dieses Trostes zu sammeln. Wenn sie digital unterwegs sind: Machen Sie doch mit! Ob digital oder analog: Trostsuchende sind wir in diesem Sommer und schicken unser Herz auf die Reise. Und wir werden einen Vorgeschmack auf Gottes Ewigkeit finden: Seine Gnad.

 

Einen erfüllten Sommer wünscht Ihnen

Ralf Meister

Landesbischof der Ev. luth. Landeskirche Hannovers

 

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Ralf Meister

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So. 24.05.20
Wann reißt der Himmel auf?
Amely Lißner
Wann reißt der Himmel auf?

Wann reißt der Himmel auf?

 

„Wann reißt der Himmel auf, auch für mich?“ fragt die Gruppe Silbermond und hat verschiedene Leute interviewt, was für sie eigentlich Glück sei.

„Wenn die Sonne scheint“, war eine Antwort, oder: 

„Wenn ich mit meiner Familie zusammen sein kann“,

„Sechs Richtige im Lotto“, „Wenn ich den Führerschein bestehe“,

„Wenn jemand mich liebt“ –

ganz unterschiedliche Antworten haben die Leute gegeben. Manche klingen zufrieden: Sie scheinen ihr Glück bereits gefunden zu haben.

 

Bei anderen klingt Sehnsucht mit nach etwas, das ihnen momentan fehlt.

Vielleicht haben ja andere in meiner Umgebung das, was ich mir wünsche: einen richtig guten Freund oder genügend Geld. Vielleicht lebt jemand mit seiner Familie zusammen, eine andere lebt allein und ihr fällt zur Zeit die Decke auf den Kopf. Vielleicht geht es anderen besser als mir, obwohl sie oft richtig fies sind. Die eine ist fleißig und hat die Prüfung nicht geschafft. Ein anderer schummelt und kommt durch. Fair ist das nicht.

 

Da kann man nicht nur neidisch werden, sondern auch bitter. So jedenfalls geht es Asaf. Asaf sieht sich in der Welt um und es geht ihm an die Nieren. Aber irgendwann bekommt er eine andere Sicht auf das Leben und auf das, was wirklich zählt.

 

Asaf entdeckt, dass er schon den besten Freund an seiner Seite hat: „Du hältst mich an meiner rechten Hand.“ Asaf merkt, dass Gott ihn begleitet und lässt sich von ihm führen; er nimmt Gottes Rat an, orientiert sich an ihm. Lachend sagt er: „Gott nahe zu sein ist mein Glück!“(Psalm 73). Für Asaf ist der Himmel offen. Das wünsche ich auch euch und Ihnen in diesem Frühjahr 2020!

 

Amely Lißner

 

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So. 17.05.20
Du und ich
Amely Lißner
Du und ich

Du und ich  

Du, Gott,

findest mich am dunkelsten Ort

und öffnest mir den Himmel. 

 

Güte breitest du aus vor mir

wie einen reich gedeckten Tisch.

 

Du sprichst zu mir im Lärm meiner Gedanken

wie eine leise, schöne Melodie.

 

Ich stimme ein und singe dir

ein Lied vom schönen, schweren Leben.

 

Du trägst mich unbemerkt und weise

und wenn ich falle,

bist du da.

 

Federgleich ist dein Schritt,

der mich hier und dort begleitet.

 

Du atmest in mir

und ich begreife nichts davon. 

 

Nur weil du da bist, lebe ich. 

 

Lutz Tietje, Buxtehude 

   

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Mi. 13.05.20
Wir sind umgezogen
Dr. Michael Blömer
Wir sind umgezogen
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So. 19.04.20
Viel Gutes in einer beklemmenden Zeit
Rolf Hirte
Viel Gutes in einer beklemmenden Zeit

Vorsicht ist geboten! Es könnte auch mich treffen. Besser zu Hause bleiben. Angst ist da und die bange Frage: “Wann werden sich die Zeiten wieder bessern?“ Ich glaube viele von uns wissen wie sich das anfühlt, was ich da gerade beschrieben habe.

So oder ähnlich – denke ich – werden sich damals vor 2000 Jahren die Menschen in Jerusalem gefühlt haben, die Jesus gefolgt waren. Er, auf den sie große Hoffnungen gesetzt hatten, war hingerichtet worden. Und nun hatten seine Anhänger Angst, dass Ihnen das gleiche Schicksal drohen könnte.

Doch ab dem dritten Tag nach seiner Kreuzigung verbreitet sich die Nachricht, dass der Gekreuzigte wieder da sei, dass er lebe, dass er auferstanden sei. Und die Anhänger und Freunde Jesu fangen an seine Botschaft von dem menschenfreundlichen Gott weiterzusagen.

Deshalb können wir heute den uns liebenden Gott als Vater anreden, deshalb feiern wir auch hier bei uns Ostern; auch wenn es dieses Jahr anders war als sonst, manches fehlte.

Doch das Wichtigste, weshalb wir ja überhaupt Ostern feiern, hat ja stattgefunden: Die Osterbotschaft, dass das Leben über den Tod siegt, ist ja weitergetragen worden:

Ich sehe viel Gutes, was in dieser für viele so beklemmenden Zeit ja auch geschieht: Menschen achten auf einander, helfen gerade den Schwächsten, verzichten auf manches, was ihnen Spaß macht, damit die, die durch das Coronavirus besonders gefährdet sind, bessere Chancen haben, diese Krise zu überstehen. Großartig!

Für mich sind das Dinge, die mich in meinem Glauben stärken: Gott lässt das, was Leben fördert, triumphieren über das, was Leben einschränkt und kaputtmacht.

 

Gott geleite Sie durch diese Zeit,

Pastor Rolf Hirte

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So. 12.04.20
Ostern fällt nie aus
Dr. Michael Blömer
Ostern fällt nie aus

Am frühen Ostermorgen entdeckten sie es. Die Grabeshöhle war leer. Der Leichnam nicht mehr da. Am Abend saßen die engsten Freunde von Jesus zusammen. Nach wie vor fassungslos. Schweigend und voll Sorge. Ihr Meister am Kreuz gescheitert. Ihre Hoffnungen dahin. Alles schien verloren.

Und dann war er mit einem Mal da. Mitten unter ihnen. Als Lebender. Fast 2000 Jahre ist es her. Wie ist die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus von Nazareth vorstellbar? Wir wissen es nicht. Aber sie hat seine Anhänger völlig verändert. Ihre Erstarrung gelöst, ihre Angst genommen und sie mit Freude erfüllt. Aus dieser kleinen Jüngerschar ist eine große Bewegung geworden, die heute die ganze Erde umspannt. Kein Ereignis hat die Geschichte der Welt mehr geprägt.

Jedes Jahr zu Ostern feiern Christen dieses Wunder des Lebens. Seit 2000 Jahren. Sie rufen und singen: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“

Nun fallen die Gottesdienste zu Ostern in vielen Ländern aus. Zum ersten Mal in der Geschichte der Christenheit.

Aber Ostern fällt nicht aus. Gerade in diesen Tagen ist es wichtiger denn je. Es erinnert mich daran: Gott trägt und begleitet mich. Im Leben und im Sterben. Und auch darüber hinaus. Das gibt mir Kraft für mein Leben. Im Osterlicht leuchtet Hoffnung für diese Welt.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest

Ihr Michael Blömer, Superintendent

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Sa. 11.04.20
Ein Wort des Bischofsrates der Evangelisch-…
Landesbischof Ralf M…
Ein Wort des Bischofsrates der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zum Osterfest 2020

„Friede sei mit euch“

Ein Wort des Bischofsrates der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zum Osterfest 2020

Ostern findet statt. Auch wenn derzeit alles anders ist. Dass Ostern stattfindet, hat Gott selbst entschieden, als er seinen Sohn von den Toten auferweckt hat. Die Nachricht von der Vergänglichkeit des Todes und von der Unvergänglichkeit der Liebe bleibt in der Welt. Und sie verändert die Welt zum Guten. Sie gibt Menschen Trost, Kraft und Hoffnung zum Leben. „Der Herr ist auferstanden!“ wird im Osternachtgottesdienst gerufen. „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ antwortet die Gemeinde.

In diesem Jahr ist den christlichen Gemeinden die Möglichkeit genommen, Ostergottesdienste in den Kirchen zu feiern. Das schmerzt uns sehr. Wir werden den ersten Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung ähnlich. Die haben sich ängstlich versteckt, bis Jesus Christus sie in ihrem eigenen Haus wieder aufgesucht und mit den Worten begrüßt hat: „Friede sei mit euch!“. Wir bleiben aus anderen Gründen in unseren Häusern. Wir sind traurig und bedauern, dass die Kirchen geschlossen bleiben, aber wir haben kein Selbstmitleid. Wir wollen unter denen gefunden werden, die dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Wir wollen unter denen gefunden werden, die unser Gesundheitssystem arbeitsfähig halten, damit es Leben retten kann. Wir denken besonders an erkrankte und hoch gefährdete Menschen. Wir denken an die Geschwister in allen Teilen der Welt. Wir denken an die Geflüchteten und Schutz suchenden Menschen. Sie sind der Pandemie stärker ausgeliefert als wir.

Mit Wucht erleben wir die Grenzen des Machbaren. Die globalen Ohnmachtserfahrungen lösen ein neues Nachdenken über die Unverfügbarkeit des Lebens aus. Der Umgang mit dem Unverfügbaren ist christlichem Glauben vertraut. In aller Hilflosigkeit suchen wir Geborgenheit bei Gott und vertrauen der Zusage Jesu: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

Distanz halten zu müssen, macht Kirchengemeinden hoch kreativ, Menschen auf lange vergessene oder nie erprobte Weise nahe zu sein. Wir merken, dass auch der vorübergehende Verzicht auf direkte körperliche Nähe ein Liebesbeweis sein kann. Mehr als sonst sind wir für den Dienst der Unsichtbaren dankbar, den Dienst der Betenden, der Mutmachenden, der helfenden Hände. Wir danken allen, die einander beistehen. Gott segne Sie!

Wir sind dankbar für den Dienst aller Menschen, die unsere Gesellschaft versorgen. Wir sind dankbar für alle neuen Formen von Nachbarschaftshilfe und wechselseitiger Aufmerksamkeit. Das alles wird nach dieser bösen Zeit nicht ungeschehen sein. Wir wünschen uns, dass wir von der Hoffnung dieser Tage länger erzählen werden als von der Angst.

Es steht viel auf dem Spiel: Der Schutz des Lebens, die Würde jedes Menschen, die Freiheitsrechte, der Wohlstand unseres Landes, die berufliche Existenz Vieler, Kultur und Künste. Wir vertrauen darauf, dass in den notwendigen Abwägungen dieser Wochen verantwortliche politische, rechtliche und ethische Entscheidungen gefunden werden. Im Ringen um gute Lösungen werden auch Fehler gemacht. Lasst uns barmherzig miteinander sein.

Wir sind gewiss, dass die Nachricht von der Vergänglichkeit des Todes und von der Unvergänglichkeit der Liebe in der Welt bleibt. Wir lesen von ihr in den Ostererzählungen der Bibel. Oder wir hören von ihr in Internet-Angeboten, in Radio- und Fernsehgottesdiensten. Ostern findet statt.

Der Herr ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Landesbischof
Ralf Meister

Die Regionalbischöfin und die Regionalbischöfe
Dr. Petra Bahr, Dr. Hans Christian Brandy, Eckhard Gorka, Dr. Detlef Klahr, Dieter Rathing

 

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Mo. 16.03.20
Vieles, was uns wie selbstverständlich…
Landesbischof Ralf M…
Vieles, was uns wie selbstverständlich erschien, ...

Vieles, was uns wie selbstverständlich erschien, wird momentan fragwürdig. Gemeinschaft und Nähe sind gefährlich. Gesundheit ist keine Privat- oder Familienangelegenheit, sondern wird in der Weltgesellschaft verspielt oder verantwortet. So entlarvt Covid-19 gewohnte Sicherheiten. Verantwortliches Handeln braucht jetzt Nüchternheit, Mut in den Entscheidungen und Rücksicht auf die Menschen, die zu den Risikogruppen gehören. Aus Sicht der Virologen muss die Ausbreitung des Virus konsequent entschleunigt werden. Zu einem guten Zeugnis in dieser Welt gehört, mit aller uns möglichen Konsequenz zur Bewältigung dieser Krise beizutragen. Am 10. März erinnerte der Lehrtext der Herrnhuter Losung: „Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2 Tim 1, 7). Aus Liebe, vor allem aber auch in Besonnenheit handeln wir. Bleiben Sie behütet!

Ihr Ralf Meister

 

(Quelle: https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachric...)

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So. 01.12.19
Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht…
Monatsspruch
Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des
Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.
Jes 50,10 (E)

 

Bisherige Predigten oder Andachten finden Sie unter: https://www.kirche-rotenburg.de/leben-glauben/geistliche-impulse/andachten

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So. 14.07.19
Einer trage des anderen Last
Kathrin Frost
Einer trage des anderen Last

Nun sitze ich in meinem Büro. Nur noch wenige Tage bis zum Jahresurlaub. Mein Kalender hat sich tatsächlich geleert und ich habe Zeit, Aufgaben abzuschließen, über vergangene Veranstaltungen noch mal nachzudenken und auch ein paar neue zu planen.
Mein Schreibtisch ist schon recht gut aufgeräumt, und allmählich merke ich, wie sich nach und nach Entspannung breit macht. In diesem Jahr habe ich das geschafft, von vielen anderen Kollegen weiß ich, dass es bei denen noch sehr hektisch und mit vielen Terminen vor dem Urlaub zugeht.
Das 1. Halbjahr 2019 ist – gefühlt – wieder sehr schnell vergangen. Es gab viele Höhepunkte, die ich fröhlich und mit Motivation erleben konnte. Zum Glück war ich nie allein. Es gab immer ein Team, das mit vorbereitet und durchgeführt hat. Menschen, die an den Veranstaltungen mitgewirkt und teilgenommen haben und so viel Freude daran hatten.
Es ist so schön, wenn man merkt, was alles möglich ist, wenn mehrere Menschen gemeinsam etwas anpacken und erleben.

Nun sitze ich also in meinem Büro und freue mich über das, was geschafft ist, auf meinen bevorstehenden Urlaub und die zweite Jahreshälfte mit all ihren Herausforderungen.

Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich auf der Internetseite www.kirchenjahr-evangelisch.de welche Bibeltexte für den kommenden Sonntag dran sind. Und als Bibelvers für die kommende Woche lese ich Worte, die aus einem Brief von Paulus an eine der ersten Christengemeinden stammen. Worte, die so passend sind zu meinen gerade geschilderten Gedanken.
„Einer trage des anderen Last“: Gemeinsam unterwegs sein, gemeinsam die Aufgaben schaffen, den Weg finden und sich freuen, dass man gemeinsam Hindernisse und Aufgaben bewältigt kann.

So ist der Wochenspruch aus dem Galaterbrief für die kommende Woche – für mich – immer wieder praktisch erlebbar. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie das in ihrem Alltag erleben.

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So. 23.06.19
Was für ein Vertrauen …
Peter Handrich
Was für ein Vertrauen …

Was für ein Vertrauen … Unter diesem Motto haben sich in diesen Tagen rund hunderttausend Menschen getroffen. Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag haben sie miteinander gesungen, gefeiert, diskutiert und einander von den guten Projekten erzählt, die es landauf, landab unter dem Dach der Kirche und auch nebenan alle so gibt.

Das Motto hat vor gut 2.600 Jahren in einem Krieg eine Rolle gespielt – Assyrien bedroht das übrig gebliebene südliche Israel, genannt Juda, mit einer überwältigenden Heeresmacht. Juda ist ein winziger Kleinstaat, der im nahen Osten zwischen allen Regionalmächten steht.

Aber der König Hiskia gibt nicht auf und betet zu Gott. Das ist immer eine fragwürdige Handlung, jedenfalls, wenn es ums Gewinnen eines Krieges geht, denn die Soldaten auf der anderen Seite sind schließlich auch Menschen. Und es ist im Krieg nie Gott, der auf der Seite der einen steht und nicht auf der Seite der anderen, es ist immer nur eine Idee vom eigenen Volk, die Krieg überhaupt erst auslöst – vom eigenen Volk, das natürlich wichtiger auf der Welt ist als alle anderen Völker. Gott hat nichts damit zu tun.

Hiskias Gebet ist ganz konventionell. Die Prediger der Kaiserzeit hätten es im Ersten Weltkrieg genau so formuliert.

Aber Gott hört aus diesem Gebet offenbar etwas ganz anderes. Die Assyrer ziehen ab. Sie zerstören Jerusalem nicht. So steht es nicht nur in der Bibel, so kann man es auch archäologisch nachweisen.

Warum ziehen sie ab? Haben sie verstanden, dass Frieden ein wichtigeres Gut ist als Vorherrschaft? Glauben sie plötzlich nicht mehr an »Assur first«? Oder sind sie es einfach nur Leid und wollen nach Hause zu den Frauen und Kindern?

Was für ein Vertrauen ...

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So. 09.06.19
Pfingstwunder
Pfingstwunder

Wie verbringen Sie die Pfingsttage? Gibt es bei Ihnen Spargel am Pfingstsonntag? Oder machen Sie vielleicht eine Radtour am Tag darauf? Wünschen Sie den Menschen, die Sie treffen, frohe Pfingsten?

Die Bibel erzählt vom Pfingstwunder. Mit Windesbrausen kam der Geist Gottes über die Jünger und brachte sie dazu, so von Jesus zu erzählen, dass einfach jeder verstehen konnte, was sie sagten. Jesu enge Vertraute empfingen den Heiligen Geist wie eine Gabe vom Himmel her. Und dann geschah etwas, das die ganze große Stadt Jerusalem erfasste. Menschen aus verschiedenen Ländern hörten die Jünger so von Jesus sprechen, dass eine jede und ein jeder die eigene Muttersprache hörte. Jeder, der den Jüngern zuhörte, konnte verstehen, worum es ging, als sie von Jesus, dem Sohn Gottes, predigten.

Das ist das Pfingstwunder. Sprachbarrieren werden überwunden. Grenzen fallen weg. Was Menschen voneinander trennt, das wird nichtig und klein. Gottes guter Geist ist da, und die Menschen finden zueinander. In einem Kirchenlied aus alter Zeit wird der heilige Geist so beschrieben: „Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, dass uns betrübe Zorn, Zank, Has, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, dass durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind.“ (Evangelisches Gesangbuch 133, Strophe 7)

Bei den Pfingstgottesdiensten tun sich Christinnen und Christen zusammen, um daran zu denken, dass so viel Gutes durch Gottes Geist in der Welt ist. Am Pfingstmontag ist um 11 Uhr Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Pferdemarkt in Rotenburg. Dazu sind Sie herzlich eingeladen!

Sa. 01.06.19
AN(GE)DACHT
Dr. Matthias Wilke
AN(GE)DACHT

"Gut gebrüllt, Löwe!" "Gut geschienen, Mond!"

An einem Sommermorgen: Vor sich hin schlurfend kam er aus der Arztpraxis, ganz in Gedanken vertieft. Man sah ihn aus der Haustür kommend rechts auf den Bürgersteig einbiegen und dann am Kindergarten vorbei in die Richtung des Bushaltestellenhäuschens gehen. Er sah nicht nach rechts. Er sah nicht nach links. Gebückt schlurfte er vor sich hin, als ihm das kleine Mädchen mit dem Fahrrad in die Hacken fuhr. „Aua!“ schrie er auf, drehte sich - und sah in ein ängstlich lächelndes Gesicht. Ganz aufrecht stand er auf einmal da und hörte eine leise Stimme: „Tschuldigung! Sie haben den Zettel hier verloren.“ Und das Mädchen reichte ihm den Einkaufszettel, der ihm aus der Tasche geglitten war. „Gut gebrüllt, Löwe“, sagte er später zu sich selbst. Denn durch den Schreck und den Ärger hatte
er seine Kraft wiedergefunden, war herausgerissen worden aus seiner Gedankenversunkenheit, ging mit wachem Blick über die Straße und in den Supermarkt.

An einem Sommerabend: Eigentlich viel zu müde für alles kam sie nach Hause. Es war schon spät. Was sie nicht alles an Gedanken angesammelt hatte: bei der Arbeit, im Telefonat mit ihrer Freundin, ihrem Mann, da irgendwo auf Geschäftsreise, weshalb der Urlaub ja auch ausgefallen war. Sie schlich in den Garten, eigentlich viel zu müde, um noch draußen zu bleiben. Aber: Sommerabend. Nur für einen Moment setzte sie sich auf den Gartenstuhl, mehr aus Versehen als geplant. Da erkannte sie ihn: da am Himmel war ja der Mond. Den hatte sie auf ihrem Heimweg bisher total ignoriert, so sehr waren ihre Gedanken mit sich selbst beschäftigt gewesen. Doch jetzt schaute sie hin: Er war hell, der fast volle Mond, und ein wenig hatte er einen rötlichen Schimmer. „Bisschen kitschig“, dachte sie – und doch: hell und ruhig. Blick für Blick entdeckte sie mehr: eine Fledermaus, Flugzeugstreifen am Himmel und als sie sich runterbeugte, um ihren arbeitsschweren Füßen Schuhfreiheit zu geben, da wurde ihr klar, dass das, was dem Gras sein Mondglitzern gab, die leichte Feuchtigkeit war, die der Abend  brachte. Fast 20 Minuten saß sie so da – und hätte sie wer gesehen, er hätte sie lächeln sehen. „Gut geschienen, Mond“, dachte sie voll Freude und erinnerte sich an ein altes Buch, in dem das stand. Denn durch sein Licht, hatte sie ihre Neugier wiedergefunden. Für einen Moment war die Alltagsmüdigkeit wie weg und sie
wieder neugierig auf das Leben – und ging mit Schwung zu Bett.

In einer Sommernacht: „Wir werden, fürchte ich, in den Morgen schlafen, soweit wir in die Nacht gewacht“. Leise wiederholte er für sich die Worte, die er gerade gelesen hatte, und dachte kurz nach, bevor er weiterlas. Noch ca. fünf Absätze las er, dann schloss er das Buch und löschte die Leseleuchte. Fertig, fein!
Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ – mit all seinen schönen Worten. Es war schon nach 24.00 Uhr, doch er fühlte sich einfach wohl. Das Buch rief so viele Erinnerungen, Gedanken und Bilder in ihm wach – wie ein kleiner Urlaub. Er ging ins Haus. Als er ins Schlafzimmer trat, stupste er sacht seine Frau an, die schon seit einer Weile schlief, und sagte leise zu ihr: „Schlaf morgen ruhig mal aus. Ich mache mit den Kindern eine Morgenwanderung und dann, so um 10.00 Uhr, frühstücken wir alle zusammen im Garten.“ Und im Mondlicht, das ins Schlafzimmer fiel, sah er, dass sie lächelte – und dachte zufrieden: „Gut geflüstert, Löwe“.
„Freundliche Reden sind Honigseim“, lese ich in der Losung für den Monat Juni, im Buch der Sprüche Salomos, im 16. Kapitel, denn sie sind „süß für die Seele und heilsam für die Glieder“.

Matthias Wilke
 

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So. 02.06.19
Outfit für das Herz
Jutta Wendland-Park
Outfit für das Herz

Ich saß neben einem jungen Mädchen und sagte: „Sie sind hübsch angezogen!“ Sie lächelte und antwortete: „Das habe ich mir zusammenstellen lassen für diesen speziellen Anlass.“ Und dann zeigte sie mir, wie man bei bestimmten Anbietern online seine Daten eingibt und den Anlass nennt, zu dem man perfekt angezogen sein will. Dort wird man von erfahrenen Stylisten beraten, welches Outfit passt und wie man den eigenen Stil damit unterstreichen kann. „Und dann kommt das Paket mit allem, was man haben wollte“, erklärte sie abschließend. Zugegeben, es hatte funktioniert.

Viele Menschen legen großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Doch dabei wird nur auf das geachtet, was vor Augen steht. Und wie steht es mit dem inneren Erscheinungsbild? Mit den Charaktereigenschaften und den Werten, die einem Menschen wichtig sind? Was wäre, wenn wir uns ein Paket schicken lassen könnten, wo Dinge wie Zufriedenheit, Kraft, Geduld und Liebe zusammengestellt würden. Genauso, wie wir es bräuchten, um selbst glücklich zu leben und die Welt ein wenig besser zu machen.

In der Bibel spielt das Aussehen keine Rolle, sondern der Blick ruht auf dem Innenleben eines Menschen. Dort wird sozusagen ein Outfit für das Herz angegeben. Im Kolosserbrief im 3. Kapitel heißt es: „So zieht nun an ... herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“

Zwar lässt sich dieses Paket nicht in gewohnter Weise online bestellen, aber Gott hat die Verheißung gegeben, dass er den Menschen ein neues Herz und einen neuen Geist zu schenken vermag. Ich finde das ebenso eine attraktive Idee. Beides zusammen wäre perfekt.

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So. 19.05.19
Christliche Werte
Rolf Hirte
Christliche Werte

Christliche Werte“, was ist das eigentlich? Immer wieder, und in Zeiten des Wahlkampfes besonders, hört man von manchen Politikern, wir müßten unsere christlichen Werte verteidigen. Was genau sie damit meinen, wird meist nicht gesagt. Ich habe so manches Mal den Eindruck, dass es nicht in erster Linie um Dinge des Glaubens geht, sondern eher um eine bestimmte traditionelle Lebensweise. Meiner Meinung nach müsste aber alles, was christlich genannt wird, daraufhin befragt werden, wie es sich zu dem, was Jesus Christus gelehrt und gelebt hat, verhält. Da selten danach gefragt wird, scheint mir das Argument der Verteidigung christlicher Werte oft nur vorgeschoben zu sein, um ganz eigene Interessen durchzusetzen.

Darum, so finde ich, ist Vorsicht geboten bei so manchen „Verteidigern des christlichen Abendlandes“. Denn bei ihnen handelt es sich nicht um Menschen, die sich an der Person und dem Handeln Jesu  Christi orientieren. Jesus hat nicht nur den Menschen Gerechtigkeit widerfahren lassen, sondern darüber hinaus hat er immer wieder versucht, Menschen, die unverschuldet oder auch selbst verschuldet aus der Gemeinschaft herausgefallen sind, zurückzuholen zu den anderen. Er hat geholfen, vergeben, versöhnt, geheilt. Daran müßte sich meiner Meinung nach alles orientieren, was sich christlich nennt.

Wer an der Klärung der Frage, was denn christlich sei, interessiert ist, könnte die Gemeinschaft anderer Christen suchen, z.B. im Gottesdienst, könnte in der Bibel, in den Evangelien nachlesen und mit anderen darüber diskutieren. Denn nur durch aufeinander zugehen und mit einander reden kommen wir weiter.

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Mo. 08.04.19
Alles hat seine Zeit
Ralf Altebockwinkel
Alles hat seine Zeit

Seit Jahren ist es Tradition in unserer Kirchengemeinde, dass in der Fastenzeit alte Kleidung für das Hilfswerk in Bethel gesammelt wird. Immer wieder begegne ich dann Menschen am Gemeindehaus, die säckeweise ihre Altkleider für diesen guten Zweck abgeben. Besonders berührt mich, dass ich auch einige Witwer und Witwen sehe, von denen ich weiß, dass sie vor kurzem ihren Partner oder ihre Partnerin verloren haben. Was für Erinnerungen wohl in diesen Säcken stecken, denke ich mir dann. Welche Überwindung es wohl gekostet hat, die alten Schränke auszusortieren, die Säcke zuzuschnüren und dann wegzubringen. Was wiegt schwerer? Der Schmerz der Trennung oder die Freiheit nun Platz für Neues zu haben, das das Leben füllen kann?

Worte aus der Bibel kommen mir in den Sinn: „Alles hat seine Zeit: Suchen hat seine Zeit, Verlieren hat seine Zeit; Behalten hat seine Zeit, Wegwerfen hat seine Zeit.“ Das Leben ist immer voll von Aufbrüchen und auch von Abschieden – vom Aufbauen und auch wieder vom Einreißen. Das mag auf den ersten Gedanken ernüchtern: Jede Wurzel, die wir schlagen, muss irgendwann ausgerissen werden. Wir können das nicht ändern, das hat Gott so bestimmt, „damit wir in Ehrfurcht zu ihm aufschauen“, wie es im Buch Kohelet in der Bibel weiter heißt.

Aber wir können versuchen, die Zeit, die gerade dran ist, auch wahrzunehmen und anzunehmen. Darin, so scheint mir, liegt die hohe Kunst des Lebens – in den Worten Kohelets: „Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

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Ralf Altebockwinkel

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So. 24.03.19
Spätes Ostern
Spätes Ostern

Dieses Jahr ist Ostern am 21./22. April. Normalerweise wäre Ostern aber schon am 21./22. März gewesen. Das es nicht so ist, liegt an einer Regeländerung auf der Synode (Kirchenversammlung) von Karthago im Jahr 525. Danach wird der Frühlingsbeginn auf den 21.März 0 Uhr festgesetzt und von einem gleichmäßig auf einer Kreisbahn umlaufenden Mond ausgegangen. Nach 19 Jahren wiederholen sich die Mondphasen zum selben Datum. Denn 235 Mondmonate entsprechen ziemlich genau 19 Jahren von Frühlingsbeginn bis Frühlingsbeginn. Der so errechnete zyklische Vollmond kann vom wahren astronomischen Vollmondzeitpunkt um einen Tag abweichen. Der erste Vollmond nach dem 21. März in diesem Jahr ist daher Freitag, der 19. April. Der folgende Sonntag, der 21. April, ist der Ostersonntag. Das letzte Mal kam es 1962 zu einer sogenannten Osterparadoxie. Die nächste wird im Jahr 2038 eintreten. Die ursprüngliche Regel, Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond zu feiern, wurde im Jahr 325 nach Chr. auf dem Konzil von Nicäa, einer Stadt in Kleinasien, dem heutigen Iznik in der Türkei, beschlossen. Konzile sind Versammlungen aller Bischöfe und kirchlicher Würdenträger zur Aussprache und Entscheidung über Angelegenheiten der Kirche. Die Beschlüsse der Konzilien gelten in den orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche als bindend. Die evangelischen Kirchen haben im Allgemeinen keine feste Liste anerkannter Konzilien, erkennen aber die Ergebnisse der ersten vier Zusammenkünfte aus den ersten fünf Jahrhunderten an. Auf Ostern bezogen hat man verkürzt gesagt beim 1. Konzil von Nicäa entschieden, dass alle Christen Ostern am gleichen Tag feiern sollten. Das Datum des Osterfestes wurde deswegen für alle verbindlich auf den ersten Sonntag nach Frühlingsvollmond festgelegt. Mit dem Beschluss waren aber die Schwierigkeiten nicht endgültig beseitigt, weil die genaue Festlegung des ersten Frühlingsvollmonds Probleme mit sich brachte. Die genaue Berechnung ist auch nicht so einfach zu verstehen. Früher gab es da auch erhebliche Abweichungen innerhalb der Kirchen. Schließlich setzte ein römischer Abt auf Veranlassung von Papst Johannes I. im Jahre 525 n.Chr. die gebräuchliche Rechnung durch, die bis heute Bestand hat.

So. 17.03.19
Freiheit
Matthias Richter
Freiheit

Sind Sie ein freier Mensch? Zugegeben, das ist eine schwierige Frage, weil Freiheit

so vielschichtig ist.

Wenn Sie die folgenden Fragen bejahen können, sind Sie wahrscheinlich tatsächlich frei:

Können Sie eine Anschuldigung auf sich sitzen lassen, ohne sich sofort rechtfertigen zu müssen?

Können Sie mit anderen zusammen sein, die klüger oder erfolgreicher

oder schöner oder sonst was sind, ohne neidisch zu werden?

Können Sie eine gute Tat für sich behalten, ohne es an die große Glocke zu hängen?

Können Sie einen Tag lang leben, ohne daran zu denken, was andere von Ihnen denken könnten?

 

Ich bin überzeugt, dass wir selbst unser größter Sklaventreiber sind. Wir stecken so viel Kraft in unser Image: wie wir ankommen, was andere von uns denken.

Wir brauchen so viel Energie, dass andere uns so erleben, wie wir gern wären (und dann auch noch denken, wir seien wirklich so).

Wir brauchen so viel anstrengendes Versteckspiel, dass verborgen bleibt, was andere irritieren oder abschrecken könnte.

Damit sind wir leicht Sklaven unserer Angst, abgelehnt zu werden und anzuecken. Und Sklaven unseres Zwangs, zu gefallen und Anerkennung zu finden.

Wie wir mehr Freiheit gewinnen, ist ein Kernthema des christlichen Glaubens. Mein Wert steht fest, weil Gott mich so akzeptiert. Das heißt nicht, dass ich mich nicht verändern und entwickeln sollte.

Aber niemand hier hat das letzte Recht, mich zu bewerten oder zu beurteilen – außer eben Gott.

Deswegen ist das Vertrauen auf diesen Gott für mich der Weg zur Freiheit.

Der sagt zu mir (und Gott sei Dank nicht nur zu mir): Du bist wertvoll. Das ist die Quelle meiner Freiheit.

Wenn ich mich aber davon abhängig mache, was andere über mich denken, werde ich nie frei sein. Ich müsste mich jede Minute neu positionieren, um zu gefallen und Anerkennung zu finden.

Ein Kollege empfiehlt als Freiheitstraining heimliche gute Taten: Tun Sie immer wieder etwas Gutes, was garantiert verborgen bleibt, womit Sie weder Eindruck schinden noch Lob ernten. Machen Sie etwas Unpopuläres, was Sie sich nicht an die Brust heften können. Das ist ein Heilmittel gegen die Sucht zu gefallen und zu beeindrucken. Bei riesigen Nebenwirkungen wissen Sie, dass es anschlägt.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
Sa. 02.03.19
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium…
Dr. Matthias Wilke
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium und Theodor Fontane durch die Passionszeit

20 Minuten unter Bäumen – mit
dem Evangelium und Theodor
Fontane durch die Passionszeit

Vier Bäume möchte ich mit Ihnen „Von Turm zu Turm“ und rund um Kirchwalsede entdecken. Wir starten an einem Samstag (23. März) unter einem Apfelbaum in Westerwalsede, Dorfstraße 4. Dann treffen wir uns jeweils an den Freitagen (29. März, 5. April und 12. April), um 18.00 Uhr für 20 Minuten. In der Zeitung und den Schaukästen unserer Kirchen und Gemeindehäuser wird noch bekannt gegeben werden, in welchem Ort wir jeweils sind. Kommen Sie gerne, wenn es Ihnen passt, zu einem oder allen Treffen dazu. Bei den ersten beiden spielt der Posaunenchor Kirchwalsede, danach gehen wir aus dem eigenen Gesang weiter in das schweigende Hören auf die Natur. 2019 ist das 200. Geburtsjahr Theodor Fontanes. Der Apfelbaum, eine Wiese, die Linde und einen Birnbaum hat Fontane bedichtet. Seine Worte und die Bäume werden uns zur Brücke, die Passionsgeschichte Jesu wieder neu zu bedenken.Auf dass wir nicht in den Frühling stolpern, sondern bewusst auf Karfreitag und Ostern zugehen. Seien Sie herzlich willkommen!
Ihr Pastor Matthias Wilke

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Dr. Matthias Wilke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Matthias
Wilke
stellv. Superintendent
Goethestraße 20
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 630 39 10
Fax: 
(04261) 630 39 19
Fr. 01.03.19
Wir lassen uns unsere Zukunft nicht…
KDA (Kirchlicher Die…
Wir lassen uns unsere Zukunft nicht verhetzen!

Wir erleben heute verbale Entgleisungen, die unser
Zusammenleben massiv gefährden. Die Algorithmen,
nach denen die neuen sozialen Netzwerke funktionieren,
polarisieren über Erträgliches hinaus. Es sei an
dieser Stelle auf die Zitierung von Hass-Sätzen aus dem
Netz verzichtet, um nicht zur Verbreitung beizutragen.
Aber dort ist seit geraumer Zeit zu beobachten, wie
die Gesellschaft in einzelne Gruppen zerfällt, die sich
mit grenzenlosem Hass überziehen. Sie schicken in
rasender Geschwindigkeit Lügen, Beleidigungen und
Verleumdungen um den Erdball, zerstören das Leben
Einzelner und vergiften das gesellschaftliche Klima.
Dieser Kulturkrieg vergiftet unser Zusammenleben und
dem gilt es entschieden entgegenzutreten.

Die Geschichte lehrt uns
Die Geschichte lehrt, dass andauernde verbale Gewalt
uns irgendwann in tätlicher Gewalt um die Ohren
fliegt. Das ist nicht eine Frage des Geschmacks. Der
Hass in den Online-Medien ist so toxisch, dass er unsere
Zivilisation massiv gefährdet.
Klar, die Zeit ist nicht zurückzudrehen. (Anonyme) Internetkommunikation
ist eine Realität mit vielen Möglichkeiten
– aber sie muss stärker zur Verantwortung
gezogen werden. Wir brauchen eine engere, zeitnahe
Regulierung von Online-Kommunikation, wenn wir
nicht wollen, dass das, was in politischen Prozessen zum
Schutz des Einzelnen vereinbart wurde, ausgehebelt
wird. Gesetze gegen Diskriminierung, Volksverhetzung
etc. müssen auch im Netz stärker zur Geltung kommen.
Gegebenenfalls gilt es sie für die digitale Realität anzupassen.
Die „Würde des Menschen ist unantastbar“,
das steht in unserem Grundgesetz und dem sind alle
in unserem Land verpflichtet! Meinungsfreiheit findet
ihre Grenze in der Unversehrtheit von Anderen. Die
selbstherrlichen Trolle, die sich offensichtlich nur durch
Diffamierungen, Verhöhnung, Bedrohung Anderer
erfahren, brauchen das zivilgesellschaftliche „Stopp“.
Sie, ebenso wie die verantwortlichen Online-Unternehmen,
müssen für die Verbreitung von Fake News
und Hate Talk u. a. strafrechtlich und finanziell haftbar
gemacht werden.

Grundlagen des Zusammenlebens
Laufen lassen ist keine Option, denn es geht um die
Grundlagen eines vertrauensvollen Zusammenlebens,
trotz Differenzen und Interessenunterschieden. Wenn
Hass und Lüge nicht deutlicher Ächtung und Regulierung
entgegengesetzt wird, müssen wir uns nicht wundern
über Beleidigungen und Gewalt im alltäglichen
(Berufs-)Leben – Zugbegleiterinnen werden bespuckt,
Rettungssanitäter tätlich angegriffen, Lehrerinnen
verklagt, Sachbearbeiter im JobCenter beleidigt ...
Ja, es gibt im Alltag viel Grund zum Ärger, zum Frust,
aber weder nach oben noch nach unten dürfen dabei
Grenzen des Respekts überschritten werden. Gewalt
löst keine Probleme – weder im Zwischenmenschlichen
noch im Zwischenstaatlichen, weder in Familien noch
in Betrieben.

„Suchet Frieden und jaget ihm nach!“ – jede*r – überall – auch im Netz.
 

 

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
"Wir lassen uns unsere Zukunft nicht verhetzen!" - WORTMELDUNG März 2019
Waltraud Kämper, Referentin für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt
kaemper@kirchliche-dienste.de

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