Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

Seiten

Datum
Titel
Name
Sa. 01.12.18
Andacht zu Charles Dickens
Hilke Bauermeister
Andacht zu Charles Dickens

Kennen Sie die Geschichte von Ebenezer
Scrooge? Der britische Autor
Charles Dickens hat sie erfunden. 1843 ist
die Erzählung unter dem Titel „Ein Weihnachtslied“
erschienen. Scrooge ist Geschäftsmann,
ein alter Geizhals, griesgrämig
und missmutig.

Am Morgen des 24. Dezember lädt ihn
sein Neffe zum Weihnachtsessen ein.
Doch der Onkel lehnt
ab – wie alle Jahre. Von
Weihnachten will er
nichts wissen.

Als Scrooge abends
allein ist, passiert etwas
Merkwürdiges.
Ihm erscheinen drei
Geister, der Geist der
vergangenen Weihnacht
zuerst, dann die
Geister der gegenwärtigen
und der künftigen
Weihnacht.

Der erste Geist zeigt
Scrooge den Tag, als
sich seine Verlobte von
ihm trennt, weil sie das
Gefühl hat, Scrooge interessiere
sich viel zu sehr fürs Geld.

Es folgt der Geist der gegenwärtigen
Weihnacht. Er lässt Scrooge die fröhliche
Feier im Hause seines Neffen sehen. Ihm
wird es weh ums Herz, weil er nicht dabei
ist.

Schließlich kommt der dritte Geist,
der Geist der künftigen Weihnacht, der
unheimlichste von allen. Der zeigt dem
gestrengen Geschäftsmann, was ihn erwartet,
wenn sich nichts ändert in seinem
Leben.

Und dann geschieht etwas mit Scrooge.
Er verwandelt sich. Am Morgen des
25. Dezember ist er ein neuer Mensch. Er
besucht seinen Neffen und fortan spendet
er stets großzügig für wohltätige Zwecke.

Aus dem herzlosen alten Geizhals
wird über Nacht ein gütiger, hilfsbereiter
Mensch. Davon erzählt Charles Dickens in
seiner weihnachtlichen Geistergeschichte.
Obwohl gar nicht erwähnt wird, aus
welchem Anlass wir Weihnachten feiern,
so zeigt die Erzählung
doch, was an diesem
Fest so berührt. Gott
kommt in die Welt,
und da merken die
Menschen, was es
heißt, ein Mensch zu
sein.

Der Neffe von Ebenezer
Scrooge sagt:
„Weihnachten ist doch
die einzige Zeit im
Jahr, in der Frauen und
Männer gleichermaßen
ihre sonst so verschlossenen
Herzen
öffnen und aufhören,
ihre Mitmenschen danach
zu beurteilen,
ob sie höher oder niedriger gestellt sind
als sie selbst. In dieser schönsten Zeit des
Jahres sehen die Menschen einander an
als das, was sie eigentlich sind: Geschöpfe,
die gemeinsam durchs Leben gehen.“
Weihnachten lässt die Herzen erweichen,
weil wir angesichts des Gotteskindes
merken, dass wir alle Gottes Kinder
sind. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede
auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“
(Lk 2,14)

 
Eine frohe Advents- und Weihnachtszeit
wünscht Ihnen
Hilke Bauermeister

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Sa. 01.12.18
Advent, Advent … Worauf warten?
KDA (Kirchlicher Die…
Advent, Advent … Worauf warten?

Ist doch klar, auf Weihnachten und auf Ferien! Auf
Geschenke und gute Gefühle. Mindestens für unsere
Kinder trifft das hoffentlich ungebrochen zu.
Und wir Erwachsenen? Das kommt darauf an. Vielleicht
überstrahlt ein in naher Zukunft liegendes
Ereignis alles andere: Wir feiern in wenigen Wochen
unsere Hochzeit. Wir treten die lang ersehnte
Arbeitsstelle an. Wir begleiten unseren Vater beim
Sterben.

 
Für die meisten von uns wird es solche Eindeutigkeit
dessen, auf das sie warten, nicht geben. Sie warten
vielleicht auf nichts. Das Leben geht seinen Gang,
hat seine Hochs und Tiefs und ist insgesamt ein schönes
Leben. Das ist ja schon eine ganz Menge. Und
bei dankbarem Gemüt stellt sich Zufriedenheit ein.
Mit dieser Haltung bewegt man allerdings nichts.
Wenn es gut geht, bleibt der status quo erhalten.
Wenn nicht, gebe ich mich schicksalsergeben dem
was kommt hin.

 

Und mit weniger dankbarem Gemüt? Warte ich vielleicht
auch auf nichts, finde mich mit der Situation
ab, wie sie ist, bin aber eher unzufrieden. Und ich
habe Erklärungen dafür, warum so vieles so schlecht
läuft und weiß, was passieren müsste, damit alles
schnell besser wird: Die Politiker ..., die Chefs …, die
Kirche …, die Flüchtlinge … Und wenn das Gemecker
zu Ende ist, mir keiner mehr zuhört, setze ich mich
mit Bier und Chips aufs Sofa …

 

Ob wir darauf warten oder nicht, es kommen Ereignisse
auf uns zu. Das sind private, persönliche und
auch solche, die viele Menschen auf einmal betreffen
werden oder sogar den ganzen Planeten. Wir
haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, uns darauf
einzustellen: „Immer kommen lassen, wird schon
schiefgehen, kann man sowieso nicht ändern.“ Oder
wir krempeln die Ärmel auf, überzeugt davon, dass
es auch an uns liegt, was da auf uns zukommt und
wie, ob es uns umhaut oder ob wir es mitgestalten.
Unsere Familie, unser Ort, unser Land, unser Planet
lebt von Leuten, die anpacken, die kleinen Booten
und großen Tankern mit falschem Kurs Stück für
Stück neue Richtungen geben. Die Stubenhocker
wissen natürlich, dass das alles nicht reicht, dass die
anderen Schuld haben … Aufstehen, mitmachen, mit
Gleichgesinnten Kompromisse finden: Alles anstrengend!
Wer sich trotzdem darauf einlässt, erlebt nicht
selten ein Wunder: Die befürchtete Anstrengung
verkehrt sich in einen Kraftquell, Freundschaften
entstehen, neue Perspektiven stellen sich ein, Hoffnung
wächst, das Leben macht Sinn. Tausende von
Bürgerinitiativen, Vereinen, Kirchengemeinden
können das bezeugen.

 
Advent, das will uns ermutigen: Hoffnung ist begründet,
trotz der Katastrophen, die wir vielleicht
auf uns zukommen sehen. Selbst wenn sie unausweichlich
wären, sind sie nicht endgültig. Wir können
etwas zum Besseren verändern und Gott wird
es tun.

 

 
WORTMELDUNG Dezember 2018
Autor: Reinhard Benhöfer, Referent für Umwelt- und Klimaschutz

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Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Advent, Advent … Worauf warten?
 

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So. 25.11.18
Wie weit ist mein Horizont?
Thomas Steinke
Wie weit ist mein Horizont?

Kopfkino: Ich stehe am Meer, frische Luft, gelblich-roter Himmel, der Horizont eine klare Linie, hinter der die Sonne als feuriger Ball verschwindet. Ich liebe es, diese Weite. Sie stellt mein kleines Leben und meine kleine Welt in einen großen Zusammenhang.

Auf einmal tauche ich wieder auf, mitten in meinem Alltag. In meiner privaten Welt, in der es um meine Familie, um mich, um unsere Freundinnen und Freunde geht. In der sich alles um unser persönliches Wohlergehen dreht. Zumindest in dem Sinn, dass die Dinge funktionieren und wir größere Katastrophen möglichst von uns fernhalten. Mein Horizont: Bis zum Gartenzaun?

Und manchmal auch nur bis zum Abend? Weil jeder Tag seine eigenen Herausforderungen hat und mich voll und ganz fordert. Abarbeiten von Listen, was alles zu erledigen ist. Leben von der Hand in den Mund.

Auch gesellschaftlich? Wie weit ist unser Horizont da eigentlich? Setzen wir uns nur für unsere eigene Berufs- oder Interessensgruppe ein, für unsere eigene Altersgruppe? Was ist mit den anderen? Mit den nachfolgenden Generationen oder mit den alten Menschen? Und mit denen hinter unserer Landesgrenze oder die von dort zu uns gekommen sind?

Und unser kirchlicher Horizont, reicht der nur bis zum eigenen Kirchturm? Und die Nachbargemeinden, die anderen Konfessionen oder die Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen interessieren uns nicht wirklich?

In diesen Tagen zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag tritt sie uns entgegen, die Frage nach unserem Horizont. „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“, heißt es in Psalm 90, Vers 12. Im Horizont meines begrenzten Lebens rücken sich die Dinge heilsam zurecht. Überlege ich, was mir wirklich wichtig ist. Wofür und wem ich verantwortlich bin. Wozu ich eigentlich lebe, worauf ich am Ende einmal zurückblicken möchte: Dass Menschen Vorrang haben vor Dingen, dass Beziehungen wichtiger sind als alles Materielle. Dass der Horizont meiner Verantwortung weiter ist als meine engen Grenzen. Dass ich nicht zuerst als Vertreter der Institution Kirche in Erinnerung bleiben möchte. Sondern als Freund von Jesus Christus, durch den andere etwas von seiner Liebe erfahren haben.

Und doch ist die Grenze meines eigenen Todes nicht der letzte Horizont für mich: Hinterm Horizont geht's weiter. Darum nochmals Kopfkino – nein, viel mehr: Versprechen des auferstandenen Jesus Christus an alle, die ihm vertrauen: „Wenn die Sonne Deines Lebens sinkt, dann werde ich da sein. Hinterm Horizont warte ich auf Dich, in der neuen Welt Gottes, in der Ewigkeit.“
Was für ein grenzenloser Horizont! Ich liebe diese Weite!

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Mission, Ökumene und Partnerschaft
Thomas
Steinke
Pastor für Gemeindeinnovation in den Kirchenkreisen Rotenburg und Bremervörde-Zeven
Querweg 2a
29640
Schneverdingen
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(05193) 9662586
So. 18.11.18
"Suche Frieden und jage ihm nach"
Rolf Hirte
"Suche Frieden und jage ihm nach"

Es ist Volkstrauertag, ein Feiertag, an dem in vielen Ortschaften unseres Landes an die gefallenen Soldaten der Weltkriege und der Kriege unserer Tage gedacht wird. Ebenso wird in den Gedenkfeiern an das Leid der verschleppten, verletzten und getöteten Zivilisten und an alle Opfer von Gewaltherrschaft erinnert.

Die Opfer von Krieg und Gewalt mahnen uns, immer wieder für den Erhalt des Friedens und die Ermöglichung friedlichen Miteinanders zu arbeiten. Gerade heute scheint mir das besonders wichtig zu sein. In den Jahren des „Kalten Krieges“, war für viele Krieg zu führen einfach undenkbar, weil ein nuklearer Krieg millionenfachen Tod und das Ende der uns bekannten Zivilisation bedeutet hätte.

Heute scheint es mir für immer mehr Menschen wieder denkbar zu werden, mit kriegerischen Mitteln die eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Aber Frieden lässt sich auf die Dauer nicht mit Gewalt sichern. „Suche Frieden und jage ihm nach“. So heißt es in der Bibel in Psalm 34. Frieden kann schnell entschwinden, darum muß man ihm nachjagen. Das ist anstrengend. Aber es lohnt sich. Vertrauen aufbauen und stärken, lernen wie man Konflikte lösen kann ohne Gewalt.

Und das passiert ja auch schon: bei Schüleraustausch und Städtepartnerschaften, guten Handelsbeziehungen und Kulturaustausch mit anderen Nationen. Ich wünsche uns allen einen langen Atem und viel Phantasie für viele Projekte, die Menschen aus aller Herren Länder zusammenbringen, um gemeinsam Probleme zu lösen und um gemeinsam zu feiern.

Und so mag aus dem Gedenken am Volkstrauertag dann in der Zukunft etwas Frohes erwachsen.

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Rolf Hirte

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
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(04261) 77-36 63
So. 11.11.18
Wie von Zauberhand
Ole Peyk
Wie von Zauberhand

Immer am Abend des 11. Novembers lag da wie von Zauberhand dieses kleine Tütchen, zugebunden mit einen goldenen Bändchen, auf meinem Kopfkissen. In jedem Jahr war das so, in dem ich als Kind und Jugendlicher noch zu Hause bei meinen Eltern lebte. Gefüllt mit ein wenig Schokolade, den ersten Marzipankartoffeln, Lebkuchenherzen und Pfefferkuchen. Für mich begann mit diesem kleinen Tütchen immer die dunkle, gemütliche und besinnliche Jahreszeit. Morgen ist wieder der 11. November und ich werde mich an diese Tradition meiner Familie und an den dazugehörigen Grund erinnern. Morgen ist St. Martin.

Mit diesem Tag werden viele unterschiedliche Bräuche verbunden. Die Martinsgans oder der Laternenumzug mit Liedern durch die Stadt oder das Dorf. Sie alle erinnern an den heiligen Martin von Tours und seine Geschichte. Die Geschichte, die in einer bitterkalten Nacht spielt, in der der damalige Soldat seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Dieses Ereignis veränderte das Leben von Martin grundlegend. Er ließ sich taufen, kündigte als Soldat und wurde Mönch. Diese Geschichte verbinde ich mit einem Vers aus der Bibel. „Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.“ - (Sprüche, 3,27). Martin hatte damals als Soldat weder Geld noch Nahrung bei sich, um das ihn der Bettler anflehte. Lediglich seine Waffen und Soldatenkleidung. So gab Martin das, was er in diesem Moment konnte. Das, was seine Hand vermochte. Ein Teil des Mantels erhielt der Bettler, mit dem anderen wärmte er sich selbst. Jeder kann etwas geben. Die eine Hand etwas mehr als die andere. Aber alles ist ausreichend. Es ist die Tat an sich, die das Handeln wertvoll macht.

Es ist nur ein kleines Tütchen mit goldenem Bändchen gewesen. Verbunden mit der jährlich wie von Zauberhand wiederkehrenden Überraschung, mit dem St.-Martins-Tag und der Geschichte, hält es aber die Erinnerung wach, dass selbst Kleinigkeiten etwas bewirken und große Freude bereiten können. Amen.

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Ole Peyk

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Jugendarbeit
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So. 28.10.18
Endlich frei
Lotte Blattmann
Endlich frei

Endlich frei, das werden am nächsten Mittwoch viele sagen. Schulfrei, arbeitsfrei.

„Freiheit, schöner Götterfunke“ sangen Chöre aus aller Welt im Jahr 1989 voller Freude über den Mauerfall und dichteten so Beethovens „Ode an die Freude“ um. Freiheit ist eine Sehnsucht. Jeder, der einmal von einer Reise geträumt hat, weiß das. Freiheit gehört zum Reformationstag.

Wie bitte: Freiheit und Kirche? Ist die Kirche nicht voller Regeln? Ich sehe das nicht so. Heutige Gottesdienste sind meistens nicht langweilig oder unfrei. Und wenn das einmal so ist, dann ist das nicht im Sinne des 'Erfinders'. Denn über Jesus heißt es in der Bibel: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ (Gal 5,1). Martin Luther kritisierte deshalb jede Unfreiheit in der Kirche und predigte: „Du musst nichts leisten, um geachtet zu werden. Du bist geliebt, auch wenn du ganz und gar nicht perfekt bist. Egal, wie viel du besitzt oder wie intelligent du bist: Jeder zählt gleich viel für Gott.“ Das zu glauben befreit, über dem Leistungsdruck zu stehen.

Wussten Sie, dass Martin Luther eigentlich gar nicht Martin Luther hieß? Am 11. November 1483 wurde er auf den Namen Martin Luder getauft, Luder, wie seine Eltern. Bis zum Jahr 1517 nannte er sich so. Bis zum Thesenanschlag, dem Beginn der Reformation. Von diesem Zeitpunkt an nannte er sich Luther. Nicht, weil das besser klingt. Sondern weil im Namen „Luther“ das griechische Wort „eleutheria“ anklingt, auf Deutsch: Freiheit. Martin Luther: der Befreite, der von Freiheit redet.

Einmal mitten in der Woche verschnaufen und einatmen, das tut gut. Freiheitsluft. Sehen wir uns im Gottesdienst am Reformationstag? Endlich frei, das wäre schön!

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Lotte Blattmann

Lotte
Blattmann
Pastorin in Fintel
Sa. 13.10.18
Freude an der Sonne?
Karin Klement
Freude an der Sonne?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergeht, aber meinetwegen könnte der goldene Oktober bis Ende November gehen. Morgens leuchtender Sonnenschein mit erfrischend-kühler Luft. Weiße Wolkenbänke, hinter denen die Sonne Verstecken spielt. Wie ein kleines Kind lugt sie immer wieder hervor: Bist du noch da, Mensch? Ich sende dir meine Wärme ins Gesicht, mein Licht in deine Sinne, damit du dich freust. Was für ein Spätsommer! Während ich sonst die kanarischen Inselbewohner um ihren Dauersonnenschein beneide, erschrecken mich jetzt Sturzfluten auf Mallorca, Tsunamis und Erdbeben in Indonesien. Unwetterkatastrophen auf den Trauminseln?? Dafür Dürre und Ernteverluste auf den sonst so saftig-grünen heimatlichen Feldern. Die Natur spielt verrückt, scheint es. Dabei weiß ich eigentlich, dass der Klimawandel kein Märchen ist. Mein Gewissen schlägt an, schon wieder Lebensmittel in Plastik gekauft. Sorgsam getrennt bleibt dennoch ein unnötiger Haufen Abfall. Die Freude am Sonnenschein geht unter in der Sintflut meiner Missachtung der Natur. Viel schlimmer noch: Was kann ich überhaupt tun gegen die Übermacht falscher Entwicklungen?Mir fällt der alte Mann ein, Noah und seine Arche. Er tat alles, was Gott ihm gebot. Im kleinen Maßstab, soweit es eben möglich war, aber effektiv. Am Ende entströmte seinem Werk ein neues Leben für ihn selbst und für die Erde. Voller Dankbarkeit baut er Gott einen Altar. Denn er weiß, wie klein und zaghaft seine eigenen Kräfte waren. Nur sein Glaube war groß – und das hatte gereicht: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22)

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Karin Klement

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Sa. 06.10.18
Wos is?
Dr. Matthias Wilke
Wos is?

„Alois Hingerl, Dienstmann Nr. 172 am Münchner Hauptbahnhof, erledigte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlag getroffen zu Boden sank und starb. Zwei Engerln schleppten ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er vom Heiligen Petrus empfangen wurde.“ So beginnt die Geschichte von Ludwig Thoma „Ein Münchner im Himmel“. „Petrus ... überreichte ihm eine Harfe und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt: "Von morgens 8 Uhr bis mittags 12 Uhr: frohlocken; von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr: Hosianna singen."“ Alois aber verstand nicht recht und fragt nur: „Wos is?“

Morgen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr werden wir frohlocken – in unseren Kirchen, mit Orgel und Posaunen – Alois aber wird fragen: „Wos is?“

Alois Hingerl erledigte seine Arbeit sein Leben lang mit solcher Hast, dass er … und dann findet er sich im Himmel wieder und soll nun dauern nur dankbar sein. Zu viel verlangt – von Alois. War er doch tagein tagaus mit ganz viel anderem beschäftigt, fühlte sich eher als Nummer denn als Engel. Er rannte von da nach dort, war stets zu Diensten und schulterte, was es zu tun galt. In der wenigen freien Zeit aber, die er hatte, da wollte er dann einfach nur mal sitzen, beim Maß oder Stamperl und ohne Bewegung. Da war er zum bewusst dankbaren „Luhja singen“ einfach zu müde.

Morgen zwischen 8 Uhr und 12 Uhr sitzen hunderte von Menschen in unseren Kirchen und hören und singen. Bestimmt sitzen viele von uns darunter, die eigentlich nur müde sind. Viel gelaufen, viel gekümmert und jetzt – „Wos is?“

Feiertag ist! Ernte-Dank! „Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen“ (Psalm 111). Denn er gibt mir Kraft. Ich esse, trinke, liebe, lebe – und bin bei Dir. Danke!

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Dr. Matthias Wilke

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Di. 02.10.18
Zurück zur Quelle des Lebens
Lars Rüter
Zurück zur Quelle des Lebens

An seinem Grab war ein Blumenmeer. Wunderschöne Kränze, Ausdruck der Verehrung und Anerkennung. Ehrendes Andenken bewahren, so stand es später in der Zeitung. Und ein paar Tage später: Ein trauriger Anblick, die ganze schöne Pracht war dahin. Das kann man nur noch entsorgen.

Verwelkende Menschen lassen sich zuweilen liften. Als würde das den Prozess des Verwelkens aufhalten können. Wie schnell das ehrende Andenken verwelkt, ist nicht so klar zu erkennen, aber es verwelkt. Das ist der Lauf der Zeit. Wenn die Kränze auf dem Grab entsorgt sind, wird man es bepflanzen. Was bleibt? Erinnerung? Vergessen? Nichts?

In diesen Wochen, in denen die Natur verwelkt und stirbt und uns an unserer Vergänglichkeit erinnert, werden wir uns unserer Sehnsucht bewusst, dem Kreislauf der Natur zu entrinnen. Wir wollen nicht nur Material für neues, entstehendes Leben sein. Wir sehnen uns nach Geborgenheit in der Verlorenheit.

Wie gut, von dem Gott zu wissen, der am Anfang der Welt sprach: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei…“ Und der am Ende spricht: „Kommt wieder, Menschenkinder!“ Zurück zur Quelle des Lebens.

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Lars Rüter

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Archivpflege
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Lars
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Lauenbrück
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So. 23.09.18
Grundgesetz und Nächstenliebe
Roger Moch
Grundgesetz und Nächstenliebe

Die Vorkommnisse in Chemnitz verunsichern nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Politikerinnen und Politiker in unserem Land. Ich habe das Gefühl, dass auf allen Seiten eine große Ratlosigkeit herrscht. Keiner überblickt so recht, wie man auf den Mord an einem 25-jährigen Deutschen, mutmaßlich von Migranten begangen, reagieren soll. Rechtsgesinnte machen Stimmung gegen Migranten, der Verfassungsschutz äußert sich über die „Bildzeitung“ mit noch zu beweisenden Vermutungen. Kanzlerin Merkel wird vorgeworfen: „Wir schaffen das nicht“. Parolen und Worthülsen kursieren überall im Land und im Netz.

In einem Telefongespräch mit meinem fast 93-jährigen Vater sprach er davon, dass er sich durch die jetzigen Ereignisse an die Zeit kurz vor der Machtübernahme Hitlers erinnert fühle. Damals, sieben Jahre alt, in Berlin aufwachsend, könne er sich gut daran erinnern, wie die SA (Sturmabteilung der NSDAP) als reine Schlägertruppe für provozierte Zusammenstöße mit linksgerichteten Parteien und anderen sorgte. Vielfach arteten die in brutale Straßenkämpfe aus. Weiter erinnere er sich, dass fast jeden Nachmittag ein nebenan wohnender Postbote, der bei der SA war, völlig zerbeult und blutend nach Hause kam.

Noch hat keine erneute „Machtergreifung“ stattgefunden. Aber nationalsozialistisches Vokabular kursiert, teilweise unbestraft, immer wieder in unserer Gesellschaft.

Dabei haben wir staatlicherseits oder von religiöser Seite, ob gläubig oder nicht gläubig, zwei ganz eindeutige Grundsätze in unserem Land, nach denen wir handeln sollen. Das Liebesgebot des Neuen Testamentes „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mk 12,32 ff). Und die Artikel eins bis drei unserer Verfassung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Das sollte als Kompass für gesellschaftliches Handeln in den Mittelpunkt rücken.

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Roger Moch

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Mo. 06.08.18
Sommer für die Seele
Hilke Bauermeister
Sommer für die Seele

Bis zum 8. August haben die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen noch frei. Ferienzeit ist Urlaubszeit. Fahren Sie weg im Urlaub oder bleiben Sie zu Hause?

Was bedeutet eigentlich das Wort Urlaub? Im Wörterbuch steht, „Urlaub“ kommt von „Erlaubnis“. „Urlaub“ ist die „Erlaubnis, von der Berufsarbeit fernzubleiben“. Urlaub ist die Erlaubnis zum Ausspannen. Wer Urlaub hat, der darf für eine Weile aus dem Alltag aussteigen. Egal, ob man wegfährt oder zu Hause bleibt: Man kann sich all’ jenem widmen, was im täglichen Trott meistens unterbleibt: gemütlich frühstücken, ein gutes Buch lesen, lange Spaziergänge machen und nachdenken über sich und Gott und die Welt. – Sommer für die Seele hieße für mich, sich auch Zeit und Raum dafür zu gönnen, dem eigenen Dasein nachzuspüren: Die freie Zeit dafür nutzen, den Spuren nachzugehen, die Gott in unserem Leben hinterlassen hat. Da mag es Schönes und auch Schweres geben. Traurige Tage sind einem womöglich stärker im Gedächtnis als die schönen. Wir neigen schnell zum Vergessen. Das Schwere lässt vergessen, was es schon alles an Schönem und Gelungenem gab im Leben. In der Bibel heißt es: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2) Manchmal muss man einen Augenblick innehalten, um sich an die schönen Stunden zu erinnern. Manchmal muss man einen Moment überlegen, bis es einem einfällt, wie viel Glück und Wohlergehen es für uns schon gab – trotz so mancher schweren Stunde. Dass Ihnen vieles einfällt, was Sie froh stimmt, und wofür Sie Gott danken mögen, wünsche ich Ihnen für Ihre Augenblicke des Innehaltens.

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Hilke Bauermeister

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Mi. 01.08.18
Unsere Zukunft braucht Gott 4.0
KDA (Kirchlicher Die…
Unsere Zukunft braucht Gott 4.0

In einer christlich verstandenen Arbeitswelt ist der
Gottesbezug stets das Korrektiv für menschliche
Maßlosigkeit gewesen. Kann Gott auch in einer
digitalisierten Welt vorkommen? Intelligente Systeme
bestimmen schon heute weitgehend unser
Alltagsleben. Fabriken arbeiten zunehmend vollautomatisiert.
Roboter als Servicekräfte für Hotel
und Pflege sind kurz vor der Marktreife. Zugänge
zum Internet werden von Algorithmen gesteuert.
Wie jede Erneuerung ist dies alles Segen und Fluch
zugleich.

 

In unserer Tradition kennen wir seit 3000 Jahren die
Geschichte vom Sündenfall. Dort sagt die Schlange
zu Adam und Eva: Ihr werdet sein wie Gott und wissen,
was gut und böse ist. Der menschliche Impuls,
über sich hinauszugehen, ja sein zu wollen wie Gott,
wird immer ein Motiv von Erneuerung bleiben. Doch
zugleich warnt die Bibel, sein zu wollen wie Gott.
Dies führt oft in die Ungerechtigkeit und Ausbeutung.
Gibt es einen Gott 4.0 als Maß und Mitte?

 

Gott neu denken lassen
Ich schlage vor, Gott aktuell weiter zu denken. Es
reicht nicht mehr aus, ihn in menschliche Handlungen
zu verankern, er muss auch Eingang in digitale
Systeme und künstliche Intelligenz finden. Daher ist
sein Ansatz nicht mehr nur die Fehlerhaftigkeit von
Menschen und ihre Vergebung und Umkehr, sondern
auch die falsche Anwendung von selbstgesteuerten
Systemen und ihre Korrektur. Ein Gott 4.0 muss so
etwas wie ein algorithmischer Platzhalter gegen die
Zerstörung dieser Welt und die Vernichtung ihrer
Grundlagen werden. Letztendlich müssen unsere
Maschinen Gott mitdenken lassen.

Die Schlange hat heute eine Computerstimme, gut
und böse gehört in den Code der Robotersteuerung.
Nicht im Sinne eines Transhumanismus, der
Mensch wird nicht zur Maschine. Und auch kein
Posthumanismus, kein grenzenloses Optimieren des
Menschen. Eher wird es ein kritischer Posthumanismus
sein, der Menschen nicht überhöht und einen
Platz neben anderen Wirkmächten zuweist. Dazu
gehören die Natur, andere Lebewesen, und eben
auch selbstdenkende Maschinen.

 
Jesusgeschichten einpflegen
Für eine Zukunft dieser Erde braucht es dringender
denn je Gott als Platzhalter für Offenheit und Solidarität.
Suchen wir den Kontakt zu denen, die
Maschinen bauen und programmieren, damit sie
unsere handlungsleitenden Jesusgeschichten dort
einpflegen. Ja, mit ihnen reden in Gemeinde und auf
Pilgertouren, in Unternehmen und Klöstern, damit
sie selber das Potential von Freiheit und Verantwortung
einer christlichen Orientierung erfahren. Es
ist eine wichtige Aufgabe unserer Kirche und ihrer
Organisationen.

 
Die Geschichte von der Schlange schärft den Blick auf
Industrie 4.0, auf die Digitalisierung und künstliche
Intelligenz. Kein Fortschritt ist wirklich aufzuhalten,
aber jede Entwicklung bringt ganz neue Nebenwirkungen
mit sich. An dieser Schnittstelle gilt es, Gott
weiter zu denken und mit ihm die nächsten Schritte
mutig und vorsichtig zu gehen. Wir werden dann die
Erfahrung machen, dass er sie mit uns geht und Zukunft
ermöglicht. Unsere Zukunft braucht Gott 4.0.

 

 
WORTMELDUNG August 2018

Ralf Reuter, Pastor für Führungskräfte in der Wirtschaft, Spiritual Consulting
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Leg doch mal das Handy weg...
Harm Cordes
Leg doch mal das Handy weg...

Neulich in der Heide. Abendstimmung. Sonnenuntergang. Mir kommen zwei Reiter entgegen. Kann das Leben schöner sein? Denke ich, bis ich bei einem der Reiter eine typische Körperhaltung wahrnehme, die nicht zu meinem Bild vom Reiter auf dem Pferd passt: Kopf nach vorne geneigt. Richtung Handinnenfläche, die einen flachen Gegenstand hält.

Näher dran erkenne ich, dass wahr ist, was ich nicht glauben konnte: Der gute Mann ist mit Jeep und Pferdeanhänger aus dem Nachbarkreis in die Heide gefahren, um auf dem Pferd – mit seinem Handy rumzudaddeln. Geht`s noch?

Szenen, wie ich sie immer wieder beobachte: Eltern mit den Kindern auf dem Spielplatz. Die Kinder toben, lachen, rufen sogar: „Mama, guck mal …“. Doch die Eltern sind mit ihren Gedanken irgendwo in virtuellen Welten, anstatt wahrzunehmen, wie toll der Spielplatz ist: „Papa, jetzt guck doch endlich …!“

Bestes Bild zu diesem Thema: Ein kleiner Junge im Fernsehen. Er hat das große Glück, mit Papa bei einem Achtelfinal-Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft dabei zu sein. Doch was macht der Junge: spielt mit seinem Handy! Papa steht daneben und sagt nichts. Und ich frage mich: Wer hat das arme Kind ins Stadion geschleppt? Und wenn der Junge freiwillig da ist: Warum nimmt ihm keiner das Handy weg. Erklärt ihm, was auf dem Spielfeld los ist?

Ich weiß: das alles klingt weltfremd. Technikfeindlich. Typisch Pastor.

Aber so ist es nicht gemeint. Ich weiß durchaus, was ein Handy ist. Freue mich an vielen Errungenschaften unseres Zeitalters. Komme manchmal aus dem Staunen nicht raus. Und werde trotzdem traurig, wenn ich merke, wie Menschen in virtuellen Welten versacken und das Leben um sich aus dem Blick verlieren.

„Alles hat seine Zeit“ heißt es im Prediger Salomo. Und meint vielleicht auch dieses: Manchmal darf das Handy auch Pause haben. Um den Sonnenuntergang live zu bestaunen und dabei den Schritt des Pferdes zu spüren. Um mit dem Kind zu toben, zu lachen und zu raufen, anstatt Bilder davon zu verschicken. Einfach mitzujubeln und zu leiden, anstatt allen und jedem zu schreiben: „Bin gerade im Stadion. Echt cool hier …“

Jetzt, in der Urlaubszeit, wär das doch mal ein Gedanke. Immer mal wieder das Handy zu Hause zu lassen. Und einfach loszugehen. Ganz da zu sein, wo ich doch extra hingefahren bin. Mit denen, die gerade dabei sind, zu erleben, weshalb wir unterwegs sind. Darum geht es doch eigentlich. Oder etwa nicht?

 

DIESE ANDACHT STAND VORÜBERGEHEND UNTER FALSCHEM NAMEN AUF DIESER HOMEPAGE. WIR BITTEN DIESEN FEHLER ZU ENTSCHULDIGEN.

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Harm Cordes

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So. 01.07.18
Sport ist gesund
Peter Handrich
Sport ist gesund

Die Weltmeisterschaft läuft. Nein, nicht die Go-Weltmeisterschaft oder die Weltmeisterschaft der Highland Games, sondern die Fußballweltmeisterschaft. Dem kann man ja nicht entgehen.

Schon Wochen vorher – besonders seit dem Ende der Bundesliga, dem Pokalfinale und dem Endpsiel der Champions-League – war von nichts anderem mehr die Rede. Wer fährt mit, wer darf nicht mit, wird Manuel Neuer fit sein? Und können „wir“ den Weltmeisterschaftstitel verteidigen, wenn wir schon gegen Österreich verlieren?

Ehrlich gesagt, das hat genervt. Außer Fußball gab es noch so viele andere sportliche Themen. In Kiel waren vor sechs Wochen die Special Olympics, und viele Sportlerinnen und Sportler aus Rotenburg haben viele Medaillen geholt. Ganz ohne Doping. Aus der Lebenshilfe und aus den Werken. Und der größte Spaß, haben mir gleich zwei Sportlerinnen versichert, war dabei die Sportlerdisco. OK, die Medaillen waren auch nicht schlecht, aber die Disco … Toll.

Für uns andere ist Sport manchmal gar nicht so spaßig, sondern eher mit Krieg zu vergleichen. Es muss gedopt werden, damit Höchstleistungen erzielt werden können. Und die Großen im Fußball dürfen auf keinen Fall gegen die Kleinen verlieren, sonst muss der Trainer weg. Und dass Deutschland in der Vorrunde ausscheiden könnte – undenkbar. Jedenfalls bis Mittwoch noch.

Dass jetzt im deutschen Team Köpfe rollen sollen, wie es am Donnerstag in fast allen Zeitungen zu lesen war, finde ich Quatsch. Das ist auch wieder so ein Kriegsgerassel. Man kann nicht zwei Weltmeisterschaften hintereinander so richtig gut sein, dass alles stimmt. Nicht, wenn man gerade schon mal Weltmeister war. Und ich finde: Das macht überhaupt nichts. Freuen wir uns, wenn diesmal Belgien Weltmeister wird. Oder Kroatien. Und Island dann 2022.

Dann würde es bestimmt eine großartige Fußball-Disco geben.

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Peter Handrich

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So. 01.07.18
Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße
Monatsspruch
Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!   Hos 10,12

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So. 01.07.18
Startup Kultur – eine Religion des 21.…
KDA (Kirchlicher Die…
Startup Kultur – eine Religion des 21. Jahrhunderts

Zu Beginn dieser Wortmeldung möchte ich Sie
auf eine Traumreise mitnehmen. Eine Reise, in der
farbenfrohe Helden, Einhörner und Engel gegen
einen grauen, mysteriösen Gegner kämpfen. Stellen
Sie sich den Gegner als einen sehr unbeweglichen,
vernebelten, alten Felsen vor, der sich von
Ungerechtigkeit, Leid und Inflexibilität ernährt. In
einer Höhle am Fuße des Felsens arbeitet ein Volk
an einem ausgeklügelten Plan, den uralten Felsen
zu vernichten. Das Volk besteht aus unzählig vielen
kleinen Figuren, in unterschiedlichsten Formen und
Farben. Sie wuseln und wirbeln. Und zwischen ihnen
galoppieren und fliegen die leuchtenden Helden,
Einhörner und Engel, die die Figuren delegieren.

Mythologie
Die Geschichte steht sinnbildlich für die Mythologie
heutiger Start-ups. Mal mehr, mal weniger ausgeprägt
geht es im Kern darum, die Welt zu verändern,
zu verbessern. Um die Start-up Welt von der herkömmlichen
zu trennen spielt das „Wording“ eine
besonders wichtige Rolle. Wer ein Unternehmen
unterstützt ist ein „Business-Angel“, große Konkurrenten
werden als „800 Pound Gorilla“ bezeichnet
und Start-ups kurz vor dem Börsengang werden
„Unicorns“ genannt.
Um die Mythen des Kulturareals praktisch zu untermauern,
finden Sie in jedem gut geführten Start-up
einen Kickertisch, eine Schale mit frischem Obst
und kostenlose Getränke. Und in Stellenausschreibungen
wird mit flachen Hierarchien, Teamevents
und dem Standort Berlin-Mitte geworben. Es wird
eine scheinbar völlig neue Welt kreiert, in der alles
bunt, frisch und locker ist.

Wirklichkeit
Nun nehmen wir die „Helicopter view“ ein und
stellen der Mythologie die tatsächlichen Arbeitsbedingungen
gegenüber. Ein Grundproblem sind
oftmals prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Sie
sind befristet, versprechen eine schlechte Bezahlung
und begünstigen unbezahlte Überstunden.
Das meist knappe Budget der jungen Unternehmen
entschuldigt offensichtlich das Ersetzen fester
Mitarbeiter*innen durch unbezahlte Pflichtpraktikant*
innen. Ein ständiger Wechsel sowie die Befristung
der Mitarbeiter*innen vermitteln ein Gefühl
der Austauschbarkeit. Als Ausgleich dazu gibt es
aber mit Unterschrift des Arbeitsvertrages gleich
eine Reihe neuer Freunde dazu. Im Rahmen der
Start-up Mythologie findet eine bewusste Vermischung
von Privatem und Beruflichem statt.

Religion
Das alles wird für den Eintritt in eine junge, glitzernde,
coole Welt in Kauf genommen. Aber wie
funktioniert das? Menschen möchten im Leben
an etwas glauben, suchen nach Wegweisern und
möchten sich mit etwas schmücken. Früher bot dies
für viele Menschen die Kirche, die leistet es heute,
selbstkritisch betrachtet, für meine Generation kaum
noch. Warum eigentlich nicht?

 

 
WORTMELDUNG Juli 2018
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt - Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Laura Odile Rinderspacher, Referentin für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt
 

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So. 17.06.18
Grün
Hilke Bauermeister
Grün

Grün ist die Farbe der Natur und der Pflanzen. Im Internet kann man auch die Hinweise finden, Grün sei die Farbe der Frische und Natürlichkeit, und Grün sei die Farbe der Hoffnung und der Zuversicht. In alter Zeit war Grün auch das Sinnbild beginnender Liebe. In unserer Sprache gibt es noch Hinweise auf diese Bedeutung von früher: „Jemandem die grüne Seite zeigen,“ bedeutet, dass man sich freundlich und entgegenkommend verhält. Aber wenn man „jemandem nicht grün ist,“ dann heißt das, dass man den anderen nicht mag.

Ob es in den Ländern der Bibel auch viel Grün gibt? An der östlichen Mittelmeerküste? So viel grüne Natur wie bei uns? In Nordeuropa gibt es viele Wälder, viel Grün auch in Gärten und Parkanlagen. In der Bibel steht jedenfalls eine Geschichte über hervorsprießendes Pflanzengrün: „Jesus sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden? Es ist wie ein Senfkorn: wenn das gesät wird aufs Land, so ist’s das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden; und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, so dass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.“ (Markus 4, 30-32)

Jesus spricht vom Hervorsprießen einer Senfstaude. Das Senfkorn ist überaus klein – man braucht mehr als 700 Samenkörner, bevor man nur 1 g beisammen hat – und aus diesen kleinen Körnchen wachsen Stauden von bis zu 3 m Länge hervor. So, sagt Jesus, so ist es auch mit dem Reich Gottes: Es ist da, klein und unscheinbar, und mit der Zeit wird es größer, bis es einmal groß und erhaben sein wird. Kleine Ursache, große Wirkung. – Bei Gott sind alle Dinge möglich.

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Fr. 08.06.18
App in die Zukunft – Den digitalen Wandel…
KDA (Kirchlicher Die…
App in die Zukunft – Den digitalen Wandel gestalten

Unsere Welt wird (immer) digitaler

Digitalisierung ist längst kein Thema mehr und auch
kein Trend. Sie ist allgegenwärtiger Teil unserer
Lebenswelt und dringt in immer weitere Bereiche
unseres Alltags vor, im öffentlichen Raum, im Beruf
und in die Privatsphäre. Mitarbeiter*innen des Kirchlichen
Dienstes in der Arbeitswelt haben dazu nun
ein Heft veröffentlicht: App in die Zukunft – Den
digitalen Wandel gestalten.

 
Den Wandel gestalten
Der Titel ist Programm. Wir sind der Meinung: Weder
Euphorie noch Apokalyptik helfen im Umgang
mit den Veränderungen, die sich durch die digitalen
Instrumente eröffnen. In meinem Beitrag zu dem
Heft habe ich geschrieben: Wandel braucht Zeit,
Solidarität und Hoffnung. Damit nehme ich einen
Dreiklang auf, der vor dreißig Jahren dem Strukturwandel
an Rhein und Ruhr Impulse gegeben hat.

 
Wandel braucht Zeit
Wahrscheinlich werden viele der heutigen Arbeitsplätze
verschwinden und neue entstehen. Vielleicht
werden auch diejenigen Recht behalten, die erwarten,
dass sich das letztendlich aufs Ganze gesehen
ausgleicht. Und ich höre immer wieder in Unternehmen
und Verbänden: So schnell wird das alles
nicht kommen und umgesetzt werden. Liegt dies
eventuell auch daran, dass wir im beginnenden dramatischen
Fachkräftemangel überhaupt nicht all die
Menschen haben, die benötigt werden, um die neue
Arbeitswelt zu besetzen? Wandel braucht Zeit –
allein um in Ruhe all die hiermit verbundenen
Fragen zu stellen und sich nicht mit vorschnellen
Antworten zu begnügen.

Wandel braucht Solidarität
Wandel braucht Solidarität, denn innerhalb mancher
Branchen wird es zu erheblichen Verwerfungen
kommen, wenn Märkte wegbrechen oder Tätigkeiten
durch Robotik oder Künstliche Intelligenz
übernommen werden. Natürlich benötigen Unternehmen
Gewinne für Investitionen in die Zukunft,
in technische Anlagen wie in die Weiterbildung ihrer
Mitarbeitenden. Aber es bedarf auch Investitionen
in den Menschen, die zu den Verlierer*innen der
Entwicklung zählen. Ressourcen müssen umverteilt
werden, wenn wir die Herausforderungen gemeinsam
bewältigen wollen.

 
Wandel braucht Hoffnung
Hoffnung gibt Zukunft. Selbstbestimmung in der
Arbeit ist ein Schlagwort, das aktuell Hoffnungen
weckt auf eine andere Arbeitskultur und partizipative
Führungskonzepte. Das ist gut und richtig, reicht
aber nicht aus. Es braucht Diskussion und Verständigung
auch über die Ziele von Arbeit und Wirtschaft
jenseits einer konsumorientierten Gesellschaft, die
wir uns eigentlich schon heute nicht mehr leisten
können und in den nächsten Jahren immer weniger.
Die biblischen Texte sind voller Hoffnung und sie
malen Bilder vom Reich Gottes, dass in der Zukunft
liegt, aber immer auch schon unter uns anbricht.
Es lohnt, diese sperrigen Bilder und Texte mitzubedenken,
weil wir uns so mit der Tradition verbinden
und zugleich über die „Hölle der Gegenwärtigkeit“
hinausgeführt werden.

 
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
WORTMELDUNG Juni 2018
Dr. Matthias Jung
Landessozialpfarrer und Leiter des Fachbereichs Kirche.Wirtschaft.Arbeitswelt
jung@kirchliche-dienste.de

 

Die Broschüre steht kostenlos zum Download bereit im HKD-Materialshop: www.hkd-material.de

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KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3
30169
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So. 20.05.18
Da weht ein frischer Wind
Rolf Hirte
Da weht ein frischer Wind

Menschen gehen auf die Straßen, und sagen, was sie glauben, hoffen, sich wünschen. Sie verstecken sich nicht mehr ruhig in ihren Häusern, fragen sich nicht ängstlich, was werden denn wohl die Nachbarn sagen, wie reagieren die anderen darauf? Hat mein Engagement etwa Nachteile für mich?

Manche setzen sich vielleicht einfach mal eine Kippa (Kopfbedeckung jüdischer Männer) auf, um zu zeigen: “Wir wollen, dass Juden hier bei uns sicher leben können, ohne angefeindet zu werden.“ Vielleicht demonstrieren sie auch für bessere Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, oder machen sich stark für eine gerechtere Wirtschaftsordnung, von der mehr Menschen profitieren als im Moment. Manchmal lassen Menschen sich begeistern. Dann sagen sie: “Da können wir etwas ändern.“ Dann gehen sie raus auf die Straßen und erzählen den anderen von ihren Hoffnungen und Träumen.

So ähnlich stelle ich mir das auch vor zu Pfingsten in Jerusalem vor etwa 2000 Jahren: Die nach der Kreuzigung Jesu verängstigten Jünger Jesu kommen aus ihren Verstecken und sprechen öffentlich über das, was sie glauben: Gottes Liebe ist stärker als alle Mächte des Chaos und der Zerstörung, ja sogar als der Tod. Das hat damals viele begeistert. Die ließen sich taufen und teilten alles, was sie hatten, damit keiner Not leiden mußte. Da wehte ein frischer Wind. Da bewegte Gottes Geist viele Menschen. Pfingsten hatte und hat es immer noch mit Begeisterung für Gottes neue Welt, mit Mut und Aufbruch zu tun.

Gesegnete Pfingsten

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Rolf Hirte

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonische Einrichtungen
Rolf
Hirte
Klilnikseelsorger am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Elise-Averdieck-Straße 17
26365
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 77-36 63
So. 13.05.18
Gib den Kindern Flügel
Frank Hasselberg
Gib den Kindern Flügel

„Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß werden, Flügel“ – so lautet eine tibetische Weisheit. Zahlreiche junge Menschen feiern in diesen Wochen nach Ostern das Fest ihrer Konfirmation. Sie werden flügge. Sie sind auf dem Weg in ihr eigenes Leben, nabeln sich Stück für Stück von den Eltern ab.

Früher bedeutete die Konfirmation den Einstieg ins Berufs- und Erwachsenenleben. So radikal ist dieser Einschnitt heutzutage nicht mehr. Und doch: Es bleibt ein wichtiger Schritt im Leben der jungen Menschen und ihrer Familien. Die Eltern müssen allmählich lernen loszulassen, die Jugendlichen stehen immer mehr auf eigenen Füßen. Das ist schön, bringt aber auch viele Fragen mit sich: Soll ich weiter zur Schule gehen oder lieber eine Ausbildung machen? Gehe ich mit X oder mit Y? Wichtig ist, dass die jungen Menschen wissen, wo sie hingehören. Dass sie immer zu ihren Eltern und Paten kommen können. Und dass sie wissen: Gott geht meine Wege mit. Er hilft mir auf, wenn ich mal strauchle, und er verzeiht mir, wenn ich einen Fehler mache.

Ich hoffe immer, dass ich das in der Konfirmandenzeit vermitteln konnte. Wenn ich da an meine eigene Konfirmation denke, war Vieles nicht so schön. Vorher gab es eine Prüfung, was mussten wir nicht alles auswendig lernen: Luthers Katechismus mit Erklärungen rauf und runter, dazu gefühlt das halbe Gesangbuch. Alles war so ernst und steif. Natürlich müssen die Konfirmanden auch heute noch einige Kernstücke des Glaubens wissen, sie sollen den Gottesdienst und das Leben ihrer Kirchengemeinde kennenlernen. Vor allem aber sollen sie erfahren, was und wer dahintersteckt: Gott selber nämlich. Auf ihn sollen sie vertrauen, ihn Vater nennen, so wie Jesus es uns beigebracht hat. Das ist wichtiger als stures Auswendiglernen. Darum habe ich meinen Konfirmanden in diesem Jahr ein Psalmwort mitgegeben auf ihren weiteren Lebensweg: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ (Psalm 18, 30). Was braucht es mehr im Leben?!

 

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Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130

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