Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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So. 03.04.16
Wie neugeboren
Martin Söffing
Wie neugeboren

„Ich habe heute geduscht und Haare gewaschen!“, berichtet eine Patientin voller Freude. „Ich fühle mich wie neugeboren!“ Zehn Tage nach der Operation wieder frisches Wasser auf der Haut zu spüren, fühlt sich wunderbar an.
Ein anderer Patient erzählt erleichtert: „Es ist nichts Bösartiges! Ich bin so froh! Ich fühle mich wie neugeboren!“
Patienten, die von Ostererfahrungen berichten und ich höre: Ich habe wieder Kraft bekommen, ich fühle mich wieder lebendig! Ich bin Angst und Sorge los!
Und dann besuche ich einen Patienten, der kann nicht mehr selbst duschen, er wird auch nicht mehr gesund, er weiß, dass er sterben wird. Er sagt zu mir: „Es ist alles gut. Ich bin ganz gelassen.“
Und ich sage nur: Danke, Gott.

Ostererfahrungen mitten im Leben und am Lebensende. Ich bin dankbar, an ihnen teilhaben zu dürfen. Wie neugeboren – so lautet der Name dieses Sonntags.

Petrus schreibt darüber in einem Brief an Christen in Kleinasien. Er erinnert sie: Mit Jesu Auferstehung ist ein neues Leben angebrochen. Dieses Leben ist noch anders als einzelne Ostererfahrungen, es ist eine neue Haltung gegenüber den Menschen. Wir verdanken sie der Barmherzigkeit Gottes. Gott schenkt Hoffnung trotz aller Todesspuren in der Welt. Deshalb seid selbst barmherzig, lebt nach dem Willen Gottes in seiner Liebe. Und habt keine Angst vor Anfeindung oder gar Tod. Gott wird neues Leben schenken.

Das schreibt Petrus damals. Und heute sehe, höre, lese ich vom Terror gegen Christen in Pakistan, Gewalt, Krieg, Tote überall in Gottes Welt. Todesspuren überall. Es ist schwer, der Barmherzigkeit und der Liebe zu vertrauen. Aber nur so haben Menschen und Schöpfung eine Chance.

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Martin Söffing

Martin
Söffing
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Mo. 21.03.16
Peng, du bist tot
Peter Handrich
Peng, du bist tot

Es ist Fastenzeit. Es ist Passionszeit. Es ist die Zeit vor Ostern, in der wir in der Kirche daran denken, dass vor Ostern Jesus erst einmal am Kreuz gestorben ist.

Er wurde verhaftet, verhört, gefoltert und starb am Ende am Kreuz.

Merkwürdig ist, dass daraus eine Religion werden konnte, das Christentum. Das sich heute noch unter dem Zeichen des Kreuzes versammelt, nicht unter dem Zeichen der Auferstehung.

Früher haben Menschen die Christen verspottet. Dieser Jesus, das soll euer Gott gewesen sein? Wie kann es sein, dass euer Gott am Kreuz umgebracht werden konnte? Warum hat euer Gott das nicht verhindert?

Inzwischen wissen wir, warum das so ist. Menschen wie Jesus werden heute noch umgebracht. In Syrien. Im Irak. Im Sudan. In Mali. Manchmal sogar in Paris.

Und das nicht, weil jemand eine Mordswut hat. Nicht, weil jemand dringend Geld braucht. Nicht, weil jemand nicht mehr ein noch aus weiß. Sondern: Weil Menschen den Krieg, den Tod und die Gewalt als eine Möglichkeit sehen sich einen Vorteil zu verschaffen. Weil Waffen verkauft und ausprobiert werden müssen, wenn man damit Geld verdienen will. Weil viele Länder und auch unser Land diese Waffen herstellen und verkaufen. Weil Europa sich nicht dafür verantwortlich fühlt, dass Menschen ihr Heil vor den Waffen in der Flucht suchen.

Während Sie diese Zeilen lesen, stirbt Jesus in Syrien, im Irak, im Sudan, in Mali, vielleicht sogar in Paris. Während Sie diese Zeilen lesen, stirbt Jesus überall in der Welt. Als Mann, als Frau, als Kind und als Gott.

Und was können wir dagegen tun?

Nur das Übliche: Gott lieben und unsere Nächsten wie uns selbst. Mehr geht nicht. Und die Fremden sind mit den Nächsten mitgemeint.

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Peter Handrich

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Mo. 21.03.16
Komm, steh auf
Jutta Wendland-Park
Komm, steh auf

Komm, steh auf! Ich erinnere mich noch gut an die Worte meiner Mutter. Sie kam damals ins Zimmer und meinte: „Steh auf, du musst zur Schule. Sonst ist der Bus weg.“ Am liebsten hätte ich die Bettdecke über den Kopf gezogen und wäre einfach liegengeblieben. Aber schließlich siegte die Vernunft und ich sprang aus dem Bett. Zugegeben, bis heute gibt es manchmal Tage, an denen ich lieber der Welt den Rücken kehren würde. Einfach liegen bleiben. Aber letztendlich stehe ich dann doch auf.

„Komm, steh auf!“ Es gibt Situationen, in denen wir die aufmunternden Worte eines Menschen benötigen. Immer dann, wenn wir uns in unser Schneckenhaus zurückgezogen haben, weil ein Ereignis uns aus der Bahn geworfen hat. Die Diagnose einer schweren Krankheit, der Verlust der Arbeit, eine Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen. All das kann uns den Mut nehmen, aufzustehen und dem Leben wieder entgegenzutreten. Dann braucht es einen Freund an unserer Seite ist. Jemand, der unsere Verzweiflung und Resignation erträgt und irgendwann auch beherzt sagt: „Komm, steh auf!“ Und es kann geschehen, was Marie Luise Kaschnitz in einem Gedicht so beschreibt: „Manchmal stehen wir auf – stehen wir zur Auferstehung auf – mitten am Tage.“

„Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Diese Worte sagt Jesus zu einem Kranken am Teich Bethesda und sogleich wird der Mensch gesund und nimmt sein Bett und geht. Wir haben leider nicht die Fähigkeit, solche Wunder zu vollbringen. Uns Menschen sind Grenzen gesetzt. Und die schmerzlichste Grenze markiert der Tod. Doch bald feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten. Diese Osterbotschaft schenkt uns die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Sie ermutigt uns, an die Auferstehung zu glauben mitten im Leben und über den Tod hinaus.

Ich wünsche Ihnen die Kraft dieser Hoffnung in den Widrigkeiten des Lebens und darüber hinaus

Jutta Wendland-Park
 

 

 

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Di. 01.03.16
Fliegen überwindet Grenzen
KDA (Kirchlicher Die…
Fliegen überwindet Grenzen

Fliegen überwindet Grenzen
„Die gegenseitige Absperrung der Länder, der Zollzwang
und die Verkehrserschwerung ist nur dadurch
möglich, daß wir nicht frei wie der Vogel auch das
Luftreich beherrschen. Der freie, unbeschränkte Flug
des Menschen kann hierin Wandel schaffen. Die Grenzen
der Länder würden ihre Bedeutung verlieren, weil
sie sich nicht mehr absperren lassen; die Unterschiede
der Sprachen würden mit der zunehmenden Beweglichkeit
der Menschen sich verwischen. Die Landesverteidigung,
weil zur Unmöglichkeit geworden, würde
aufhören, die besten Kräfte der Staaten zu verschlingen,
und das zwingende Bedürfnis, die Streitigkeiten
der Nationen auf andere Weise zu schlichten als den
blutigen Kämpfen um die imaginär gewordenen Grenzen,
würde uns den ewigen Frieden verschaffen. Wir
nähern uns diesem Ziele.“ (Otto Lilienthal an Moritz von Egidy, 1894)

Leben für einen Traum
Schon in seiner Jugend sucht Lilienthal in seiner Heimatstadt
Anklam nach Wegen, die Erde unter sich zu
lassen und frei zu schweben. Er studiert in Berlin und
erlebt das Elend der Arbeiterbevölkerung. Die Erleichterung
schwerer körperlicher Arbeit liegt ihm als
Ingenieur und Unternehmer am Herzen und er führt
1890 als einer der ersten eine Gewinnbeteiligung für
die Arbeiter in seiner Fabrik ein. Sein Geld und seine
(Frei-) Zeit aber steckt er in seine Flugapparate und
bezahlt für seine Vision mit dem Leben.
Vision von einem gerechteren Leben
Welche Leidenschaft spricht aus dem Brief an Moritz
von Egidy, einem Sozialrevolutionär seiner Zeit.
Lilienthal treibt nicht nur die unermüdliche Suche
nach einer technischen Lösung des Fliegens an. Nein,
er verbindet sie zugleich mit einer Vision von einem
besseren Leben für die Völker, die sich durch Grenzen
sinnlos aufreiben und Ressourcen zerstören. Auch das
hat er hautnah erlebt als Soldat im Krieg 1870/71.

Ein gescheiterter Visionär
Lilienthals Worte sprechen von einer Hoffnung, die
auch heute noch viele bewegt: Grenzen überwinden,
um (Über-) Leben zu sichern. Sein Traum vom Fliegen
wird zwar wahr, doch die damit verbundene Hoffnung
auf Frieden wird sich nicht erfüllen. Schon wenige Jahre
später wird diese Erfindung als Waffe im Krieg eingesetzt.
Lilienthal, ein gescheiterter Visionär? Und sollten
wir aus dieser Einsicht heraus nicht besser den Traum
von einer gerechteren Welt aufgeben, einer Welt des
Friedens, in der das gute Leben für alle verwirklicht
ist? Mitnichten.

Kraft der Visionen
Die biblischen Schriften sind voller Visionen. Der Löwe
wird mit dem Lamm spielen, Schwerter zu Pflugscharen
geschmiedet. Das kommende Reich Gottes wird
Grenzen zwischen Menschen pulverisieren und am
Ende wird Gott in einer wunderschönen Stadt unter
uns Menschen wohnen. Bilder, die bewegen, damals
wie heute. Bilder, die Kraft entwickeln und träumen
lassen. Bilder, die unverzichtbar sind, weil sie viele
Frauen und Männer zum Handeln motivieren – trotz
aller Widerstände.

 

"Fliegen können" WORTMELDUNG März 2016 von Dr. Matthias Jung

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Autor: Dr. Matthias Jung
Pastor, Referent für den Kirchlichen
Dienst in der Arbeitswelt,
Region Osnabrück/Ostfriesland-Ems
jung@kirchliche-dienste.de

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Mo. 22.02.16
Klare Kante
Roger Moch
Klare Kante

Das Jahr 2016 ist erst sieben Wochen alt. Seit Silvester habe ich das Gefühl, dass ein schrecklicher Tagesbericht den nächsten ablöst. Blitzartig. Als hätte jemand einen Turbo im Weltgeschehen eingeschaltet. Ich habe dabei das Gefühl, dass ich die Orientierung verliere. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen, junge Erwachsene, die sich einen abartigen Spaß daraus machen, Passanten zu verprügeln, immer neue Terrorangriffe und Kriege, die Menschen ihr Zuhause oder ihre Sicherheit oder ihr Leben verlieren lassen, Missbrauch von Kindern, verseuchte Lebensmittel ...

Das kann ich nur schwer aushalten. Wo soll ich eingreifen, was soll ich tun, und wie soll ich das machen? Oder soll ich einfach keine Nachrichten mehr gucken, keine Zeitung mehr lesen und darüber hinwegsehen, weghören und nicht darüber sprechen?

Es ist noch nicht allzu lange her, da glaubten wir an eine breite gesellschaftliche Einigkeit angesichts der Not der vielen Menschen, die vor Krieg und Terror geflohen sind. Menschen, die bei uns Schutz und eine neue Lebensperspektive suchen. Wenn Menschen in Not sind, dann helfen wir ihnen. Von dieser Gemeinsamkeit war ich überzeugt. Aber jetzt bin ich verunsichert und vieles bestürzt mich. Die ansteigende aggressive Fremdenfeindlichkeit, die kaum mehr durchschaubaren politischen Kämpfe. Das alles belastet die öffentliche Stimmung. Vielleicht, weil der Kurs nicht mehr stimmt. Es scheint, wie es manchmal beim Segeln ist, entweder das Boot dümpelt vor sich hin, wie bei einer Flaute, oder ein Sturm treibt es vor sich her. Klares Kurshalten scheint schwierig geworden. Da braucht man einen Kompass, der die Richtung zeigt.

Für mich ist eines ganz eindeutig. Die Menschen haben Vorrang und Vorrecht. Nicht die nackten Zahlen und nicht das Geld. Es geht um den einzelnen Menschen mit seiner Lebensgeschichte, seinem Schicksal, seiner Zuversicht.

Jesus hat in einer Zeit gelebt, die viel trostloser war als die heutige. Trotzdem hat er Gutes getan, weil er z.B. nicht hinnehmen wollte, dass Fremde gedemütigt werden, oder eine Frau von Männern gesteinigt wird. Er hat seine Vorsätze nicht mit Gewalt durchgesetzt, sondern Frieden geschaffen. Hat eben nicht zurückgeschlagen, sondern vergeben. Jesus hat mit offenen Sinnen die Missstände in der Gesellschaft angeschaut und dann klare Worte gefunden. Für eine gerechte Welt, auf der alle Menschen in Frieden leben können. Glauben, Wahrnehmen, Handeln, das ist nötig. Damals wie heute. Das gibt mir Orientierung.

 

 

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Mo. 01.02.16
Die Zehn Gebote für die Arbeitswelt
KDA (Kirchlicher Die…
Die Zehn Gebote für die Arbeitswelt

Was kann uns Orientierung für ein gutes Miteinander
bei der Arbeit geben? Sind es die ausgefeilten Unternehmensleitlinien?
Sie sind oft so kompliziert und
manchmal auch schon wieder veraltet. Ein gelingendes
Miteinander lebt von grundlegenden gemeinsamen
Werten. Sie sollten so eingängig und verständlich sein,
dass ein Kind sie begreift und an 10 Fingern abzählen
kann.
Die Zehn Gebote der Bibel stellen so eine grundlegende
Hilfe für das Leben dar. Sie sind seit Jahrtausenden
bewährt und trotzdem immer wieder vergessen. Wir
können sie übersetzen in die Herausforderungen der
Arbeitswelt. Sie verdeutlichen uns unsere dreidimensionale
Verantwortung gegenüber Gott, unserer Mitwelt
und uns selbst. Eine ideale Hilfe zum gemeinsamen
Gestalten in der einen Welt:

1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen
Götter haben neben mir. Lass Gott die Hauptrolle in
Deinem Leben spielen. Nimm seinen Auftrag wahr,
die Erde zu bebauen und zu bewahren. Lobe Gott mit
Deiner Arbeit.

2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht
missbrauchen. Respektiere Gottes Autorität. Maße sie
dir nicht selbst an. Vermeide religiöse Anspielungen zu
Deinem Vorteil oder zu Zwecken der Werbung.

3. Du sollst den Feiertag heiligen. Entdecke das große
Geschenk an Dich und Deine Mitmenschen: Du darfst
am Sonntag wie Gott ruhen. Danke ihm dafür. Ermögliche
bewusst auch anderen, den Sonntag als Tag der
Ruhe und Erholung zu erleben.

4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Gott hat die Familie erfunden, um Menschen eine
gute Entwicklung zu ermöglichen. Sie sollen lernen,
was vertrauensvolle und fürsorgende Gemeinschaft
bedeutet. Trage Deinen Teil dazu bei, dass dieses Miteinander
täglich erfahrbar wird und die Gesellschaft
positiv prägt.

5. Du sollst nicht töten. Bedenke die Folgen Deines
Tuns. Frage Dich, was dem Leben dient.

6. Du sollst nicht ehebrechen. Treue und Vertrauen sind
ein fester Anker in der Zeit. Verheirate dich nicht mit
deiner Arbeit. Verhalte dich ehrlich und loyal deinen
Mitmenschen gegenüber.

7. Du sollst nicht stehlen. Betrug, Manipulation oder
Vorteilsnahme sollen nicht Dein Handeln bestimmen.
Es liegt kein Segen darauf, auf Kosten anderer weiterzukommen.
Setze Dich vielmehr ein für Gerechtigkeit
und das Recht der Schwachen.

8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen
Nächsten. Frage dich, was wahr und fair ist. Sei ein
Vorbild im kollegialen, freundschaftlichen und partnerschaftlichen
Miteinander.

9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du
darfst Deine echte und ewige Heimat bei Gott haben.
Mehr geht nicht. Gönne anderen ihren Besitz und gib
ihnen von der Liebe weiter, mit der Gott dir begegnet.

10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib,
Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist. Gier, Neid
und Geiz sind giftige Früchte, die dich und andere
krankmachen. Liebe Gott, damit dein Leben gelingt.
Entdecke die Potenziale, die er dir verliehen hat. Lebe
sie in gegenseitiger Ergänzung mit deinem Nächsten.
So wirst Du ein Segen sein!

 

WORTMELDUNG Februar 2016

 

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser
Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de.

 

Autor: Peer-Detlev Schladebusch Pastor für Führungskräfte derWirtschaft, Spiritual Consulting, KDA Region Lüneburg-Wolfsburg, Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, Email: schladebusch@kirchliche-dienste.de

 

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So. 31.01.16
Wochenspruch Hebräer 3,15
Wochenspruch
Wochenspruch Hebräer 3,15

"Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht!"

Wochenspruch Sexagesimae (60 Tage vor Ostern)

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Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Fr. 01.01.16
Ein Quantum Trost
KDA (Kirchlicher Die…
Ein Quantum Trost

Ein Quantum Trost
So der Titel eines James Bond Films aus dem Jahr 2008.
Darin aber: Keine Spur von Trost. Vielmehr brutale
Morde mit dem Ziel, die Terrororganisation „Quantum“
zu vernichten. Ein Action-Abenteuer-Inferno.
Und damit furchterregend nahe dran an realen Ereignissen
unserer Welt. Der Terror in Paris und geplante
Anschläge in unserem eigenen Land, die Gewalttaten
in Syrien, Afghanistan, Nigeria und vielen anderen
Ländern der Welt erschrecken, empören: „Sind die
denn noch ganz bei Trost?“
Das fragt man sich auch angesichts anderer Ereignisse:
Der globale Wettbewerbsdruck führt in einigen
Unternehmen zu Betrug und Täuschung. Ehrlichkeit
und Anstand bleiben auf der Strecke. Vertrauen wird
verspielt. Am Arbeitsplatz oder im privaten Bereich
macht manches Verhalten, manche Reaktion fassungslos:
Noch ganz bei Trost?

 
Zusage von Trost
Mitten hinein in das Trostlose dieser Welt und unseres
Lebens werden uns biblische Worte als Losung für
das neue Jahr zugespielt: Gott spricht: Ich will euch
trösten, wie einen seine Mutter tröstet (Jesaja 66,13).
Wie tröstet eine liebende Mutter (ein liebender Vater)?
Angst, Schmerzen, Verzweiflung wischt sie nicht
einfach schnell weg: „Alles halb so schlimm“; das wäre
billiger Trost; oder, schlimmer: „Stell dich nicht so an!“.
Eine Mutter nimmt Leiden und Not ernst, steht zur Seite,
manchmal auch ganz ohne Worte, sie hält mit aus,
sie nimmt in den Arm, wischt Tränen ab. So auch und
noch viel mehr Gott. Er ist der „Gott allen Trostes“. Er
hat uns seinen Tröster, seinen Heiligen Geist, zugesagt.
Er schenkt uns Hoffnung, Mut und Kraft, Schweres
auszuhalten und, wenn möglich, zu verändern.
Bei Fehlern und Schuld brauchen wir dabei kein Aburteilen,
keine „Verdammnis“, sondern ehrliche Worte
und konstruktive Kritik. Auch das kann langfristig
tröstend sein. Ebenso Änderungen von Rahmenbedingungen.
Alles, was Vertrauen (wieder) aufbaut,
was Klarheit schafft, was ermutigt. Trost kann darum
nicht nur individuell, sondern auch strukturell gegeben
werden.

 
Des Trostes bedürftig
Wer braucht Trost? Alle, die unter einem schweren
Schicksalsschlag leiden, die trauern, die auf der Flucht
sind, die helfen, die überfordert sind, die am Rande
stehen. Aber letztlich ist jede/r von uns ein des Trostes
bedürftiger Mensch. Wir alle sind darauf angewiesen,
dass uns Trost geschenkt wird. Denn Trost, der nachhaltig
ist, schafft keiner aus sich selbst heraus, auch nicht
mit Hilfe von sog. „Trösterlie“.

 
Ein Jahr des Trostes
Trost kann Leiden und Not nicht aufheben. Aber durch
Trost verlieren Angst und Schrecken ihre oft lähmende
Macht. Trost lässt aufatmen. Er kann den Blick frei
machen für Veränderungen und neue Wege.
Gott will, dass wir nicht in ein trostloses, sondern in ein
getröstetes neues Jahr gehen. Er will, dass wir „ganz
bei Trost“ sind: in diesem Leben und dann vollkommen
ungetrübt im anderen Leben.

 

 
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WORTMELDUNG Januar 2016 "Ganz bei Trost?!"
V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt
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Autor: Michael Klatt (Landessozialpfarrer, Leiter des Fachbereichs Kirche.Wirtschaft.Arbeitswelt)
 

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Do. 24.12.15
„Ich komme bald“
Dr. Matthias Wilke
„Ich komme bald“

Das klingt wie ein kurzes Telegramm. Mehr dahin gekritzelt, als dass es ordentlich geschrieben worden wäre. Drei Worte. Mehr steht nicht drauf auf dem Zettel. Und bei genauem Hinsehen entdecke ich: Das „e“ hebt sich vom Wort „Komme“ ab. Und die ersten beiden Worte scheinen in einem Zuge geschrieben worden zu sein, womöglich standen diese Worte zuerst da: „Ich komme“. Und dann erst „bald“. Oder haben zwei verschiedene Schreiber hier ihre Notiz hinterlassen? Der eine kündigt seine Ankunft an und der andere wünscht sich, dass es schnell gehen möge damit. Könnte ja auch sein.

„Ich komme bald“ – Der Künstler und emeritierte Professor Thomas Zacharias hat die Radierung geschaffen. Drei Worte. Es scheint mit diesen Worten alles gesagt. Der Adressat scheint sehr gut bekannt zu sein. Die Ankündigung ist schon die Botschaft selbst. Und was heißt das? Was wird die Ankunft bringen, was bedeutet sie? Ich denke an Hoffnung, wenn ich die Worte ansehe. Aber sie ermahnen auch. Einige werden die drei Worte mit Erleichterung lesen. Andere müssen sich wohl eher warm anziehen.

Mich erinnert der kleine Zettel an das Wort aus dem letzten Buch der Bibel, an die Offenbarung des Johannes. Der Seher Johannes beschreibt die Ankunft Jesu Christi, der diejenigen, die sich an ihn halten, erlösen und befreien wird. Die anderen aber werden sehen, dass ihr Mangel an Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Glaube ebenfalls genau angeschaut wird – je nach der eigenen Lebensweise.

Diese Zeit ist eine Zeit der Besinnung. Jenseits des lieblichen Kerzenduftes ist Raum da zum Nachdenken darüber, was Jesus wohl über das eigene Leben zu sagen hätte. Manches wird daran wirklich so sein, dass man es ihm gern zeigt. Hier und da aber haben sich auch Dinge in das Leben eingeschlichen, die man noch nicht einmal selbst gern ein zweites Mal anschaut. Wir können Dinge ändern und neu starten. Schade wäre es, wenn wir jetzt die Augen davor verschließen würden. Denn ein Leben in Frieden ist allemal lebenswerter und bringt Segen – für sich selbst, aber vor allem auch für andere.

 

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Dr. Matthias Wilke

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Mi. 16.12.15
Bei uns zu Hause gehört die Krippe zur…
Ralf Meister
Bei uns zu Hause gehört die Krippe zur weihnachtlichen Grundausstattung

Bei uns zu Hause gehört die Krippe mit der Heiligen Familie zur weihnachtlichen
Grundausstattung. Die größte Krippe steht im Zimmer meines Sohnes auf der
Fensterbank. In groben Zügen geschnitzt, das Jesus-Kind in schlichtem Futtertrog,
Maria kniet und Joseph mit träumend-fernem Blick daneben. Die Tiere drum
herum, Esel, Ochse und Schafe, dazwischen Hirte und Hund. Die drei Weisen aus
dem Morgenland sind am Rand postiert.

 
Wenn wir die Heilige Familie genauer anschauen und heute Abend wieder die
biblische Erzählung von Maria, Josef und dem neugeborenen Kind in der Krippe
hören, erkennen wir, wie zerbrechlich das Gefüge ist. Nichts ist perfekt. Die
Mutter ist unsicher in ihrer Rolle, der Vater ist zweifelnd über seine Vaterschaft,
die Umgebung ist feindselig und das Kind ist sprach- und hilflos. Jahre später
werden die Eltern ihren Sohn oft mit Kopfschütteln und Unverständnis begleiten.
Heilige Familie heißt nicht heile Welt. Vielleicht liegt darin unsere besondere
Nähe zu diesem Geschehen, weil wir in der großen Sehnsucht nach einer heilen
Familie immer wieder unsere Unzulänglichkeit erkennen. Was wollten wir nicht
alles sein und sind es nicht geworden: Liebevolle, sorgsame Väter mit viel Zeit für
die Familie. Geduldige Mütter, die fröhlich die vielfältigen Anforderungen unter
einen Hut bringen. Aufmerksame Partnerinnen und Partner. Artige Kinder, zumindest
nicht ganz so frech, wie wir dann waren. Behutsame Begleiter unserer
altgewordenen Eltern mit einem guten Gefühl für das, was an Hilfe nötig ist. Eine
Schwester ohne Gemeinheiten gegenüber dem Bruder. Eine Schwiegermutter,
die großzügig die Eigenheiten des Schwiegersohns übersieht. Ein Großvater, der
nicht ablehnt, sondern geduldig und gelassen all das Neue erlebt. Alles das sind
wir oft nicht gewesen.
Die Heilige Familie zeigt Schwächen – aber auch Stärken. Denn sie hält gerade
in dieser Vorläufigkeit fest, was wir sein können: Schon in der Halbheit unserer
Liebe, schon im beherzten Bemühen um das Gute sind wir Gott und unserem
Nächsten nah. Wir sind noch nicht fertig. Noch lange nicht. Aber unsere Familie,
in welcher Konstellation wir sie auch leben, ist nicht nur ein zufällig entstandenes
Beziehungskonstrukt, sondern unsere wichtigste Lerngemeinschaft. Hier lernen
wir Aushalten und Akzeptieren, was uns fremd scheint. Hier lernen wir Toleranz
und Nachsicht. Hier bewahren wir unser Eigenes, um für den anderen ein Gegenüber
zu sein. Hier üben wir uns über Jahre in der Liebe.
Denken wir daran, wie dieses Bild der Heiligen Familie seit Jahrzehnten unser
Leben begleitet. Es stehen in vielen Adventszimmern immer noch die gleichen
Figuren. Sie sind nicht älter geworden. Sie sind uns treu geblieben und scheinen
unverändert alles hineinzutragen in diese Nacht, was wir seit 20, 30 oder 50 Jahren
damit verbinden. In diesen Jahren ist viel passiert. Wir sind älter geworden.
Familien haben sich verändert. Wir sind keine Kinder mehr, sondern halten selbst
Ausschau nach einem Partner. Menschen, die uns nahe standen, sind nicht mehr
bei uns oder gehen andere Wege. Kinderwünsche haben sich nicht erfüllt. Ideale
von Familie und Partnerschaft mussten sich an der Wirklichkeit messen lassen
und haben vielleicht keinen Bestand gehabt. Das Leben war bunt, nicht immer
einfach, mit vielen schmerzhaften Einschnitten und so großen Freuden. Doch immer
war das Kind, immer war diese kleine Familie dabei. Sie ist an unserer Seite
geblieben.
Das Symbol der Krippe und die Bilder der Weihnachtsgeschichte sind nicht nur
Dekoration, sie sind nicht nur ein kultureller Brauch, sondern sie sind ein großes
Trostbild. Was da auf der Fensterbank steht ist nicht ein Kunstgewerbe, sondern
ein Bild für das Heil in dieser Welt durch Gott. Und in dieser Heiligen Nacht ist
es auch ein Bild für das Heil in unseren Familien, in unseren Beziehungen und
Freundschaften.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Friede sei in Ihrem Haus.
Ihr Ralf Meister

(Landesbischof der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers)

[Bildquelle: https://landesbischof.wir-e.de/]

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Mo. 07.12.15
Nikolaus - nicht aus Schokolade
Martin Söffing
Nikolaus - nicht aus Schokolade

In Myra, einer Hafenstadt in der heutigen Türkei, herrschte damals zu Lebzeiten des Bischofs Nikolaus große Not. Die Bevölkerung hungerte. Gewalt, Krieg, Krankheit gehörten zum Alltag. Grausame Zeit. Von Bischof Nikolaus wird erzählt, dass er in grausamer Zeit für die Menschen sorgte. Wunder habe er vollbracht. So haben die Menschen seine tatkräftige Hilfe erlebt und Legenden und Geschichten um Bischof Nikolaus erzählt und Lieder gesungen.

Nikolaus war ein guter Mann. So heißt es in dem fröhlichen Lied, das Kinder und Erwachsene in dieser Zeit gerne trällern.

Die Zeit des Bischof Nikolaus war überhaupt nicht lustig – kein Tralala. Aber danken können wir ihm: Bischof Nikolaus war ein mitfühlender, wachsamer, mutiger und aufrechter Mann. Er hatte den Mut, für Menschen einzustehen. Was Recht war, sollte auch Recht sein, wo Not war, musste sie gelindert werden, wo Geld war, diente es zum Teilen, wo Krieg war, rief er zum Frieden, wo Tod war, rief er zum Leben.

Wenn er sich doch vervielfachen könnte! Aber nicht aus Schokolade! Wenn wir so viele lebendige Nikoläuse hätten wie aus Schokolade in den Regalen der Supermärkte stehen, hätten wir vielleicht ausreichend Sozialen Wohnraum, genügend Ärzte und Pflegekräfte in unseren Krankenhäusern, viele aufrechte Menschen in den Regierungen in Berlin, im Land, in den Kreisen und Kommunen, die den Reichtum in unserem Land dort verteilen, wo es notwendig ist.

In einem Adventslied bitten wir: „O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf, reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für!“

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Martin Söffing

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Fr. 04.12.15
Lied von einer besseren Welt
KDA (Kirchlicher Die…
Lied von einer besseren Welt

Worum geht es Weihnachten? Um die Geburt eines besonderen Kindes, das die Welt zum Guten ändert. Ist das nicht Träumerei? Gerade die schrecklichen Ereignisse in Paris haben uns die Fragen wieder sehr nahe vor Augen geführt: Wird sich die Welt je zum Besseren verändern? Welche Kraft hat die christliche Botschaft? Wie steht es mit dem Lied, das die junge Maria noch vor der Geburt Jesu anstimmt?

 

„Gewaltiges hat Gott vollbracht mit seinem Arm, zerstreut hat er, die hochmütig sind in ihrem Herzen, Mächtige hat er vom Thron gestürzt und Niedrige erhöht, Hungrige hat er gesättigt mit Gutem und Reiche leer weggeschickt.“ (Lukas 1, 51-53)

 

Zu direkt? Manch eine/r mag sich so ein machtvolles Eingreifen Gottes auch heute noch wünschen, damit Terroristen von ihren Taten abgehalten werden, damit Verantwortliche in Politik und Wirtschaft alles tun, damit Hungrige satt werden. Aber so einfach ist das nicht (mehr). Unsere Welt ist sehr komplex geworden. Ein einseitiges direktes machtvolles Eingreifen läuft Gefahr, ein Schaden für andere zu sein.

 

Symbolische Deutung Was bedeutet dieser eigentlich gar nicht in unsere übliche Weihnachtsstimmung passende Text heute? Man kann das Lied der engagierten Teenagerin symbolisch verstehen: Wer vor Gott hochmütig ist und nur auf seine eigenen Qualitäten vertraut, wird von seinem „inneren Thron“ geholt. Und: Wer spirituell auf der Suche bleibt, wer nach Sinn hungert, der wird gesättigt und erlebt bei Jesus ein Festmahl. Das ist richtig, erfasst aber nicht das Ganze.

 

Soziale Deutung Der Hymnus bezieht sich zugleich auf das äußere Leben. Ich weiß nicht, ob Maria an zurückgetretene Bankvorstände oder Fußballfunktionäre gedacht hätte. Jedenfalls ist das Lied eine Erinnerung an alle, denen Macht und Kapital anvertraut sind – dass sie demütig bleiben vor Gott und den Menschen. Dass sie das Gute befördern und integer handeln. Dass sie sich Räume suchen, um sich darauf zu besinnen, wem sie mit dem anvertrauten Einfluss und Geld dienen wollen. Sei es in Unternehmen, Gewerkschaften, Kirchen oder Parlamenten. Für Benachteiligte ist Marias Lied ein Mutmacher: Bei diesem Gott treten Außenseiter in die Mitte, Verachtete erhalten viele „Likes“, Arme befreien sich aus der Sozialhilfe und „Loser“ steigen auf. Mitten in das damals von Rom besetzte Israel singt Maria - fast trotzig und voller Zuversicht - von der Sehnsucht nach einer besseren Welt. In Vielem kann man diese schon heute erleben; in Fülle erst in einem neuen Zeitalter. Dass Maria den Mund so voll nimmt, hilft weiter: So bleibt unsere Sehnsucht nach dem guten Leben stark.

 

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Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

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Autor: Pastor Stephan Eimterbäumer Referent, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Region Niedersachsen Süd eimterbaeumer@kirchliche-dienste.de

Dezember 2015 WORTMELDUNG

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Do. 29.10.15
Fürbitte für die 12. Generalsynode der VELKD…
Wochenspruch
Fürbitte für die 12. Generalsynode der VELKD, die 12. Synode der EKD und die 3. Vollkonferenz der UEK

FÜRBITTE für die verbundene Tagung der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) in Bremen, 5. - 11. November 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

vom 5. bis 11. November kommen die 12. Generalsynode der VELKD, die 12. Synode der EKD und die 3. Vollkonferenz der UEK zu ihren zweiten Tagungen in der laufenden Amtsperiode in Bremen zusammen.
Wir bitten, der verbundenen Tagungen in ihren Gottesdiensten fürbittend zu gedenken.
Dazu machen wir folgenden Gebetsvorschlag:

Du, Gott der Weisheit und des Verstandes,
der Erkenntnis und des guten Rates:
segne diejenigen,
die unsere Kirche leiten:
Synodale und leitende Geistliche,
und alle, die ehrenamtlich oder beruflich dafür Verantwortung tragen,
dass die frohe Botschaft verkündigt wird,
in diesen Tagen auch die Synoden von EKD und VELKD
sowie die Vollkonferenz der UEK,
die in Bremen zusammenkommen
und nach der Bedeutung des Glaubens in einer Offenen Gesellschaft fragen.
Lass deinen Geist in ihnen lebendig sein, gib ihnen offene Ohren und Herzen.

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Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Di. 20.10.15
Gottes Wille im Herzen
Dr. Matthias Wilke
Gottes Wille im Herzen

Sie ist eine ganz normale Frau „aus guten Verhältnissen“. Nicht viele wissen oder ahnen, dass sie die meiste Freizeit in einer Obdachloseninitiative ihrer Kirchengemeinde verbringt. Dort kocht sie mit Lebensmitteln, die täglich von der „Tafel“ als Spenden geliefert werden. Abends wird der Tagestreff für Obdachlose geschlossen. Die Männer und Frauen müssen wieder auf die Straße. Am liebsten würde sie eine Unterkunft anbauen. Mit Vorurteilen gegen die Obdachlosen kann sie umgehen. Sie hatte früher selbst welche. Aber jetzt hat sie keine Berührungsängste mehr. Vor kurzem fragte sie einen der Männer im Obdachlosentreffpunkt, ob er Familie hat. - Nein, sagte er. Er habe keine Geschwister. Und seinen Vater habe er nie kennen gelernt. Seine Mutter sei mit 35 durch Alkoholvergiftung gestorben. Seit Jahren schon lebe er auf der Straße. - Kann man da noch sagen: Selber schuld an seinem Schicksal?

„Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben“, lässt Gott den Propheten Jeremia sagen. Diese Frau, die einen großen Teil ihrer Freizeit in die Arbeit mit Obdachlosen investiert, ist ein gutes Beispiel für Menschen, denen Gottes Wille in das Herz gegeben ist. Leute wie sie haben einen guten inneren Kompass. Und der leitet sie. Sie engagieren sich für das, was sie als Gutes begriffen haben - oder vielleicht besser: was sie ergriffen hat. Und das macht sie auch stark gegen Widerspruch und Vorurteile. Und ganz nebenbei macht das Engagement das Leben reicher: „Ich bin gern für andere Menschen da. Das ist für mich christliches Leben. Und mein Alltag ist dadurch auch anders geworden. Irgendwie lebe ich mit mehr Tiefe.“

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Do. 01.10.15
Arbeit als Egotrip?
KDA (Kirchlicher Die…
Arbeit als Egotrip?

 

Traum oder Albtraum?
Er hat sich mit 33 Jahren selbständig gemacht und ein
beachtliches Unternehmen aufgebaut. Davon zeugt
heute ein moderner Gebäudekomplex. Für die Familie
baute er eine große Villa auf dem Firmenanwesen.
Mit 62 hörte sein Herz auf zu schlagen. Die Söhne
hatten kein Interesse, die Firma zu übernehmen. Sie
spekulierten auf den Erlös des Verkaufs, der dann aber
geringer ausfiel als erwartet. Vom Unternehmen gibt
es nur noch eine schicke Homepage, aber niemand
ist mehr erreichbar. Das Firmengelände gleicht einer
Geisterstadt. Ein bedrückendes und abruptes Ende von
großem Einsatz an Lebensenergie.
Eine weitere Karriere: Er ist mit 45 Jahren Vorgesetzter
von 1.200 Beschäftigten. Als Auszubildender hat er im
Unternehmen angefangen und sich Stück für Stück
hochgearbeitet. Als Personalchef ist er eher gefürchtet.
Viele kennen ihn noch als Kollegen, der sich geschickt
und oft auf Kosten anderer in Szene gesetzt hat, um
beruflich aufzusteigen. Die Ehe ist zerbrochen und zu
seinen Kindern hat er nur noch losen Kontakt.

Was treibt mich an?
Wem beweise ich etwas mit meinem Tun: Mir selbst,
meinen Eltern, den Kollegen oder dem sozialen Umfeld?
Die Suche nach Anerkennung ist ein besonders
kräftiger Motor, der unvorstellbare Energien freisetzt.
Erfolg führt dabei leicht zu Überheblichkeit, die Warnschilder
rücksichtslos überfährt. Menschenwürde, Respekt,
Nächstenliebe und Barmherzigkeit bleiben da
schnell auf der Strecke. Wer hier auf die schiefe Ebene
gerät, kann nur sehr schwer umkehren.

Wozu arbeite ich?
Habe ich eine Vision für mein Leben und Arbeiten?
Wofür will ich mich einsetzen? Was bleibt, wenn ich
einmal keine Energie mehr habe? Wofür lohnt sich
der Einsatz am Ende wirklich? Je länger ich mich diesen
Fragen aussetze, erkenne ich den unermesslichen
Wert von echten und vertrauensvollen Beziehungen.
Hat Gott den Menschen nicht auf Ergänzung hin angelegt?
Jede und jeder ist ein Abbild von ihm. So steht es
ganz am Anfang in der Bibel. Aus vielen verschiedenen
Puzzleteilen wird ein großes Bild. Der Apostel Paulus
bezeichnet die christliche Gemeinde deshalb später als
Leib Christi. Nur durch das achtsame Zusammenwirken
unterschiedlichster Begabungen entsteht etwas wirklich
Neues und Kraftvolles. Eine christliche Gemeinde
zeichnet sich dadurch aus, dass sie bewusst fragt: Herr,
welchen Auftrag gibst Du uns? Was sollen wir tun?
Freiheit und Beruf(ung)
Luther, Calvin und andere Reformatoren der Kirche
haben der Arbeit einen neuen Wert zugemessen.
Für sie war sie nicht mehr nur notwendiger Erwerb,
sondern der Ausdruck von Freiheit und Berufung, das
Schöpfungswirken Gottes fortzusetzen. Gleichzeitig
wurde auch die Gefahr der Loslösung der Arbeit von
der Berufung erkannt: „Woran Du dein Herz hängst,
das ist dein Gott!“ warnte Martin Luther eindringlich.
Jeder Mensch steht in der Gefahr der Entfremdung
von Gott und der Versklavung unter den Götzen Arbeit.
Das rechte Maß hierbei zu finden, ist eine täglich
spannende Herausforderung!

Autor:
Pastor Peer-Detlev Schladebusch
Referent, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt Region Lüneburg-Wolfsburg, Spiritual Consulting
schladebusch@kirchliche-dienste.de

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Mo. 28.09.15
Vielfalt statt Einfalt
Martin Söffing
Vielfalt statt Einfalt

Am kommenden Sonntag wird mit einem ökumenischen Gottesdienst zum 40. Mal die Interkulturelle Woche eröffnet. „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“ lautet das Motto in diesem Jahr.

Das Plakat zeigt fünf Klingelschilder an einer Hauswand. Aber ich lese keine Namen auf den Schildern. Ich sehe Gesichter der Menschen, die dort leben.

Im Erdgeschoss lebt ein Paar, fröhliche Gesichter von zwei jungen Männern schauen mich an.

Darüber lacht mir ein junger Mann entgegen. Aus seinem dunklen Gesicht strahlen braune Augen ins Leben.

In der dritten Etage leben drei junge Menschen, vielleicht Studierende. Woher sie wohl kommen? Aus Japan vielleicht?

Über ihnen in der Wohnung lebt eine Familie. Eltern mit ihrem Sohn schauen nach oben. Da lebt eine ältere Frau. Sie blickt auf die junge Familie in der unteren Wohnung. Passt sie manchmal auf den kleinen Jungen auf? Sie hat schon viele Lebensjahre gesammelt. Ob sie ein Flüchtlingskind war? Was sie wohl alles erlebt hat?

 

Die Fotos machen mich neugierig: Welche Geschichte gehört zu diesen Menschen? Wie kann ich etwas von ihnen erfahren?

Klingeln. Ich kann einfach mal klingeln.

Vielleicht wird mir geöffnet.

Vielleicht darf ich eintreten in ihre Lebensgeschichten.

 

Sie wohnen in einem Haus, unter einem Dach. Sie leben miteinander, teilen die Haustür, das Treppenhaus, den Garten. Jeder hat einen eigenen Eingang zu seiner Wohnung.

In der Bibel erfahre ich, dass Gott der Schöpfer aller Menschen ist. Er hat alle Menschen mit Glanz und Würde gekrönt, sagt Psalm 8. Alle Menschen sind seine Hausgenossen unter seinem Dach, schreibt Paulus.

Die Vielfalt der Menschen Gottes kennenzulernen: Das Beste gegen Einfalt!

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Martin Söffing

Martin
Söffing
Pastor Klinikseelsorge AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM
Elise-Averdieck-Straße 17
27356
Rotenburg
Tel.: 
(04261) 77 - 2003
Fax: 
(04261) 77 - 2029
Mobil: 
(0172) 8450895
Mo. 14.09.15
Willkommen in Deutschland
Jutta Wendland-Park
Willkommen in Deutschland

Das vorherrschende Thema in den Medien ist zurzeit die Flüchtlingsproblematik. Jeden Tag sehen wir Bilder, die uns erschrecken und sich tief in unser Gedächtnis eingraben: Ein kleiner ertrunkener Junge am Strand liegend. Tote Männer, Frauen und Kinder in einem Kühllaster. Menschen, die lauthals ihre Fremdenhass-Parolen den Flüchtlingen entgegenschreien. Bilder, die beschämen und fassungslos machen.

Aber es gibt auch die andere Seite. Prominente und Politiker, die klare und deutliche Worte finden. Menschen, die mit großem ehrenamtlichem Engagement vor Ort unterstützen. Bilder von Menschen, die erschöpfte Flüchtlinge mit Applaus und Welcome-Schildern am Bahnhof begrüßen. Mit ihren Worten und Taten bilden sie alle einen Gegenpol zu Fremdenhass und Ausgrenzung.

Auch hier in Rotenburg und den umliegenden Gemeinden gibt es eine große Bereitschaft zu helfen durch ehrenamtliche Unterstützerkreise, durch Nachbarn und Patenschaften, durch Kirche und Diakonie.

Migration und Flucht ziehen sich wie ein roter Faden auch durch die Bibel. Schon das Volk Israel flüchtete aus Ägypten. Und Maria und Josef fliehen mit ihrem Baby vor der Gewalt des Diktators Herodes nach Ägypten. Die erste Erfahrung im Leben des Kindes Jesus ist die Flucht. "Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen." So heißt es im Alten Testament und Christen werden im 2. Petrusbrief selbst als Fremdlinge auf dieser Erde bezeichnet.

Flüchtlinge sind also eine Chance, der Liebe Gottes in Jesus Christus eine Gestalt zu geben und sie erfahrbar werden zu lassen. Einen großen Dank an alle, die sich daran beteiligen und damit Zeichen setzen.

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Jutta Wendland-Park

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Diakonische Einrichtungen
Jutta
Wendland-Park
Pastorin, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke
Lindenstraße 14
27356
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(0426) 920212
Fax: 
(0426) 920200
Mo. 07.09.15
Züge aus Ungarn
Peter Handrich
Züge aus Ungarn

1989 sammelten sich in den Botschaften Ungarns und der Tschechoslowakei Menschen aus der DDR, die in den Westen wollten. Am 30. September 1989 wurde klar, dass die in Budapest Campierenden mit Zügen nach Westdeutschland ausreisen durften. Die Freude war groß.

Dieser Tage kommen wieder Züge aus Ungarn in Deutschland an. In ihnen sind Flüchtlinge aus Syrien, die den jahrelangen Bürgerkrieg einfach nicht mehr aushalten können – und auch Flüchtlinge aus anderen Ländern, die zu uns kommen, weil die wirtschaftliche Lage in ihren Heimatländern sie hoffen lässt, dass es ihnen bei uns besser gehen wird. Das sind die so genannten „Wirtschaftsflüchtlinge“, die viele gern sofort wieder zurückschicken möchten, allen voran unser Innenminister.

Allerdings gibt es bei uns so viele Dinge nur deshalb zu so günstigen Preisen zu kaufen, weil sie in anderen Ländern unter Bedingungen hergestellt werden, die Menschen arm machen. Kein Wunder, dass sie zu uns wollen. Weil wir hier ja viel Geld verdienen und alles so billig ist. „Etwas besseres als den Tod finden wir überall“, sagen die Bremer Stadtmusikanten. In unseren Zeiten haben sie nur halb Recht, weil sie auch im Meer ertrinken oder in LKWs ersticken können – aber wenn sie dann hier sind, dann haben wir doch die moralische Pflicht, ihnen auf eine Weise weiter zu helfen, dass sie bei uns gut leben können. Gut, dass das viele Menschen gerade auch genau so machen.

Aber wir haben noch zwei weitere moralische Pflichten: Solange die Weltwirtschaft so funktioniert, wie sie funktioniert, brauchen wir erlaubte und sichere Fluchtrouten. Fähren. Und Busse. Und wir müssen alles dafür tun, dass alle Menschen von ihrer Arbeit gut leben können. In Europa und in allen anderen Ländern.

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Peter Handrich

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Peter
Handrich
Pastor in den Rotenburger Werken
Lindenstraße 14
27356
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Mo. 31.08.15
Tür-und-Angel-Gespräch
Roger Moch
Tür-und-Angel-Gespräch

Es gibt viele Menschen, die drückende Lasten viel zu lange mit sich herumschleppen. Sicher, einige können diese inneren Belastungen auch ganz gut verdrängen. Sie schalten ihr Gewissen einfach aus. Sie rechtfertigen sich selbst und reden sich ein, die anderen sind auch nicht besser als ich - selber schuld, wenn sie sich so benehmen, oder man muss ja irgendwie sehen, wie man im Leben zurechtkommt.

Aber es gibt eben auch Menschen, die so einfach keinen Frieden in ihrem Leben finden. Sie kommen mit sich und der Welt nicht richtig ins Reine. Manchmal hat das sehr konkrete Ursachen. In einem Gespräch zwischen Tür und Angel in der Schule (das passiert nicht selten) erzählte mir ein Jugendlicher, dass er auf einer Party mehrere CDs mitgehen lassen hatte. Die Musik hätte ihm so gut gefallen, dass er nicht widerstehen konnte. Doch nachdem er die CDs einfach eingesteckt hatte, fand er keine Ruhe mehr. Jedes Mal, wenn er die Musik anhörte, er hatte sie in der Zwischenzeit auf sein iPhone gezogen, konnte er sich nicht darüber freuen, immer wieder kam sein schlechtes Gewissen hoch. Er fragte mich, was er jetzt machen solle. Ich überlegte und riet ihm dann, er könne zum Besitzer hingehen und ihm den Diebstahl beichten und die gestohlenen CDs zurückgegeben. „Nee, das will ich eigentlich nicht, dann kriegen ja alle mit, dass ich geklaut habe. Sie wissen doch, wie schnell das über Facebook und WhatsApp und so geht“, entgegnete er. Ein paar Wochen später sagte er mir nach dem Unterricht, dass er die CDs zurückgegeben habe. Und über Facebook & Co sei nichts gekommen.

Ich finde das sehr mutig. Viele Streitigkeiten und Beleidigungen könnten durch ernst gemeinte Entschuldigungen schnell wieder aus der Welt geräumt werden.

Manche Menschen werden Tag und Nacht geplagt, weil sie einen Fehler begangen haben. Manche haben Angst, was sie nun alles umgekehrt treffen wird und sie ihren Frieden los sind. Aber nicht jedes Unrecht lässt sich so leicht aus der Welt schaffen, wie gestohlene CDs. Der Apostel Paulus, der lange mit seinem Eifer und seinen Ängsten ringen musste schreibt dazu: "Wir haben Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch welchen wir im Glauben den Zugang haben zur Gnade." Ich verstehe das so: Christus beschenkt mich mit seinem Frieden. Gott lässt mich nicht fallen. Er schätzt mich. Ich bin in Ordnung, auch wenn ich mal etwas falsch gemacht habe. Das kann ich glauben. Das gibt mir Ruhe. Das gibt mir Frieden. Das wünsche ich Ihnen auch, dass Sie diesen Frieden erleben können.

 

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Roger Moch

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Schulpastor/-innen
Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
Schmezer-Str. 8
27283
Verden
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(04231) 9378888
Mo. 03.08.15
Huch!? Ein Ungeheuer!
Huch!? Ein Ungeheuer!

Urlaubszeit – Zeit zum Entspannen? Samstagmittag: Ich fahre mit dem Auto; wobei – von „fahren“ kann nicht die Rede sein. Ich krieche mit dem Auto, und dann stehe ich. Irgendwo auf der A7. Die Sonne verwandelt meinen Wagen in eine Sauna. Klimaanlage wäre schön gewesen. Langsam schiebt sich die Autoschlange auf der Fahrbahn dahin. Und in den Autos?

Menschen auf der Suche nach Entspannung, nach Urlaub. Klar sind sie zu erkennen an ihren Utensilien im Kofferraum: Ein grünes Schwimmringungeheuer grinst mich an. In die hinterste Ecke hat gerade so noch ein Schlafsack gepasst. Kofferräume, die bis obenhin beladen sind. Alles, was man braucht für einen Urlaub (und wahrscheinlich noch viel mehr).

Urlaubszeit – Zeit zum Entspannen? Wäre doch mal interessant zu wissen, wie viele Urlaube so anfangen: Im Stau auf der Autobahn. Oder alternativ am Flughafen: Flieger fällt aus. Oder am Bahnhof: Anschlusszug verpasst. Ergebnis ist ja immer dasselbe: Stress pur. Den hätte man ja eigentlich auch zu Hause haben können oder auf der Arbeit.

Zurück aber in meine kleine rollende Sauna: Während ich da so im Stau vor mich hin stehe, krame ich auf dem Beifahrersitz. Eine Karte liegt da. Auf ihr steht: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Jetzt heißt es: Humor beweisen, denn meine Zeit wird die nächsten anderthalb Stunden noch in diesem Stau in deinen Händen stehen! Obwohl: Wo ich hier schon so stehe – so richtig „entschleunigt“ im wahrsten Sinne: Gut, nehme ich die zwangsverordnete Pause doch mal an. Schließlich können solche Momente auch gut sein, um etwas Verborgenes zu entdecken. Und wenn es zuerst nur das Schwimmringungeheuer im Auto vor mir ist.

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