Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Di. 27.12.16
„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues…
Dr. Hans Christian B…
„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Andacht zur Jahreslosung 2017

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy

Es kann erglühen und pochen, hämmern und stocken, brechen und zerspringen. Es kann verschenkt werden, unergründlich und offen sein. Und auch auf der Zunge können wir es tragen – unser Herz. Es kann aber auch trotzig und verzagt sein.

In der Bibel ist „Herz“ eines der am meisten gebrauchten Worte.  Kein Wun-der, gilt das Herz doch als Kern unserer Person, als unsere Mitte. Hier treffen wir unsere Entscheidungen, fühlen und empfinden wir.

Ein neues Herz, einen neuen Geist will Gott schenken. So sagt es der Prophet Hesekiel seinem Volk Israel zu, das zu dieser Zeit in der babylonischen Gefangenschaft sitzt.  Statt eines Herzens aus Stein, so die prophetischen Worte,  gibt Gott ein lebendiges und großes Herz. Konkret heißt dies für Hesekiel: die Schwachen schonen, fair handeln – auch gerade im wirtschaftlichen Zusammenhang – und  Unrecht meiden. Das schrieb er vor 2.500 Jahren.
„Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“, sagte Martin Luther zwei Jahrtausende später. 2017 feiern wir das 500-jährige Jubiläum der Refor-mation, die 1517 mit der Veröffentlichung von Luthers  Thesen begann. Er wollte seine Kirche von ihrer Mitte - quasi von ihrem Herzen her - erneuern und reformieren.
Selbstkritische Fragen gehören daher für mich zu diesem Jubiläumsjahr: Woran hänge ich ganz persönlich mein Herz? Was dient mir zur Orientierung?
Aber auch als Gemeinde, ja als Kirche insgesamt, ist immer wieder zu fragen: Was ist bei uns zu erneuern, zu reformieren? Gerade das Reformationsjubiläum darf sich ja nicht darin erschöpfen, die Vergangenheit zu feiern, sondern die Freiheit eines Christenmenschen für unsere Zeit durchzubuchstabieren, das Herz neu auf Christus auszurichten und es für den Nächsten zu öffnen.

Es ist gut, dass wir hier als evangelische und katholische Christen Seite an Seite stehen und gemeinsam 2017 ein Christusfest feiern können. Denn uns verbindet viel mehr als uns trennt. Und nach der Bibel ist der Geist, den Gott gibt, ein Geist, der zusammenführt: Ein Geist – verschiedene Gaben.
„Kirche im Reformstress“ – so hört man bisweilen kritisch über die kirchli-chen Reformbemühungen der vergangenen Jahre. Reform ist immer wieder nötig – eine der Grundeinsichten der Reformation. Und das geschieht in unserer Kirche. Aber manche, die sich hier dankenswert engagieren, stöhnen doch sehr über die Belastungen.

Die Jahreslosung 2017 ist die große Ansage gegen allen Reformstress:  Gott selbst schenkt Erneuerung. Und zwar ganz von innen her – durch Erneuerung des Herzens und durch einen neuen Geist. Das ist das Gegenteil eines Appells zu neuen Anstrengungen. Es ist die Einladung, Gott wirken zu lassen. Dafür braucht es Zeit und Raum. Eine wunderbare Ermutigung gerade für das Jubiläumsjahr. Reform muss nicht erzwungen werden, sie will wachsen.

Einen neuen Geist schafft Gott in uns. Allein aus Gnade – eines der Leit-motive der Reformation – wendet  er sich uns Menschen zu, erhält und erneuert seine Kirche. Uns bleibt, aus diesem neuen Geist zu leben und als seine Gemeinde mit einem neuen Herzen Gottes Botschaft in Wort und Tat in die Welt zu tragen.
Frei und unerschrocken dürfen wir dies tun, denn Gottes Zusage gilt: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Hans Christian Brandy

 

(Quelle: Kirchengemeinde Bexhövede – Jahreslosung 2017 - www.kirche-bexhövede.de/gemeinde/gemeindebrief/angedacht/2016/losung_2017)

 

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Dr. Hans Christian Brandy

Hans Christian
Brandy
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Sa. 24.12.16
In süßem Jubel
Dr. Matthias Wilke
In süßem Jubel

„Nun singet und seid froh“ – „In dulci jubilo“! In süßem Jubel – sollen wir singen und froh sein, „denn unseres Herzens Wonne liegt in praesipio“ – in der Krippe. Manchem ist dieses Lied schon längst ein traditioneller Begleiter durch die Advents- und Weihnachtszeit. So ist es eben: Einige finden´s schön, andere finden es kitschig. Das wird wohl immer schon so gewesen sein, je nach Zeitgeist und Geschmack. 1529 soll „In dulci jubilo“ zum ersten Mal im Gesangbuch abgedruckt worden sein. Martin Luther wirkte dabei mit. Aber Heinrich Seuse, ein Dominikaner, auch Suso genannt, kannte es bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts und soll es in einer frühen Form selbst verfasst haben. Die Legende besagt, dass ihm ein himmlischer Spielmann zurief: „Vergiss dein Leiden und tanz mit mir!“ Er fing an, vom Jesuskind „in dulci jubilo“ – in süßem Jubel – zu singen. Und dieser schöne Gesang vom Gottessohn hat das Herz Seuses so sehr berührt, dass er tatsächlich sein Leiden vergaß. Die Musik linderte, heilte vielleicht sogar. Irgendwie beeindruckend. Musik, Vertrauen und Glaube können dabei helfen, einen Heilungsprozess besser zu bewältigen. Für mich ist „In dulci jubilo – nun singet und seid froh“ nicht nur ein schönes und wohltuendes Lied. Ich lese darin auch dies: Jesus Christus ist das A und O, der Anfang und das Ende. Gottes Sohn bringt unser Leben auf die richtige Spur und trägt an den Lasten mit. Das ist gerade in dieser Zeit wichtig, in der wir erschrocken sind über den Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin. Wir gedenken der Opfer und trauern mit den Angehörigen und Freunden. Auf das Licht Gottes sehen und aus dem Licht Kraft und Mut schöpfen – das ist für mich Weihnachten. Weil Gottes Wille Frieden ist für alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion und Kultur. Gesegnete und friedvolle Weihnachten wünsche ich Ihnen von Herzen.

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Dr. Matthias Wilke

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Superintendentur
Matthias
Wilke
stellv. Superintendent
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Rotenburg
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Fax: 
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Di. 06.12.16
Psalm 130,6
Monatsspruch
Psalm 130,6

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter am Morgen.

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Di. 01.11.16
Monatsspruch November 2016
Monatsspruch
Monatsspruch November 2016

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in eurem Herzen.

2. Petrus 1, 19

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Do. 27.10.16
Vergib uns unsere Schuld
Ev. luth. Landeskirc…
Vergib uns unsere Schuld

Vergib uns unsere Schuld

3 Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke - 

4 was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden -, 

5 für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute; 

6 und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. 

7 Wie es denn recht und billig ist, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch in meinem Herzen habe, die ihr alle mit mir an der Gnade teilhabt in meiner Gefangenschaft und wenn ich das Evangelium verteidige und bekräftige. 

8 Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Christus Jesus. 

9 Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, 

10 sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi, 

11 erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes.

(Phil 1, 3-11)

Andacht der Woche

Wohltuend

Paulus schreibt an Christen, deren Gemeindegründung er aktiv gefördert hat. Nicht nur die Purpur-Händlerin Lydia, sondern viele andere sind anscheinend gut versorgt, gehören dem Mittelstand an. Sie sind in der Lage, Kollekten für andere zu sammeln. Auch Paulus, der jetzt im Gefängnis festgehalten wird und kein Geld verdienen kann, erhält eine großzügige Spende. Normalerweise lehnt er es ab, sich etwas schenken zu lassen.

Diese wohlmeinenden und wohltuenden Christen sind für Paulus offensichtlich eine große Freude. Überschwänglich dankt er Gott, dass er die Gemeinde in Philippi nicht nur finanziell reich beschenkt. 

Die Lage ist in deutschen Gemeinden gar nicht unähnlich: Die Bereitschaft zu Spenden ist weiterhin hoch, viele Ehrenamtliche wirken mit in diakonischen und nachbarschaftlichen Projekten. Aktionen für Flüchtlinge und mit ihnen werden an vielen Orten ins Leben gerufen, es entstehen Freundschaften und Partnerschaften. „Gott sei Dank!“ dürfen auch wir sagen, dass allem Widerspruch und allen Ängsten zum Trotz soviel Zuversicht und Gottvertrauen die Oberhand behalten. Welch ein Glück, dass viele Christen ihre Fürsorge nicht nur den eigenen Glaubensgenossen zukommen lassen, sondern allen, die Hilfe nötig haben.

Christenglaube ist seit jenem Auftrag Christi grenzüberschreitend: „Geht hin in alle Welt...“ Das gilt inzwischen auch umgekehrt: Wer zu uns kommt, woher auch immer, und Hilfe sucht, dem gehört unsere Aufmerksamkeit.

Paulus sieht in allen Wohltaten ein Werk der Liebe, die von Gott her kommt und uns geschenkt wird. Viele engagierte Christen gehören – den Philippern ähnlich – auch der gut situierten Mittelschicht an. Sie brauchen sich im Allgemeinen wenig Sorge zu machen und können abgeben. Für weniger Betuchte gibt es Diakoniekassen, kostenlose Beratung, Zuschüsse für Kinder- und Jugendfreizeiten. „Gott sei Dank!“, dass wir für viele in Not Geratene Hilfsmöglichkeiten anbieten können. Möglichst keiner soll zurückgelassen werden, möglichst jeder soll seinen (Lebens-)Weg unbekümmert gehen. Trotz aller Liebe und aller Zuwendung werden jedoch Lücken bleiben.

Darum bedarf es der Bitte, „dass eure Liebe immer noch reicher werde“. Und damit verbunden ist die Prüfung, „worauf es ankommt“, also eine Art Prioritätensetzung. Was hat Vorrang, was bringt Hilfe, was tut gut? Wer sich völlig verausgabt, kann anderen nicht mehr helfen. Wer seine Kräfte falsch einschätzt, steht möglicherweise bald ohnmächtig da. Paulus schreibt im 1. Korintherbrief: „Dafür halte uns jedermann: für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse.“ Unser Reden und Tun ist also zuerst ein Gottesdienst.

Paulus hofft wohl auf eine baldige Wiederkehr Christi. Das macht den Gottes- und Nächstendienst dringlich. Wir dagegen dürften uns eher darauf einstellen, dass unser Sterben einst die Tür zur Ewigkeit ist. Dies kann jederzeit geschehen. Also sind auch wir bereits heute und morgen Gott verantwortlich. Zugleich in der Gewissheit, dass Gott alles zu einem guten Ende bringt.

Pastor i.R. Udo Wolten

(Quelle: http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/wir-fuer-sie/sie-persoenli...)

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Ev. luth. Landeskirche Hannovers

Ev. luth. Landeskirche Hannovers
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So. 09.10.16
Wochenspruch Sonntag, 09. Oktober 2016 bis…
Wochenspruch
Wochenspruch Sonntag, 09. Oktober 2016 bis Samstag, 15. Oktober 2016

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6, 8)

Feiertag

20. Sonntag nach Trinitatis

Erklärung

Mit den Heiligen ist das so eine Sache, jedenfalls evangelisch gesehen. Doch wahrhaft protestantisch sprechen die Bibeltexte des 20. Sonntags nach Trinitatis vom „Heiligtum aller Gläubigen“. Wenn ein Mensch versucht, für Gottes Spielregeln zum Leben, seine Gebote, für die Würde und den Schutz allen Lebens tatkräftig zu leben, so die Texte, werde er geheiligt. Heilig sein bedeute nach dem Wochenspruch: aufmerksam mitgehen mit Gott. Und die Lesung aus der Hebräischen Bibel teilt Gottes Versprechen mit, er werde nahe sein, damit das Leben nicht vergehe.

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Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Mo. 03.10.16
Bierzeltkrieg
Peter Handrich
Bierzeltkrieg

Am Mittwoch hat sich das „Forum Diakonie“ in der Flüchtlingsunterkuft im Glummweg in Rotenburg getroffen. Das „Forum Diakonie“ ist ein loser Zusammenschluss diakonischer Einrichtungen im Kirchenkreis Rotenburg.

Manfred Kröger, Bereichsleiter der Flüchtlingshilfen Rotenburg, hat uns von viel Improvisation, viel Engagement, vielen Fortschritten und auch von ein bisschen Sand im Getriebe erzählt. Die beste Nachricht fand ich, dass Flüchtlinge aus Syrien zur Zeit sehr schnell ein Bleiberecht erhalten. Die schlechteste Nachricht fand ich, dass sie zur Zeit nur einen so genannten „subsidiären“ Status erhalten. Das bedeutet: Sie sind eigentlich keine echten Flüchtlinge. Ihre Anerkennung bekommen sie erst einmal für ein Jahr. Sie dürfen keine Familienangehörigen aus Syrien nachkommen lassen.

Angesichts der augenblicklichen Verhältnisse in Aleppo, aber auch in vielen anderen Regionen Syriens, ist das eine ausgesprochen zynische „Anerkennung“. Wie soll sich ein Mensch fühlen, dessen Frau, Mann, Kinder, Eltern in der andauernden Gefahr leben müssen, dass sie bombardiert und beschossen werden, es aber keine Ärzte mehr gibt, kein Operationsbesteck, keine Schmerzmittel? Etwas Schlimmeres kann ich mir kaum vorstellen.

Und dazu das Gerede von den Obergrenzen und dass es christlich sei, wenn wir nur so viele reinlassen, wie sich mit uns vertragen, und dann am besten nur noch Christen, am besten welche mit europäischer Kultur – vielleicht aus Großbritannien? Aus Island? Aus der Schweiz?

Der Krieg tobt in Syrien und im Sudan, im Irak und an vielen anderen hundert Schauplätzen, die es nicht einmal in die Tagesschau schaffen –- und wir fürchten um unsere Bierzeltkultur?

 

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Peter Handrich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
Lindenstraße 14
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 920889
Sa. 01.10.16
Wo aber der Geist des Herrn ist,
Monatsspruch
Wo aber der Geist des Herrn ist,

Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2.Kor 3,17

 

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So. 04.09.16
Wochenspruch Sonntag, 04. September 2016 bis…
Wochenspruch
Wochenspruch Sonntag, 04. September 2016 bis Samstag, 10. September 2016

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petr 5, 7)

Feiertag

15. Sonntag nach Trinitatis

Erklärung

Sorgenfrei leben, wer möchte das nicht. Doch Sorgen gehören zum alltäglichen Leben. Der 15. Sonntag nach Trinitatis wirbt um Vertrauen auf Gottes Möglichkeiten. Die Lesung aus der hebräischen Bibel lenkt den Blick auf die Schöpfung, in der alles zum Leben angelegt ist. Das Evangelium fragt danach, was wirklich lebensnotwendig und darum der Sorge wert ist.

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Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
So. 21.08.16
Die Saat der Diakonie
Matthias Richter
Die Saat der Diakonie

Neulich im Campus Unterstedt – der Landessuperintendent will sich ein Bild davon machen, wie die Diakonie die Flüchtlinge in Rotenburg betreut. Mit dabei sind vier junge Männer, aus Syrien, dem Irak, dem Iran. Sie erzählen, was sie nach Deutschland getrieben hat, was sie erlebt haben. Manche Träne fließt, besonders wenn sie von ihren Angehörigen in der Heimat berichten. Aber Augen leuchten auch, wenn es um die Zukunft geht. Einer hat gerade eine Festanstellung in einer Rotenburger Pizzeria bekommen. Der jüngste in der Runde – gerade 19 Jahre alt – wird rot, als zur Sprache kommt, dass er als erster eine einheimische Freundin hat. Er ist dankbar, dass er auch in ihrer Familie sehr herzlich aufgenommen wurde. Der andere steht in Gesprächen, wie er sein syrisches Studium hier fortsetzen kann. Alle haben in den letzten Monaten Deutsch gelernt, einer spricht holprig, der Student schon ziemlich geschliffen.

Würden wir es eigentlich merken, wenn unter unseren Bewohnern jemand radikal, vielleicht sogar gefährlich werden würde? Die erste Antwort auf unsere Frage überrascht uns nicht: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – nirgendwo auf der Welt, bei keinem Menschen, egal wo er herkommt. Denn was jemand im Verborgenen seines Herzens oder in den Untiefen des Internets treibt, ist nicht immer erkennbar. „Aber alles andere würden wir merken und gleich an Euch weitergeben“, sagt der angehende syrische Student und zählt die vielen Sprachen auf, die er versteht und die alle im Campus gesprochen werden. Da sind sich die vier Männer einig: Sie haben in den letzten Monaten durch Mama Grube, Madame Clüver und Frau Conny – wie sie ihre Betreuerinnen nennen – so viel Gutes erfahren, Trost gefunden und Hoffnung geschöpft, dass sie und alle, die sie kennen, für Hassparolen nicht anfällig sind.

Für mich ist es ein berührender Moment in dem schlichten Campuszimmer. Hier geht eine gute Saat der Diakonie auf. Das Zugehen auf den Nächsten hilft nicht nur dem Menschen, sondern kommt auch zurück. So wirkt Nächstenliebe mindestens doppelt. Ich glaube, wir schaffen es, die vielen Geflüchteten und Entwurzelten zu integrieren, wenn wir ihnen das Gefühl geben: Ihr seid Menschen, so wie wir – und Euer Schicksal lässt uns nicht kalt. Das ist oft schwierig, bewirkt aber tausendmal mehr als alle Parolen, die weiter spalten und nichts und niemanden nach vorne bringen.

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
So. 14.08.16
Nicht einfach zu knicken
Alexa Wilke
Nicht einfach zu knicken

Eigentlich war einfach ein netter Abend geplant. Daraus wurde nichts. Das hatte er gleich gesehen, als sein Freund in der Tür stand. „Frag nicht!“, sagte der, grüßte kaum und saß kurz danach ziemlich geknickt auf dem Sofa. „Mensch, es gibt Tage…“ fing er an. Der Morgen beim dementen Vater. Und am Nachmittag dann auch noch Streit mit seiner Freundin. „Es gibt Tage, die ziehen einen nur runter...“

Im Laufe des Abends erzählte er. Der Vater am Morgen. Früher war er offen für die Welt, hatte Freunde und stand im Leben. „Er hatte richtig Feuer, weißt Du?“ Und heute erkundigten sich die Nachbarn zwar höflich, wie es ihm ginge. Doch hinter der Hecke hörte er sie munkeln: „Mit dem ist nichts mehr los!“ „Und dabei ist das nicht wahr! Wenn ich Papa Bilder von früher zeige, dann funkeln seine Augen richtig. Und ich sehe wieder den Papa, der er immer für mich gewesen ist.“

Eine Weile blieb er ruhig. „Aber das mit der Moni…“ begann er dann. „Das mit der Moni – ich hab wirklich Angst, dass das in all der Belastung zerbricht.“ Er sackte noch tiefer in sich zusammen: „Mensch, ich will sie nicht so knicken…“

Eigentlich war ein netter Abend geplant. Und nun saß sein Freund auf dem Sofa, erzählte und schimpfte, versank in Gedanken. Erzählte sich Stück um Stück aus seiner Traurigkeit und seinem Ärger über sich selber heraus und wurde ruhiger. Hätte er den Wochenspruch für die kommende Woche gekannt. Er hätte etwas mit ihm anfangen können. In solchen Begegnungen wie denen, die ihn an diesem Tag runtergezogen hatten, können wir ahnen, was es bedeutet (Jesaja 42,3), „Gott wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“

 

 

 

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Alexa Wilke

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Dr. Alexa
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Pastorin der Stadtkirchengemeinde, Fundraisingbeauftragte im Kirchenkreis Rotenburg
Am Kirchhof 9
27356
Rotenburg //Postadresse: Westerwalseder Str. 7, 27386 Kirchwalsede
Tel.: 
(04261) 3061644
Mo. 01.08.16
Wohlwollende Entmündigung
KDA (Kirchlicher Die…
Wohlwollende Entmündigung

Ein herrlich warmer Sommerabend im Garten. Ich
rauche meine Feierabendzigarette bei einem Glas
Rotwein. Vorgestern, nach der Teilnahme am Schützenausmarsch,
wurde im Festzelt ausgiebig gefeiert.
Ich esse Fleisch, fahre einen Diesel-Pkw, sollte
regelmäßiger ins Fitness-Center gehen… Eigentlich
müsste ich ein schlechtes Gewissen haben, denn mein
Verhalten verstößt gegen allgemeine Trends zu mehr
Selbstdisziplin, Gesundheitsbewusstsein und Ressourcenschonung
und ist gefühlt unmittelbar mit dem
Zustand dieser Welt und des Planeten Erde verknüpft.
Es gibt zunehmend Verbindlichkeiten, wie ein risikoarmes,
moralisch vertretbares, wertvolles und nachhaltiges
Leben zu führen ist. Die entsprechenden Mittel
und Möglichkeiten werden zur Verfügung gestellt.
Und wer diese Chancen nicht wahrnimmt, dem droht
die Ausgrenzung: Höhere Versicherungsbeiträge, Abwertung
in der Öffentlichkeit, Sanktionen, Benachteiligung
im Berufsleben.

 

Unkontrolliertes verschwindet
Kopfschüttelnd stehen viele Ältere, die in den späten
sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts
für persönliche Freiheiten gekämpft haben, vor
der Unterwerfung durch die Vorgaben einer neuen
Moral und einer Normierung des Verhaltens. Räume
für Ausschweifendes, Unvorhergesehenes und Unkontrolliertes
scheinen zu verschwinden. Sicherheitssysteme,
Überwachungsanlagen, Rauch- und
Alkoholverbote, Hygienevorschriften, Helmpflicht,
Leinenzwang – Kontrollinstanzen sind allgegenwärtig,
und Piktogramme weisen auf den unfallfreien
Gebrauch von Plastikbeuteln hin oder belehren uns
beim Händewaschen.

 
Es ist alles geregelt
Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Dinge „von
oben“ schon geregelt werden und geben dabei unbemerkt
mehr und mehr Verantwortung ab. Doch
wer Menschen vor ihrem eigenen Verhalten schützen
will, kennt offenbar deren Interessen besser als sie
selber und spricht ihnen die Fähigkeit ab, eigene
Entscheidungen zu treffen. Was fürsorglich gemeint
ist, unterstellt Hilfsbedürftigkeit und nimmt Menschen
ihre Würde. „Fürsorge versorgt vor allem die
Fürsorger“, so beschreibt es der Autor Reinhard K.
Sprenger in seinem Buch „Das anständige Unternehmen“:
Institutionen geben vor, Probleme zu lösen,
sorgen aber in Wirklichkeit für ständigen Nachschub
an Problemen, für die sie Lösungen bieten. Somit
dienen infantilisierte Erwachsene dem Systemerhalt
und der Machtgier der anderen.
Ich möchte nicht wohlwollend entmündigt werden.
Auch wenn mein Verhalten verantwortungslos und
selbstgefährdend wäre, behalte ich mir die Freiheit
vor, selbst darüber zu entscheiden.

„Du, HERR, zeigst mir den Weg zum Leben.

In deiner Nähe finde ich ungetrübte Freude;

aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.“

(Psalm 16, 11)

Angesichts dieser Gewissheit des göttlichen Zuspruchs verlieren moralisch aufgeblasene Optimierungsgebote ihren Wert.

 

 

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser
Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.

V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
Haus kirchlicher Dienste
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3, 30169 Hannover
Fon: 0511 1241-449

Wohlwollende Entmündigung
Autor: Peter Greulich, Referent
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt/
KDA und Spiritual Consulting
greulich@kirchliche-dienste.de
August 2016
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Sa. 09.07.16
Lieder erklingen
Hilke Bauermeister
Lieder erklingen

Morgen ist das Finale der Fußball-Europameisterschaft. Zwei Mannschaften werden gegeneinander antreten. Fans werden sich im Stadion versammeln. Es werden die Nationalhymnen erklingen. Die Fans werden Gesänge anstimmen während des Spiels. Im Fußballstadion singt man gern und viel. Wie in der Kirche. Da singt man auch gern und viel. Vielleicht denken Sie nun: „Das mag ja sein. Aber die passenden Töne trifft man im Stadion leichter.“ Das stimmt! Viele Kirchenlieder haben schöne, aber anspruchsvolle Melodien. Wer die Melodie nicht kennt, hat es schwer, stets den richtigen Ton zu treffen. Da hat man es im Stadion einfacher.

Kirchenlieder und Fußballgesänge haben dennoch etwas gemeinsam: Singen verbindet. Obwohl sich die vielen Menschen in den Fankurven nicht alle kennen, sind sie doch für die Zeit, in der sie zusammen singen, geeint – geeint in dem Wunsch, ihre Mannschaft kräftig anzufeuern. Kirchenlieder vereinen Menschen im Gebet: Manche Lieder singen wir, um Gott zu danken, andere singen wir, um Gott zu klagen, was uns auf dem Herzen liegt. Lieder helfen, Traditionen zu bewahren, die Erinnerung wach zu halten an die Vergangenheit, sei es die Erinnerung an die glanzvolle Vergangenheit eines Fußballvereins oder die Erinnerung daran, was unser christlicher Glaube ist. Morgen Abend ist das Finale der Europameisterschaft. Morgen Vormittag ist Gottesdienst. In den Kirchen werden Lieder erklingen. Lieder, die uns daran erinnern, woran wir als Christinnen und Christen glauben: „Wenn wir in Frieden beieinander wohnten, Gebeugte stärkten und die Schwachen schonten, dann würden wir den letzten heilgen Willen des Herrn erfüllen.“ (Ev. Gesangbuch, Nr. 221, Strophe 2)

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Den Finger in die Wunde legen?
KDA (Kirchlicher Die…
Den Finger in die Wunde legen?

Den Finger in die Wunde legen?

In der Arbeitswelt steht dieses Wort für ein klares
Benennen von Missständen, Ungerechtigkeiten oder
falschen Entwicklungen. „Da müssen wir den Finger
in die Wunde legen“ meint immer etwas Wichtiges,
hier geht es um Entscheidendes. In einer guten Unternehmenskultur
erhalten „Wunden“ eine hohe Aufmerksamkeit. Denn genau hier entscheidet sich
die Fähigkeit zur Zukunftsgestaltung.

Dieses Bild vom dem Finger in der Wunde stammt
aus den Auferstehungsgeschichten von Jesus von
Nazareth. Dort fordert er Thomas auf, den Finger
in seine Wunde zu legen. Er soll mit seiner Hand die
Wundmale von Jesus spüren, damit er ihm als den
Auferstandenen vertrauen kann. Erst dann wird die
Geschichte von Thomas und den anderen Jüngern
Zukunft haben.

 

Wunden sind Schnittstellen
Für mich sind die „Wunden“ in Unternehmen wichtig,
weil sich in ihnen das reale Leben zeigt. Sie sind die
Schnittstellen für eine sinnvolle Weiterentwicklung.
Probleme offenbaren ja das, was getan werden
muss, wo sich der Einsatz am meisten lohnt. Wer sich
traut, sie aufzuzeigen, ist der Lösung am nächsten.
Denn sie sind die entscheidenden Stellen, die es zu
bearbeiten gilt.

Die Deutung der Jesusgeschichte vom „ungläubigen“
Thomas bestärkt uns genau in diesem Bemühen.
Durch seine direkte Frage nach den Wundmalen
erscheint Thomas erst einmal als anmaßend und ungläubig.
Doch die Reaktion von Jesus ist verblüffend.
Gerade durch seine Offenheit kommt Thomas zum
Glauben. Das Bild von Thomas wandelt sich. Jesus
findet ihn geradezu genial und macht ihn zu einem
Zukunftsmodell.

 

Thomas in der Arbeitswelt
Der Glaube an den Auferstandenen hat auch dann
Zukunft, wenn Jesus mit seinen Wundmalen nicht
mehr direkt greifbar ist. Für die Zeit ohne ihn sagt
er: „Selig sind, die nicht sehen (können) und doch
glauben!“ (Johannesevangelium, 20. Kapitel, Vers 29)
Mir gibt dieses Wort den Mut, immer an den Nahtstellen
der Arbeitswelt anzusetzen und dort nachzufragen.
Es ist eine wichtige Aufgabe, Manager
und Unternehmer zu begleiten und zu beraten, die
realistisch sind und ehrlich arbeiten. Dazu braucht
es die Aktualisierung der Jesusgeschichten, dazu
braucht es Thomas in der Arbeitswelt.

Glaubhaft Zukunft gestalten
In der Geschichte von Thomas bleibt es offen, ob er
wirklich seinen Finger in die Wundmale von Jesus
gelegt hat. Durch die positive Reaktion von Jesus war
das Hineinlegen nicht mehr nötig. Sie allein hat ihn
überzeugt und zur Mitarbeit gewonnen.
Nicht immer muss der Finger tatsächlich in die
Wunde gelegt werden. Ich wünsche mir Wirtschaftsunternehmen
wie auch öffentliche und kirchliche
Einrichtungen, die ganz selbstverständlich an den
entscheidenden Stellen ansetzen und mit ihren Mitarbeitenden
glaubhaft Zukunft gestalten.

 

 

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.
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Haus kirchlicher Dienste
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
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Fon: 0511 1241-449
Autor: Pastor Ralf Reuter
Pastor für Führungskräfte in der Wirtschaft, Spiritual Consulting
reuter@kirchliche-dienste.de
Juli 2016, WORTMELDUNG

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Mo. 04.07.16
Ans Eingemachte gehen
Martin Söffing
Ans Eingemachte gehen

Die ersten Gläser Erdbeer-Rhabarber-Marmelade sind gekocht.

Die Erntezeit hat wieder begonnen.

Früher, so erinnere ich aus meiner Kindheit, füllten sich dann die Regale im Vorratskeller. Es wurde eingekocht, eingelegt, eingeweckt, eingemacht. Und im Herbst und Winter ging´s ans Eingemachte. Das reichte bis zur nächsten Erntezeit.

Heute werden Früchte meistens eingefroren. Aber redensartlich ist uns das Eingemachte geblieben. Ans Eingemachte gehen, so der Duden, meint: an die Substanz gehen, von der Substanz nehmen.

In entscheidenden Situationen, wenn Stellungnahmen gefordert sind, wenn es um zentrale Fragen und die Auseinandersetzung geht, ist das „Eingemachte“ gefordert.

In unseren unruhigen und verunsichernden Zeiten möchte ich nicht, dass aus dem Keller alte Parolen aus brauner Vorzeit hervorgeholt werden und an Macht gewinnen. Ich möchte von dem Vorrat nehmen, der uns im Evangelium zur Verfügung gestellt ist: Das ist ein unerschöpflicher Vorrat an guter Botschaft. Sie will Frieden stiften, dem Leben dienen, Gemeinschaft fördern, eintreten für die Würde des Menschen, für die Bewahrung der Schöpfung.

Aber auch dieser gute Vorrat darf nicht zur Parole entleert werden.

Wir können daraus Kraft schöpfen, wir dürfen Menschen der Hoffnung sein und des festen Vertrauens auf Gottes Wirken in der Welt.

Und er braucht dazu unsere Hände und Füße, unsere Ohren, Augen und unseren Mund und unser Mit-Fühlen und unseren Verstand. Richtig viel ist uns gegeben! Wir können es einsetzen und es werden wieder viele gute Früchte daraus wachsen.

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Martin Söffing

Martin
Söffing
Pastor Klinikseelsorge AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM
Elise-Averdieck-Straße 17
27356
Rotenburg
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(04261) 77 - 2003
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(0172) 8450895
So. 12.06.16
Steh-Tipp für mit ohne Handy
Dr. Matthias Wilke
Steh-Tipp für mit ohne Handy

„Wenn Sie bei der Schnäppchenjagd im Kaufhaus jemanden verloren haben: geraten Sie, bitte, nicht in Panik! Bleiben Sie erst einmal ruhig stehen, gucken sich um – und gehen dann zu dem Punkt zurück, an dem Sie den anderen zuletzt gesehen haben. Hier verharren Sie und warten. Spätestens nach Ladenschluss werden Sie einander wiederhaben.“

Habe ich aus irgendwelchen Gründen kein Handy, um den anderen mal schnell anzurufen und zu fragen: „Ey, wo bist Du denn?“, dann mag dieser Steh-Tipp hilfreich sein. Jemanden zu suchen, muss nicht bedeuten, durch die Gegend zu laufen, sondern kann gerade auch heißen: stehen zu bleiben. Vielleicht stehen zu bleiben oder immer wieder nach kurzen Gängen zurückzukehren an einen Punkt, von dem ich überzeugt bin, dass der andere hier früher oder später wieder vorbeikommt. Denn hier waren wir schon einmal zusammen, bevor wir uns aus den Augen verloren. Auf diese Weise jemanden zu suchen, das erfordert viel Geduld, zugegeben. Vor allem, wenn zwei, die sich suchen, beide an irgendeinem Punkt stehen bleiben und darauf warten, dass sich der andere bewegt. Das gilt für zwei im Kaufhaus. Das gilt aber wohl auch für mich und den, den meine Seele sucht. Wer bewegt sich: er oder ich oder wir beide? Und an welchem Punkt waren wir das letzte Mal zusammen? Ohne, dass geklärt wäre, wer sich bewegt und wer wo wartet, heißt es von ihm, den meine Seele sucht, im Evangelium nach Lukas: „ER ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lukas 19,10). Also: Spätestens nach Ladenschluss weiß auch ich, dass ich gefunden bin. Das erfordert Geduld, aber ist auch eine echte Verheißung.

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Dr. Matthias Wilke

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Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Matthias
Wilke
Pastor
Westerwalseder Straße 7
27386
Kirchwalsede
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(04269) 9320121
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04269-2187
So. 29.05.16
Scherben
Pastor*in N.N.
Scherben

Neulich ist mir beim Abwaschen doch eine meiner schönen Teetassen kaputt gegangen. Vermutlich aus Unachtsamkeit, oder weil es mal wieder schnell gehen sollte. Scherben machen mich immer etwas wehmütig. Nicht nur wegen der Lücke im Schrank, die nun vorwurfsvoll auf mich wartet.

Sie erinnern mich daran, dass auch in unserem Leben leicht etwas zerbrechen kann.

Träume, Glück, Gesundheit…

Viele Menschen stehen unter dem Druck, immer funktionieren zu müssen. Je nach Typ fällt uns das leichter oder schwerer. Da ist die Angst, zu versagen und von den anderen abgelehnt zu werden, weil wir den Erwartungen nicht entsprechen, die von außen an uns herangetragen werden.

Wie gut ist es, in all diesem auferlegten Druck zu hören, dass Gottes Gnade und seine Zuwendung an keine Bedingung gebunden ist.

Sie gilt uns gerade dann, wenn wir der gängigen Norm nicht entsprechen!

Sie gilt uns nicht nur, wenn etwas geglückt ist, sondern auch wenn etwas kaputt gegangen ist in unserem Leben. Dann, wenn wir vor unseren eigenen Scherben stehen.

Solchen Menschen traut Gott offenbar etwas zu. Ihnen spricht er zu: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2 Korinther 12,9)

Wenn wir diese Worte in unser Herz lassen können, wird es uns vielleicht etwas leichter fallen, auf die Erwartungen und den Druck zu pfeifen und zu sagen: „Das ist mein Leben! Niemand kann für mich die Aufgaben und Chancen meines Lebens aus Gottes Hand nehmen!

Das bin ich! Von Gott bejaht und geliebt, trotz aller Schatten, die mir den Weg oft schwer machen!“

Es gibt jemanden, der uns aufhilft, wenn wir fallen. Gottes Hand lässt uns nicht los.

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Pastor*in N.N.

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Kirchenvorstand
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Pastor/-innen
Pastor*in der Stadtkirchengemeinde
27356
Rotenburg (Wümme)
Mi. 01.06.16
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr
Monatsspruch
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden. Ex 15,2

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So. 22.05.16
Sein Bestes ist manchmal noch nicht alles
Matthias Richter
Sein Bestes ist manchmal noch nicht alles

Vor kurzem in der Kirche Zum guten Hirten: Glocken läuten, festliche Stimmung prägen den Nachmittag. Feierlich wird ein neuer Chefarzt des Diakonieklinikums in sein Amt eingeführt.

Im Herzen des Gottesdienstes steht der Segen. Der Pastor, Weggefährten und Kollegen bilden vor dem Altar einen Kreis um den neuen Chefarzt herum. Sie legen ihre Hand auf seine Schulter und sprechen ihm ein Bibelwort zu, das sie persönlich für ihn ausgesucht haben. Und am Ende heißt es „Der Herr segne Dich und behüte Dich“, ganz ähnlich wie bei einer Trauung, einer Taufe oder einer Konfirmation. Ein Mensch erhält von Gott einen Zuspruch, den er sich nicht selber sagen kann. Der soll ihn tragen, gerade in den Momenten, in denen er oder sie an seine Grenzen kommt. Denn solche Grenzerfahrungen gehören zum Menschsein dazu. Auch der bestausgebildete Profi bleibt ein Mensch und wird erleben, dass er oder sie mit dem eigenen Wissen, der eigenen Erfahrung, den eigenen Fähigkeiten nicht weiterkommt. Für solche Momente ist der Segen da und will einen Menschen darin bestärken, dass bei Gott mehr möglich ist, als wir selber machen können. Vielleicht schickt Gott einen Menschen, der mir weiterhilft, vielleicht auch einen Gedanken, auf den ich allein nicht gekommen wäre – einen Geistesblitz eben, oder…oder

Einen Tag darauf läuten die Kirchenglocken schon wieder. Dieses Mal stehen 20 neue Mitarbeiter des Diakonieklinikums vor dem Altar, Pflegefachkräfte, Ärzte, eine Apothekerin, eine Sekretärin und andere – allesamt Menschen, die im Krankenhausalltag für ihre Patienten ihr Bestes geben wollen, für den ganzen Menschen mit Leib und Seele. Der Rahmen ist schlichter, aber der Segen ist derselbe. Und es steht derselbe Gott dahinter der seinen Menschen verspricht, dass er sie begleitet, auch im Berufsalltag.

Beim Rausgehen sagt ein Besucher: „So was habe ich noch nie erlebt. Warum macht man das eigentlich nicht viel öfter?“ Recht hat er. Der Gesegnete ist nicht von seiner eigenen Verantwortung freigesprochen, sein Bestes zu geben. Aber er weiß, dass sein Bestes manchmal noch nicht alles ist.

 

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Matthias Richter

Matthias
Richter
Theologischer Direktor des Agaplesion Diakonieklinikums
Elise-Averdiek-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77-0
So. 15.05.16
Der Geist Gottes
Susanne Briese
Der Geist Gottes

Es ist Pfingsten. Schade, dass es wieder so kalt geworden ist. Sonniges Wetter hätte das Fest doch rund gemacht. Denn viele freuen sich über die zwei freien Tage, über schönes Wetter, das Aufblühen der Natur. Was Pfingsten allerdings bedeutet, leuchtet vielen nicht mehr ein - wozu feiert man diese beiden Tage eigentlich? Zunächst mal: Pfingsten ist ein Fest, das sich auf das ganze Leben auswirken will. Nicht nur an diesem Wochenende, 50 Tage nach Ostern, sondern an jedem Tag kann Pfingsten sein. Pfingsten ist das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes, das heißt: Gottes Geist soll in unser Leben einfließen, soll in uns wirken, uns bewegen.

Wie das aussieht, wenn man so vom Geist Gottes ergriffen ist? Vielleicht wird man völlig überrascht von dem, was da geschieht. Wenn sich plötzlich eine Tür öffnet, wenn man eine ganz tiefe Gewissheit spürt und zuversichtlich sein kann. Wenn auf einmal etwas geht, wovon man vorher nur träumen konnte. In der Bibel lese ich, dass die Jünger – im wahrsten Wortsinn wie aus heiterem Himmel – plötzlich Fähigkeiten an sich entdecken, von denen sie vorher überhaupt nichts wussten: Sie sprechen in allen Sprachen! Das heißt ja auch, dass Grenzen überwunden werden, wenn jeder die Jünger in seiner eigenen Sprache reden hören und verstehen kann. Gottes Geist stiftet Gemeinschaft und hilft dabei, über Mauern zu springen. Jetzt könnten Sie sagen: „Das ist ja alles schön und gut. Aber wo gibt`s den denn, diesen Geist Gottes, wenn ich ihn grad mal brauchen sollte?“

Ja, das ist eine wichtige Frage. Wo gibt’s den Geist? Wir sind ja auch gewohnt, so zu fragen. Für alles, was wir brauchen, gibt es Orte, an denen man es kriegen kann. Und zur Not bestell ich mir`s übers Internet. Dann kommt es ins Haus – innerhalb von 24 Stunden. Alles wie gewünscht. Wäre doch toll, wenn man für den Heiligen Geist auch so eine Bestelladresse hätte. Dann könnte man sicher sein, dass man ihn zu jeder Zeit verfügbar hat. Wie so ein Zauberspruch, der die Welt auf einen Schlag besser machen kann.

 

Diesen Wunsch, die Welt zu verbessern in allen Ehren – wer will das nicht – aber so geht das nicht mit dem Geist. Wir haben uns zwar daran gewöhnt, alles sofort verfügbar zu haben. Wir haben uns daran gewöhnt, alles schnell zur Hand zu haben und selbst zu managen. Das ist ja auch im Prinzip eine gute Sache, wenn jeder da an guten Lösungen mitwirkt, wo es möglich und erforderlich ist. Manchmal erleben wir, dass unsere Entscheidungen von momentanen Eindrücken oder Erkenntnissen abhängig sind. Der Geist der Welt ist oft kurzsichtig. Der Geist des Lebens sieht dagegen weit.

Der Geist Gottes, der Geist des Lebens weht, wo und wie er will. Und er kommt überraschend auf uns zu. Wie eine Energie, die uns auf den Weg schickt, auch über Widerstände hinweg. Und plötzlich weiß ich, wozu ich lebe. Und wohin es gehen soll. Und ich spüre diese Kraft und atme auf und gehe los. Und das bleibt nicht folgenlos.

 

 

 

 

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Susanne Briese

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Susanne
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